lurz,
Adj.;
s. auch .
1.
›links‹.
Md. / nobd.
Phraseme:
die kleider zu der lurzen hand breiten
›falsch leben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  1, , , ,  1.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1020
(
rib.
,
1444
):
Etzlichen mechtichde he unverholen | Den jungen Ihesum Crist zo dragen | Up der lurtzer schulderen.
Ebd.
6537
:
An dem ende zer luzrtzer hant | Under eyme boume ich sitzen vant | Eyne vrissche ionffrowe.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
da beneven ein swert, ligende an der luitzer siden ein cruitz.
Ebd. (
Köln
1499
):
up der luertzer siden hait doin machen [...] ein alzo koestlich capell der [...] here Johan van Hirtz.
Aubin, Weist. Hülchrath (
rib.
,
1500
):
der ehr van Wevelkoven adir sin bevelhaber sall uf die rechte hant und der herr van Elssen uf die lurtze hant sitzen.
Buch Weinsb. (
rib.
,
2. H. 16. Jh.
):
wie er heimwartz gink, schouss in das bois uff dem wege an das lurtze bein.
Grimm, Weisth. (
mosfrk.
,
1413
):
wilchen der grontheirre antastet zer reichter siden, den seluen sal der vaigt antasten cer lurtzer siden.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
etteliche breiten ire cleidere zu der lorzen hant, daz sin die nach irme muͦtwillen leben.
Sachs (
Nürnb.
1550
):
[puech vom pretspiel:] Die schlechten pueff und pueff-regal, | Die gegenpueff und auch die luerz, | Das lang maist vor und auch das kuerz.
2.
›matt (vom Körper); dumpf, vernebelt (von der Wahrnehmung); geschlagen (im Spiel)‹.
Wortbildungen:
lürze
›moralische Verbiegung, Falschheit‹.

Belegblock:

Pyritz, Minneburg
916
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Du bist der smele ein wite breit, | Ein große lenge der kurtze, | Ein gerechtikeit der luͤrtze.
Ebd.
1879
:
Sie sol wißen und niht sin wenig | Daz ich ir bin undertenig | Mit luͤrtzem lybe und zeswem | Und wil under irem besem | Bis an min ende gern sin.
Ebd.
1988
:
Wie ich der synne bin so lurtz, | Ob mir noch got dez lebens gan.
Ebd.
4664
:
Auch ist der sin mir worden lurtz, | Vernihtet und vertoͤret.
Sachs (
Nürnb.
1539
):
Wer lurtz wird, zal das spiel zwifach!
Schles. Wb.
2, 828
.