münzer,
der
;
-s
, auch
-Ø/-Ø
.
›mit dem Recht der Herstellung von Geldmünzen und verwandten Tätigkeiten ausgestattete Person‹; als Metonymie: ›Handwerker in unterschiedlicher Rechtsstellung (als wie als Beschäftigter), der Münzen in einer Prägeeinrichtung (
1
 3) herstellt und dabei alle Teilarbeiten wie
gold schmeidig machen, schneiden, prägen, probieren
vollzieht, außerdem dem Münztausch und Münzhandel nachgeht‹; die Belege tendieren zu einer eher kritischen Bewertung des
münzers
als zu neutraler oder gar positiver Beurteilung;
münzer
wird auch personenidentifizierend als Namenszusatz geführt;
zu  1.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , , ,  1, , .
Syntagmen:
einen m. selbsiebende überwinden, münzer mit im
(refl.)
füren
;
j. ein m. sein
;
ein m. meister werden, die münzer gulden schlagen, pfennige ausbieten / fälschen, gold ausleihen / münzen, des wechsels pflegen, zu wechsel sitzen, zu herren werden, gold schmeidig machen, der m. schweren, das [...]
;
bei den münzern gold liegen haben, jn. nach münzern aussenden, j. zu dem m. wechseln, zu den münzern gülte richten
;
der falsche / erbare / geschworene / redliche m
.;
Claus münzer
;
das ampt des münzers
.
Wortbildungen:
münzergeselle
›Gesellschafter eines
münzmeisters
‹ (a. 1464).

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
231, 20
(
preuß.
,
1409
):
Claws monczer dedit 20 m.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 375, 33
(
preuß.
,
1480
):
hatt unser herr homeister gesworene monczer dorober gesatzt.
Große, Schwabensp.
163a, 11
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
buͦtet der muͦnter eynen valschen pennigh vͦt, [...], iz gey
e
t yme an de hant.
Wyss, Limb. Chron.
82, 1
(
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
[der konig] furte mit ime monzer, di ime alle dage gulden slugen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 165, 27
(
schles.
,
1509
):
Müntzers ampt und besoldung. darnach einer die goldt durch gunst schmeidig macht, das goldt oder gulden müntzt, das kretz aufsucht und abreucht
usw., dem [...].
Ebd.
174, 26
(
1510
):
dy, so zu fertunge solcher muntcze gehoren, nemlich monczer probirer preyger eysenschneyder.
Rieder, Gottesfr.
189, 15
(
els.
, Hs.
15. Jh.
):
do was er ein múnsser und pflag dez wehssels und anderre maniger leye kouffmanschatz.
Geier, Stadtr. Überl.
14, 34
(
nalem.
,
13.-15. Jh.
):
Swenne der múnser ze wehsel sizzet, als er dur reht sol, so sol nieman wehsilon, wan ze im.
Bremer, Voc. opt.
32036
(
halem.
,
1328 f.
):
Monetarius muntzer [...] est fabricator uel venditor monete, wlgariter muͤnczer uel werkler [...]. Et dicitur a noneta; [est autem moneta] nummisama determı̄nati karacteris, ponderis et metalli: Et dicitur a moneo/-es, quia monet, ne qua fraus fiat in pondere uel in metallo.
Auer, Stadtr. München Anh.
7, 85, 1
(
moobd.
,
n. 1347
):
Der münsmaister sol rihten hintz den munssaern niur umb gült.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
13, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Da wurden die munßherren und munsmayster und munser zw grossen herrn.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
102, 12
;
Chron. Augsb.
2, 72, 11
;
9, 127,
Anm. 2;
Bastian, Runtingerb.
2, 287, 9
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 4030, 9
;
Schmitt, Ordo rerum
239, 1
;
240, 2
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 87
;
Rwb
9, 1014
.
Vgl. ferner s. v.  7, (V.) 1.