mörderisch,
Adj.
charakterisiert alle Handlungen, Haltungen, allgemein: Taten, die gegen die zeittypische Norm verstoßen oder die Anschauungen gegnerischer Parteien betreffen; im einzelnen z. B.: ›heimtückisch‹ (von Anschlägen, auch von
manschlacht
); ›zu tödlicher Auseinandersetzung tauglich‹ (von Waffen); ›zu Mord und Todschlag geneigt‹ (von einer Stadt); ›seelenmörderisch‹;
vgl.  123.
Späteres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1, , ,  2.

Belegblock:

Luther, WA
7, 257, 22
(
1521
):
dann das die teüflisch groͤssest, moͤrderisch sünd ist nit glauben der verhaissung Christi.
Ebd.
15, 335, 22
(
1524
):
ir, herr doctor, habt mich hewt in eurem sermon etwas hoch angetast und mit den auffruͤrischen morderischen geystern, als yr sy nennet.
Ebd.
18, 344
Titel (
1525
):
Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern.
Ders., WA Bibel
11, 1, 484, 25
(
1532
):
O der moͤrderisschen stad, die ein solcher topff ist, da das angebrante drinnen klept.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
517, 319
(
Magdeb.
1608
):
Jch spuͤr aber aus ewrm Hauffen / | [...] | Das euch diese moͤrdrische that / | Jn keinem weg gefallen hat.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
387b, 1
(
Frankf./M.
1649
):
solte auch wohl dieser [Mord-Geist] schaden froh selbst einen naͤheren oder besseren Weg haben erdencken koͤnnen / seine moͤrdersche Anschlaͤge in Teutschland zu Werck zu setzen?
v. Birken. Erzh. Österreich
72, 30
(
Nürnb.
1668
):
welches [Volk] neulich sich erkuͤhnen doͤrffen / seine moͤrderische faͤuste in dem blut unserer Freunde und Verwandten zubaden.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 105, 3
(o. O.
1525
):
ir
[Mönche]
habts [alte mütterlein] an der seel gemordet und sie einen diebischen mörderischen weg gewisen.
Chron. Augsb.
2, 317, 4
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
ich sech an irn [der mörder] gestalten und an irn mörderischen wören, daß sie böswicht sind.
Winter, Nöst. Weist.
4, 11, 9
(
moobd.
,
1529
):
was ist di gerëchtigkait [...] umb manschlacht in fürstlicher freihait? [...] ob das ân gfär beschäch, nit fälschlich oder mörderisch mit unabgesagten borten, so bebar er sich gleich woll wie ër waiß umb sein sach als pest als ërs kan.
Luther, WA
16, 27, 24
;
45, 410, 10
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 269, 8
;
Perez, Dietzin
1, 407, 30
;
Bachmann, Haimonsk.
116, 9
;
Pfälz. Wb.
4, 418
.
Vgl. ferner s. v.  2, .