müllen,
V.;
als
-jan-
Bildung zur Wurzel von
ahd.
malan
›mahlen‹
(Splett, Ahd. Wb.
1, 2, 588
).
1.
›etw. zerstoßen, zermalmen, zerkleinern; (Mehl) mahlen‹.
Obd.; älteres und mittleres Frnhd.
Wortbildungen:
2
mül|eisen
›eisernes Werkzeug zum Zerstoßen, Zermalmen e. S.‹.

Belegblock:

Haage, Hesel. Arzneib.
5v, 6
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
und mule dan den verprunnen leim und temperir den mit ainem beissen aines ayes.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
216r, 19
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Der legge agrimoniam / gemúlt dar v́ber
[über die
wunden
]
so tuͦt sich die wund vff.
Eis, Albrants Roßarzneib.
123, 41
(
böhm.
,
1435
):
Welch / rozz die chelsücht hat, so nim daz chlar von xxiiij ayrn [...], und weyraͤch sol man dar yn muͤln.
Drescher, Hartlieb. Caes.
15, 9
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Sy ist poͤser gewesen denn Pylati diener, die dem gestorben Christo sein gepain nicht prechen wollten, so hat in die selb gemẃlbet und zu chlainem staub gestossen.
Winter, Nöst. Weist.
4, 181, 8
(
moobd.
,
1413
):
ob ainer leibloß hie wurt, so soll man der frauen nicht nemben gemülbetz mel, vergunen wein, verschnittens fleisch und ihr gwant.
Zingerle, Inventare
118, 1, 24
(
tir.
/
vorarlb.
,
1473
):
iii stemphel vnd i müleyssen.
Deinhardt, Ross Artzney
322
.
2.
›(Erde) auflockern, aufhacken‹.

Belegblock:

Mosler, UB Abtei Altenb.
2, 410, 25
(
rib.
,
1570
):
Verpflichtung, ihn [einen
hof
 ] mit
,sniden, sticken, graben, setzen, ubern, misten, mullen‘
[...] in Bau zu halten.