müselig,
Adj.
1.
›e. S. überdrüssig; mißmutig, unlustig; geplagt; psychisch-religiös belastet‹ (von der Befindlichkeit eines Menschen); ›andere belästigend, molestierend‹ (jeweils von e. P.); ›schwer, mühevoll‹ (von der
arbeit
o. ä.); ›quälend‹ (dies von einem Spaziergang);
vgl. am ehesten (
die
2.
Bedeutungsverwandte:
1
(s. v.
1
 1234; part. Adj.),  2,  2, , ; vgl.  1, ,  2.

Belegblock:

Luther, WA
13, 139, 30
(
1524
/
5
):
ps. 89: labor et dolor eyn muselig unlustig leben.
Ebd.
17, 1, 20, 28
(
1525
):
dieweil es so ein geferlich, langweilich und muͤhselig ding umb den Ehlichen stand ist.
Ebd.
35, 476, 19
(
1545
):
Es war im alten Testament [...] der Gottesdienst fast schwer und muͤhselig, da sie so viel und mancherley Opffer thun musten.
Ders. Hl. Schrifft.
Mt. 11, 28
(
Wittenb.
1545
):
Kompt her zu mir / alle die jr müheselig
[
Mentel
1466:
ir do arbeit
; Var. 1475
2
-1518 / nd. Bibel 1478:
arbeyter
;
Froschauer
1530:
arbeytend
;
Emser
1527 /
Eck
1537:
mit muͤhe vnd erbeyt belestiget
]
vnd beladen seid.
Mathesius, Passionale
48v, 14
(
Leipzig
1587
):
er befeuchtiget / wessert vnd erquicket alle Muͤheseligen / durstige vnnd duͤrre Seelen.
v. Keller, Ayrer. Dramen
6, 33
(
Nürnb.
1610
/
8
):
seines
[des
Authoris
]
[...] grossen fleiß vnd vngesparten mühseligen arbeit.
Maaler
294r
(
Zürich
1561
):
Muͤysaͤlig / Ein muͤd vnnd vnruͤwig mensch der kein raͤchnung keines dings nit hatt | weder deß orts / der zeyt / oder der person. [...]. Muͤysaͤlig sein. Interturbare. Einen verdrüssig vnnd Muͤysaͤlig machen.
Ebd.
294v
:
Muͤysaͤlige oder verdrüssige spatzierung / die einem muͤde bein machet. Laboriosa deambulatio [...]. Muͤysaͤliger vnruͤwiger mensch / der eim gern vnruͤw machet / der ein vrsach vnd anlaß suͦcht einen zebeleydigen. Emissarius, Homo acerbus.
Luther, WA
28, 521, 16
;
33, 350, 12
;
46, 639, 3
;
Dasypodius
381v
.
2.
›bedürftig, arm‹ (von Personen); ›schwierig, armselig‹ (von Lebensumständen); ›beschwerlich‹ (z. B. von der Zeit);
vgl. (
die
3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.) 1,  1, , , .

Belegblock:

Luther, WA
52, 565, 22
(
1544
):
Es ist ein geringe und muͤhselige narung mit einem Fischer.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
80, 11
(
Frankf./M.
1550
):
Du sichst / das wir muͤhselig sind / | Vnd wilt jetzundt machen ein kindt.
v. Ingen, Zesen. Ged.
388, 20
(
Breslau
1641
):
Die muͤhselige Zeit machet mich unterweilen verdrossen.
Fastnachtsp.
398, 4
(
nürnb.
,
v. 1494
):
So haiß ich der Ackertrapp | Und pin auch ain müesalig lapp.
Ebd.
398, 5
.