müsel,
müstel,
Genus?
Zu
mhd.
müsel
›Scheit‹
(Lexer
1, 2257
), nhd.
Musel
›Sägeblock‹
(Dwb
6, 2737
).
›zu Schindeln, Latten, Tellern u. ä. verarbeitbarer Holzklotz, Baumtrumm‹.
Wobd. / oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  6.
Syntagmen:
müseln brennen / länden
›an Land bringen‹
/ schlahen / verkaufen / zeichnen / zerhauen, jm. müsel geben / nemen, aus müseln becher / teller machen, nach müseln faren
;
x bürden / fuder / wagen müsel
.
Wortbildungen:
müselholz
,
müsholz
›Wald zur Deckung des bäuerlichen Holzbedarfs‹,
müselhun
›Naturalabgabe für die Erlaubnis, Holz zu schlagen‹.

Belegblock:

Grimm, Weisth.
4, 511, 10
(
schwäb.
,
15. Jh.
):
einhundert misel git ein schilling pfenig.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 24, 36
(
schwäb.
,
1425
/
6
):
So hat des landschribers kneht gefarn ain tag nach müsslen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
92, 36
(
m/soobd.
,
1599
/
1610
):
was ain herschaft alhie im pondading zu vermelden hatten: 1. Erstlichen von wegen der robat, von wegen der müestl.
Ebd.
93, 24
:
so werden die müestlhuener selten ain jar gar bezalt, will deshalben ain jar die muestlhuener und das ander jar das muestlholz nemen.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
166, 20
(
tir.
,
1525
):
es wirt vil mŭsellholtz noch hew̆tzŭtag geschlagen, [...], der herrschafft Venedig zŭegefŭert und verkaŭfft.
Ebd.
168, 26
:
so mŭessen wir aŭs not unnser narŭng mit herter und strennger arbait gewynnen als in welden mit dem holtzwerch oder mŭschln schlahen und das verkaŭffen.
Ebd.
186, 36
(
1525
):
welhes bey iarn gewert und unnser müeßholtz gwest ist
(Beleg auch zu
mus, die / das
stellbar).
Schwarz, Awürt. Lagerb.
1, 418, 19
;
Rennefahrt, Recht Laupen
137, 15
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 331, 34
;
Bischoff u. a., a. a. O.
94, 18
;
95, 4
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
250
;
Schweiz. Id.
4, 486
.