1
münze,
die
;
-Ø/-Ø
oder
-n
;
über
mhd.
münze
aus
lat.
moneta
(Dwb
6, 2703
).
1.
›aus Metall (meist Silber, Gold, Kupfer) bestehendes, ein bestimmtes Gewicht aufweisendes und mit einem Prägestempel gekennzeichnetes, konkretes Einzelstück der in der
1
münze
3 hergestellten, einen festgelegten Systemwert aufweisenden Währung, einzelnes Geldstück‹; offen zu 2; als Metonymie: ›Münzschnitt, Prägung der Geldstücke‹ (als Handlung und als Handlungsergebnis); generalisiert und ütr.: ›Schmuckstück in Münzform‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte sowie Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
(
das
1, .
Syntagmen:
die / eine m. aufschlagen / ausackern / ausgeben / besichten / brennen / einschieben / fälschen / holen / machen / nemen / probieren / scheiden / umprägen / zeichen
, [wo]
finden, die tahe die m. liebhaben, jm. münzen geben
;
die / eine m. schwach, aus materia geformiert sein
;
die m. rheinischer wärung, die m. des keisers, aus leder / papier
;
die alte / antiquitätische / böse / falsche
(mehrfach)
/ schlechte / unrechte / gute / ware / neue / kupferne / silberne / goldene m
.;
das bild auf der m
.
Wortbildungen:
münzeln
›mit Geldstücken spielen‹ (a. 1522),
münzfälscher
›Fälscher von Münzen‹ (mittels Veränderung des Prägezeichens, durch Zufügung geringerwertigen Metalls und durch Herabsetung des Edelmetallgehaltes; mit dieser letzteren Nuance zu
1
münze
2),
münzheb
›Münzdieb‹,
münzladen
(zum Gw vgl. ,
der
, 3),
münzpräge
›Geldstück, Münze‹,
münzschauer
›Münzkontrolleur‹ (16. Jh.),
münzschlag
1 ›in einer Prägeserie hergestellte Menge von Münzen‹ (im Beleg: gefälschter Münzen),
münzschroter
›Handwerker, der die ihm vorliegenden Edelmetallstäbe in Schrötlinge schneidet‹,
münzwerk
1 wohl ›Gerätschaften zur Münzherstellung‹.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Ges.
20, 6
(
Hamburg
1646
):
die Münze vnd der Muntzmeister, sein sterbliche Creaturen, darzu ist die Muntze nicht aus dem wesen des Müntzmeisters, sondern auß einer andern Materia geformirt.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 282, 6
(
preuß.
,
1416
):
das die rathmanne der stete getrulichen czusehen, das man die nuwe muncze nicht enburne.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9489
(
rib.
,
1444
):
Eyne valsche slosmecherynne, | Ind velscht die montzen na yrme synne, | Sij verrechent ind vertzelt | Mit behendicheit den luden yre gelt.
Buch Weinsb.
1, 263, 25
(
rib.
,
um 1560
):
Die pertzrustung war [...] mit langen smalen remen, mit zinnen monatger beschlagen.
Feudel, Evangelistar
131, 7
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
,Holet mir dy muncze uwirs schaczes‘. unde brochten ym vor eynen pfennynk.
Goerlitz u. a., Rechtsd. Schweidnitz
355, 3
(
omd.
,
um 1550
):
der do falsche oder vnrechte muncz gemacht oder darzu hulff vnd beystandt gethan oder wißentlich furtan außgegeben.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
29, 24
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
bei weize raten, bei allerlei münze beislege und bei weiben unweib müßen wesen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
40, 11
(
nwböhm.
,
1562
):
das hette sie [...] In ein dopff Eingraben an groschen, auch klein vnd allerlej muntz.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
190, 21
(
omd.
,
1554
):
auch das [...] keine böese müncze eingeschoben werde.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 98, 15
(
schles.
,
1543
):
alle seine arbeit, es sei an münzen probiren prennen scheiden eiseschneiden sein goldtschmidthantwerck [...] ungehindert zu treiben.
Voc. Ex quo P
368
(
15. Jh.
):
Percussura ein moncze uel smidunge.
Voc. Teut.-Lat.
u vjv
(
Nürnb.
1482
):
Muntz [...] muntzpreche od’ gelt.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
136, 1
(o. O.
1507
):
Straff der Muntzfelscher. Jtem in dreyerley weyss wirdet die Muntz gefelscht: Erstlich [...], Zum andern so einer vnrechte metal darzu setzt, Zum dritten so einer der muntz jr rechte schwere geverdlich benimpt.
Sachs
17, 341, 20
(
Nürnb.
1563
):
Darinn
[in einem
flecken
›Flicken‹ eines
mantels
]
fand ich das geldtlich stecken, | [...] | Mancherley müntz, häller und pfennig.
Vetter, Pred. Taulers
142, 32
(
els.
,
1359
):
ein recht phenning. Er sol haben sin gewicht und sin materie, sin múntze und sin bilde.
Köbler, Stattr. Fryburg
219, 19
(
Basel
1520
):
welche brieff / sigel / vnd ouch die müntz felschen / [...] / die sollent am leben gestrafft [...] werden.
Boner, Urk. Aarburg
9, 13
(
halem.
,
1338
):
daz der munzmaister im [hertzog] und seinen erben jerlich geb von der munzz vıͤrdhalb phunt phenning.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
398, 43
(
halem.
,
1416
):
Jos, múntzschrotter, d(icit), daz [...] der múntzmeister die gesellen in der smitten liess sechen etwe manigen Bechemsch grossen.
Maaler
295r
(
Zürich
1561
):
Müntzwerck / Der Müntz zuͦgehoͤrende vnnd dienlich. Monetale.
Morrall, Mandev. Reiseb.
141, 13
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
da gät kain múnß wann von leder oder von pappir da ist des kaysers zaichen uff.
Barack, Zim. Chron.
3, 302, 25
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
es haben iren etlich [...] alda ire aigne newen minzen gescheucht und nit gern nemen wellen.
Chron. Augsb.
7, 182, 11
(
1549
):
Wie ain mintzschlag, [...], gen Augspurg gebracht, falsch befunden.
Ebd.
8, 207, 12
(zu
1563
):
haben die bauren [...] ainen fechtmaister und ainen schneider gefangen. dise haben falsche und böse mintz für guͤte ausgeben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
206, 29
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Monedula haizt ain tâh und ist ze latein als vil gesprochen als ain münzheb.
Ebd.
32
:
daz diu tâch gar gern pfenning auf hebt und hât die münz liep.
Turmair
4, 7, 3
(
moobd.
,
1522
/
33
):
[hab ich] alt stain, alt münz, greber, gemêl, gewelb, estrich, [...], besuecht und besicht.
Ebd.
691, 19
:
daselbst wirt noch heutigen tag ausgeackert alte römische munz, silberen kupfern gulden.
Luther, WA
28, 677, 34
;
37, 589, 13
;
Kollnig, Weist. Schriesh.
255, 12
;
Welti, Stadtr. Bern
49, 1
;
Müller, Handel Paumgartner
309, 24
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1477
; Brack d
3r
;
Maaler
294v
;
Rwb
9, 1005
 f.;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
248
;
Schweiz. Id.
8, 1628
.
Vgl. ferner s. v. ,  2,  1.
2.
›von dazu befugten obrigkeitlichen Instanzen festgelegte und überwachte, rechts- und wirtschaftsgültige, als
1
münze
1 materialisierte Wert- / Recheneinheit innerhalb eines Währungssystems‹; als Metonymie: ›Geldbesitz‹; ›Währung, Währungssystem‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Phraseme:
an münze / bei gänger münze / in münze / mit münze
, jeweis auch: ›in bar‹;
jn. mit gleicher münze bezalen
.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. I, 2, ,  1,
2
 1,  4.
Syntagmen:
die m. machen / schlagen / ordnen / bessern / (er)höhen
›aufwerten‹
/ absetzen / ärgern / vergeringern / verfälschen / niedern / seigern, münzen haben, 1 münze
›eine einzige Währung‹
haben, die münzen mit einander halten
›abgleichen‹,
eine m. gangbar
(objektbezogenes präd. Attr.)
nemen, jm. münzen bezalen
;
die m
. (Subj.)
abnemen, geringer / böser werden, genäme sein
, [wo]
gehen / gelten
;
der m. auswarten, der m. halber etw. vorlesen
;
steuer an m
. ›für Geldbesitz‹
geben
, [einen Betrag]
an münzen aufbringen / schuldig sein, in münzen bezalen / geben, verfallen sein, auf den münzen ein wappen befunden werden, aus der m. gedeihen / aufnemen erfolgen, etw. in m. rechnen, jm. mit der m. lonen, jn. mit münzen begaben / vereren, eine busse nach
›in‹
einer m. nemen, von der m. sprechen, rechenschaft inbrengen
;
die m. des keisers / königs / kurfürsten, die m. polnischer zal
;
die böse / falsche / bestendige / ewige / gute / fremde / gäbige / gänge / ganghaftige / (land)läufige / läufliche / nütze / schwarze / verbotene / heimliche / gemeine / grobe / stempelte / silberne m
.;
die freiburger / genueser / griechische / türkische / ungarische / behemische / preussische / niederländische / österreichische / schwäbische / meissensche / lothringer / regensburger / würzburger / wiener / zürcher / oppelscher m
.;
eine summe, ein pfund münze
;
die freiheit / ärgerung / ordnung / wirderung, der fälscher, der gang, die gelegenheit der m., eine mark, pfennige einer m
.;
metal, zu einer m. notdürftig
(nachgestelltes Attr.).
Wortbildungen:
münzabruf
›Herabsetzung des Kurswertes oder Ungültigkeitserklärung von Münzen‹ ( Schweiz. Id.
6, 683/4
),
münzbrief
›Münzvertrag, -ordnung‹ (a. 1393 ff.),
münzegeld
›Geldabgabe an den Münzherren‹,
münzhandel
›Münzstreitigkeit‹ (Gw zu  3),
münzhof
Residenz eines Münzherren (im Beleg des Hochmeisters des Deutschen Ordens),
münzkrone
›Geldeinheit ,Krone‘‹,
münzordnung
(dazu ausführlich: Rwb
9, 1032
),
münzpfennig
›Geldeinheit (im Unterschied zu einer Metalleinheit)‹,
münzschlag
2 ›Recht der Münzprägung‹,
münzsorte
,
münzverständige
(
der
) ›Sachverständiger im Münzwesen‹,
münzwerk
2 ›Tätigkeit im Münzwesen‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 191, 18
(
preuß.
,
1411
):
haben dy stete gesprochin mit unserm heren homeister alze van der muncze.
Ebd.
285, 14
(
1418
):
do entweldigte her meynem hern homeister seine stat, [...] und die slossele zu dehn thoren andern beful unde an seinem munczhofe grosen frevel teten dehen anczugrifen.
Ebd.
3, 49, 31
(
1448
):
tagefart das dy hern von Danczik rechenschafft inbrengen von der muntcze.
Ebd.
5, 674, 30
(
1521
):
das dye stempelte muͤntz neben dem golde von pawern so woll als von den burgern der steten gangkbar genomen wurde.
Große, Schwabensp.
130a, 17
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der vorste weddet dem konige huͦndert puͦnt der muͦntze.
Ebd.
164a, 7
:
heymeliche muͦntze sol neyman han.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
206, 13
(
Frankf./M.
1649
):
daß wo sie von solchen Lastern nicht abstehen / sie von GOtt mit gleicher Muͤntz bezahlet werden.
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 117, 32
(
md.
,
1499
/
1500
):
Den arbeitern sal nit anders, dan mit vnßer vnd vnser vedtern Muntz, [...], gelonet werden.
Küther, UB Frauensee
387, 37
(
thür.
,
1529
):
hab ich [...] anderthalb hundert gulden an muntz uffbracht.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
26, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do ist ouch eyn andir muncze, di get in xxx sinen provincien by gebote des halsis.
Ermisch, Freib. Stadtr.
75, 2
(
osächs.
,
1335
):
sullen si [lenhower] iz [erz] geben umme munzpfenninge unde nicht umme silber.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
190, 18
(
omd.
,
1554
/
1633
):
das die müntze mit dem beschneiden noch abschroten nicht vorgeringert [...] werde.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
33, 15
(
schles.
,
1372
):
mit allen czinsen, mit allen geschossen yn pfenninges weise vnd yn getreides weise, mit dem munczegelde.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 204, 14
(
schles.
,
1518
):
es wurde dann die ursach, das wir sulch golt silber und metal zu unser muncz und oberkeit notturffig.
Ebd.
21, 36, 35
(
1534
):
wegen etzlicher rechnung münz- und berghendel gesellschaft und ander solchen gebrechen anhengige articl.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
397, 38
(
nobd.
,
1518
):
funfzik gulden reynischer obgemelter werung, die uns die keufer mit guter grober munz also bar und beret bezalt.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
179, 32
(
nobd.
,
n. 1525
):
das soll biß uff sant Michels tag [...] gegeben werden, doch an munz.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 218, 11
(
Hagenau
1534
):
Hetten wir alle eynen glauben / [...] Eyne müntze / und gut geldt / So stunde es wohl in aller Welt.
Koller, Ref. Siegmunds
345, 29
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Ein münsß wurt von gold wol angesetzet dick und vil und wurt by eiden erkant, also zuͦ halten für wor.
Ebd.
41
:
Domit
[mit
absetzen
der
münsse
]
wurt menglich betrogen und ist brennens reht und sol der münsse fryheit absin.
Leisi, Thurg. UB
6, 329, 23
(
halem.
,
1364
):
Waͤr aber, das ain múnswendi wurd [...] ze der zit, so disú werschaft diss vorgenanten widerkoͮffes vollefuͤrt sol werden, so [...].
Päpke, Marienl. Wernher
8103
(
halem.
,
v. 1382
):
Drisig silberin pheninge | Der múncze dú da genæme was.
Maaler
295r
(
Zürich
1561
):
Müntzwerck / Handtierung oder werbung mit gaͤlt. Res numaria.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
290, 10
(
halem.
,
1613
):
das man sich ins kuͤnfftig [...] in gmeiner landtloͤuffiger Berner wärung, als namlich muͤntzkronen, guldi, [...] bezalen lassen soͤlle.
Schib, Urk. Laufenb.
366, 2
(
halem.
,
1622
):
decret, kraft welchem der statt der müntzschlag [...] confirmirt [...] worden.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
77, 23
(
Ulm
1486
):
das die buͤlerin verstand das du sie mit der müntz betzalen woͤllest die sie dir gelihen hat.
Müller, Stadtr. Ravensb.
294, 6
(
oschwäb.
,
1545
):
das mencklich [...] die steur richten und geben solle, Namblich von allen gelegnen guetern, libding, zins, barschaft an gold, an muntz, wein, korn, roß, vech.
Chron. Augsb.
2, 51, 26
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
Von ainer bösen müntz und wie man ain andere müntz slueg.
Ebd.
222, 19
:
die müntz ward ie lenger ie böser, dann iederman suchet sein allafantz und sein vortail.
Ebd.
7, 108, 15
(zu
1548
):
gold, so man inen in der stat mintz oder wechselladen gibt.
Ebd.
7, 367, 8
(
schwäb.
, zu
1559
):
anno 59 [...] (ist) die müntzordnung publiciert worden.
Ebd.
495, 24
:
das halte in seinem wert auch sovil silbers, als vil im namen der müntz begriffen, welches aber, wie die müntzverstendigen wissen, [...], weit anderst geschaffen.
Barack, Zim. Chron.
1, 277, 14
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
do underfiengen sich die grafen [...], die münz zu erhöchen.
Ebd.
2, 234, 6
:
das wappen [...] auch also uf iren münzen, die sie schlahen lassen, befunden wurt.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 725, 48
(
schwäb.
,
1585
):
und die kaufsumma bey genger müntz [...] an deß verkeüfers guot bringen vellig [...] bezallt werde.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 599, 4
(
schwäb.
,
1618
):
solle alleweegen dieselbige frembde person zue einzug und burgerrecht erlegen und geben acht guldin in münz.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
13, 1
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Er vergundt eyn posse munss ze machen, die wurden genannt schinderling.
Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5850, 18
(
moobd.
,
1628
):
welche specificirte münzsorten von herrn pfarherren auf ducaten in gold verstanden werden wollen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
5, 8
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
dieśe Stadt, [...] Järliche Zinśung hundert florin in Müntz geben mueß.
Rechn. Kronstadt
1, 197, 29
(
siebenb.
,
1512
):
Er [ist] schuldig Blieben ach von des Silbers wegen muncz flor. 80.
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
2, 1
;
Toeppen, a. a. O.
2, 8, 5
;
Goerlitz, Magd. Schöff./Posen
97, 30
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
198, 4
;
Opel, Spittendorf
293, 43
;
Lippert, UB Lübben
2, 199b, 11
;
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
166, 18
;
169, 4
;
Wattenbach, Urk. Czarnowanz
132, 18
;
Chron. Nürnb.
4, 226, 7
;
Baumann, a. a. O.
486, 23
;
Koller, Ref. Siegmunds
374, 23
;
Roder, Stadtr. Villingen
129, 22
;
Geier, Stadtr. Überl.
433, 27
;
492, 1
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
153, 41
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
620
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 506, 18
;
689, 5
;
Schib, a. a. O.
43, 5/9
;
Adrian, Saelden Hort
6194
;
Welti, Stadtr. Bern
442, 6
;
483, 28
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
253, 15
;
Rennefahrt, Recht Laupen
34, 7
;
Müller, Nördl. Stadtr. S. 
644
 f.;
Chron. Augsb.
7, 391, 5
;
Gehring, a. a. O.
3, 416, 14
;
Dirr, Münchner Stadtr.
563, 31
;
UB ob der Enns
9, 808, 20
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 352, 8
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 681, 4
;
Grossmann, a. a. O.
231, 28
;
Moscouia
C 4r, 32
;
Rechn. Kronstadt
1, 177, 10
;
Rwb
9, 1004
 f.;
Schweiz. Id.
5, 467
.
Vgl. ferner s. v. (V.) 1, ,
1
 5, ,  7.
3.
›Münzstätte, -werkstatt, Einrichtung, Gebäude, in dem Metall zu geldwertigen Münzen geprägt, in dem ein Münzaustausch vorgenommen wird und in dem kleinere Handelstätigkeiten vollzogen werden können‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
die / eine m. aufangen / besitzen / haben / bauen / verneuen, die m
. [wohin]
setzen / legen
;
die m. gold schlagen
, [wo]
stehen
;
in die m. ziehen, in der m. münzen schlagen, goldgulden einwechseln, etw. in die m. brengen
(z. B.
geschmeide
) / ˹
antworten / legen
˺ (z. B.
silber
),
etw. zu der m. gehören, jn. zu der m. setzen
;
die m. des keisers
;
die m. zu Costenz / Freiburg / Lindau / Menz / Thorn
;
der beampte in der m
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
261, 25
(
preuß.
,
1403
):
5 fird. Jocob Frosch dem furmanne, das silbir ken Thorun in die monze zu furen.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 280, 17
(
preuß.
,
1416
):
daz die müntcze czu Thorun sal sien, wurde obir unsir herre homeister czu rathe die muncze in eine andere stat czu legen, daz sal [...].
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
31, 1
(
Frankf./M.
1568
):
Jn meiner Muͤntz schlag ich [Der Muͤntzmeister] gericht / | Gute Muͤntz an kern vnd gewicht.
Ralegh. America iijv,
5
(
Frankf.
1599
):
eine Rahtsperson der Statt London / vnnd Beampter in der Muͤntz daselbst.
Ermisch, Freib. Stadtr.
73, 24
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Di munce zu Vriberc sal man nicht dicker anderweiden noch vernuwen anme slage unde an den pfenningen wen zu einem male in dem iare.
Maaler
294v
(
Zürich
1561
):
Müntz / Der muntzeren werckstatt.
Chron. Augsb.
1, 321, 21
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
Anno 1429 jar war das tantzhauß new gemacht und die müntz stuͦnd daran, die satzt man auff unser frawen platz.
Ebd.
8, 146, 15
(zu
1562
):
Am freitag [...] hat der Peter Lesser, [...], in der stat mintz 20 goldguldin eingewechselt.
Zingerle, Inventare
15, 2, 9
(
tir.
/
vorarlb.
,
1477
):
in der müntz pettstatt drey.
Joachim, a. a. O.
479, 25
;
Toeppen, a. a. O.
4, 22, 2
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 71, 20
;
Leisi, Thurg. UB
5, 563, 16
;
7, 527, 9
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
217, 4
;
Chron. Augsb.
2, 182, 14
;
Dirr, Münchner Stadtr.
572, 15
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
13, 6
;
Rwb
9, 1009
;
Pfälz. Wb.
4, 1471
.
4.
›Münzrecht, vom König verliehenes Recht der Münzprägung, damit der Verfügung über das Währungssystem eines Herrschaftsraumes‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , .
Syntagmen:
die m. haben / verkaufen, von jm. empfangen (von dem könig) / innehaben, jm. die m. erteilen / geben
;
die m. ein regal sein
;
j. bei der m. bleiben
;
die m. des reiches
.

Belegblock:

Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
3024
(
Köln
1476
):
Ouch yst in
[denen
van Nuyssz
]
eyn muntz gegeuen.
Schib, Urk. Laufenb.
29, 46
(
halem.
,
1363
):
das ich [Ruͦdolff] ... geluͥchen han [...] dem raͤte vnd den burgern gemeinlich miner beden stetten zuͦ Loͧffenberg den zol, [...] mit dem gleit, mit der vͥntze (sic!) vnd mit allen rechten.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
232, 3
(
halem.
,
1384
):
das wir, die egeschriben grafen [...] mit wild benden [...], dingstetten, bi unser muͥntze, bi allen unsern gerichten [...] beliben sullent.
Chron. Augsb.
9, 127, 3
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
hat auch der bischof von Augspurg von altem her die müntz [...] von den römischen kaisern und königen ingehapt.
Thiele, Chron. Stolle
401, 15
;
Mon. Boica, NF.
1, 573, 22
;
Rwb
9, 1008
.
5.
in einer Reihe von Belegen steht
münze
für etwas Hintergründiges, für einen tieferen Sinn: in Phrasemen und Sprichwörtern (s. u.), in Metaphern (z. B.
münze
für ›Machenschaften‹), in Vergleichen (
münze
als
drek
), mit einem die Substantivgruppe semantisch dominierenden Adj. (z. B.
die falsche münze
›Falschheit, falscher Ton‹; mehrfach);
die alte münze
›alles Alte, Gute‹, mit gen. explicativus (z. B.
der rede münze
›der Kern der Rede‹,
der form münze
›die Form‹,
der flügel münze
›die Flügel‹,
die münze der materie
›die Materie‹), in Sarkasmen (z. B.
jm. münze um gold leihen
).
Phraseme:
jn. zu münze geben
›jn. zum Objekt, zum Gegenstand des Spottes machen‹;
jm. seine münze verwerfen
›auf js. Verlockungen nicht eingehen‹;
einer münze nicht kennen
›jn. / etw. als gefährlich abweisen‹; in einem Sprichwort:
alle münze hat kleinen wert
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
24, 9
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
und wil si geben zu munisse und zu quelen allen richen der erden: eyn lastir und eyn bispel und eyn sprichwort.
Luther, WA
30, 2, 115, 27
(
1529
):
Jst aber ein Bisschoffs [...] panir da, so lauff davon und sprich: Jch kenne der muͤntze nicht.
Ders., WA Tr.
2, 19, 35
(
1531
):
Die muntz [...] sein vom Teufl geschlagen, darum sollen wir sie nicht nehmen, sonder im sein muntz verwerffen.
Jahr, H. v. Mügeln
210
(
omd.
, Hs.
1463
):
sust macht min wares ticht bekant, | das ich der rede münze fant.
Ebd.
999
:
der edlen formen münze, stunt | ir wengel nach des zirkels funt.
Ebd.
1225
:
den wak in ires [Vernunst] flügels huf | gein berg in kraft sie füret uf, | und in der flügel münze sur | sie wellet hagel unde schur.
Pyritz, Minneburg
4006
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Wez sleht diner bosen zungen hamer | Muntz falsch in truwen kamer?
Lemmer, Brant. Narrensch.
93, 20
(
Basel
1494
):
Man lyhet eym yetz müntz vmb goltt / | Für zehen schribt man eylff jnns buͦch.
Ebd.
102, 44
:
Die müntz die schwaͤchert sich nit kleyn | Falsch geltt / ist worden yetz gemeyn.
Schorer, Sprach-Verd.
5, 22
(
1643
):
wie solche leichte Muͤntzen / wie weiß sie auch gesotten sind / dannoch anderst nichtes in sich haben als Kupffer am halt: Also [...].
Barack, Zim. Chron.
4, 141, 2
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
dann welcher [mentsch] hat noch ihe die münzen der materi und des gepregs halb in der Sachsenburg erkundiget?
Klein, Oswald
6, 35
(
oobd.
,
um 1425
?):
lat mich allain | hin varen in das bad, | da alle münz hat klainen werd, | neur güte werck, ob ich der hett gemert.
Ebd.
116, 24
(
1428
/
30
):
noch tröst ich mich der frummen zwar, | wie wol das heuer an dem jar | valsch böse munz hat werd.
6.
eine Abgabe in Geld.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
183, 93
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Mit ungerechter maut und steür. | mit muncz und ungelt ungeheür | auf wassern, strassen, in der meür | nemen sy in das ire.
Rwb
9, 1010
.