1
leim,
der
 ;
zu
mhd.
lîm
›Leim‹
(
Lexer
1, 1922
).
›Leim, zähflüssiger Klebstoff‹.
Phraseme:
zum leim lugen
›aufpassen‹;
jm. den leim anstreichen
›jn. auf den Leim gehen lassen‹;
der leim siedet
›die Sache läuft‹.
Bedeutungsverwandte:
, , (
der
).
Syntagmen:
(den) l. aufkaufen / brauchen / sieden; als der l. kleben; am l. hangen, vom l. abspringen, etw.
(z. B.
vögel
)
mit l. fangen, etw. mit l. bestreichen, etw.
(z. B.
den sattel
)
in l. schlagen; ein vierling l.; leder zu l
.
Wortbildungen:
leimachtig
,
leimbaum
›Baum mit leimbestrichenen Zweigen oder Leimruten zum Vogelfang‹,
leimeid
›unverbrüchlicher Eid‹,
leimer
a) ›Leimhersteller‹ b) ›Vogelfänger‹ (a. 1601),
leimfadem
›mit Leim bestrichene Vorrichtung zum Fang von Vögeln‹,
leimfas
,
leimgerte
,
leimkleber
,
leimlade
›Leimbehälter‹ (a. 1571),
leimleder
›Lederabfall, aus dem Leim gesotten wird‹,
leimpfanne
›Pfanne zur Verdünnung von Leim‹,
leimpinsel
(a. 1626),
leimrute
a) ›mit Leim versehene Rute für den Vogelfang‹; b) ›Leimrute zum diebischen Herausholen von Geld aus einem Opferstock‹ (a. 1436; 1453),
leimschmalz
wohl ein zur Herstellung von Leim dienendes Fett (a. 1658),
leimspindel
,
leimstat
›Stelle für den Vogelfang mit Leimruten o. ä‹,
leimtränken
,
1
leimwasser
.

Belegblock:

Luther, WA
17, 1, 363, 12
(
1525
):
das wort Gottes und die heyligen schrifft [...], wilche ynn den Propheten genant wird Gottes wollen und leymeyd.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
9, 34
(
preuß.
,
1437
):
3 mandel rymen zcu gerwen, item stirnen und leder zcu leyme.
Ebd.
143, 24
(
1393
):
der snyczmeister [...] liz diz nachgeschreben gerete: [...] 5 lymvaz, item 2 oderkemne.
Ebd.
163, 2
(
1400
):
In das snyczhus czum ersten: item 800 boxhoͤrner, item 180 schok odern, item 2500 leymleder.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
222, 19
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Alsdann treibe die wasservogel gegen den leimfaden. So balt sie dann den fadem beruhren, so klebet er an dem gefieder.
Ebd.
39
:
sonst allerlei geflügel ohne netz, leim und geschütz zu fahen.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
1807
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Dise drei veinde | stark mit irren / gesinde | strichen uns irn limen an.
Fastnachtsp.
788, 20
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Ob unser einer auch also würd gefangen, | Das er an dem leim müst hangen.
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
22
(o. O.
um 1470
):
Allutarius (qui pelles et coria parat [...] eyn leymkleber.
Thiele, Minner. II,
13, 398
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
gutt frawen unnd gesellen, | [...] | land uch das kuczlin also nit bedriegen! | manch lümrutt under klob | wirt dick gemacht mit undrw.
Cirurgia H. Brunschwig
30rb, 22
(
Straßb.
[
1497
]):
Lym als do man voͤgel mit vohet.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
702, 41
(
halem.
,
1470-91
):
darzuͦ xx zenter minus ein fierling lym.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
547, 36
(
halem.
,
1536
):
das [er] ein ryttsattel mit flügel, [...] und ein frouwen sattel nach aller nodturft in lym schlache, beschnide, ädre, lym trancke.
Ebd.,
663, 9
(
halem.
,
1550
):
[daß] die lumpen, ouch der lim uffkoufft und hinweg gevertiget [werdind].
Bächtold, N. Manuel. Zugabe H. R. Manuel
333, 828
(
Zürich
1548
):
Der lim der süt, herr Bartlime!
Sudhoff, Paracelsus
10, 123, 4
(
1536
):
öl, [...] das wunderbarlich zusamen heft wie ein leim.
Maaler
270v
(
Zürich
1561
):
Leymruͦt (die) Calamus, Virga uiscata. Mit Leymruͤtlinen voglen.
Ebd.
277r
:
Lymachtig. Glutinosus. Lymer / Der papyr oder pergament vnd der geleyche͂ / auff einandern leymbt oder pappet.
Barack, Zim. Chron.
2, 499, 34
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
darneben zaigt er herr Gottfriden Wernhern die kunst, gueten leim zu sieden, und beredt den gueten herren, was grossen nutz er im schaffen, so er in leim liese sieden, mit beger, er sollte im alte brief, die nit mehr zu gebrauchen, und ander perment zustellen, darauss wellte er im den leim zurüsten.
Eis, Gottfr. Pelzb.
162, 21
(
oobd.
15. Jh.
):
des weins fewcht chlebt an den vingern als der leym oder laym.
Turmair
4, 81, 10
(
moobd.
,
1522
/
33
):
mit wildpret und vögeln, so mit jagen [...] springheusern und leim gefangen worden.
Ebd.
4, 373, 15
:
[papier] gemacht von alten hadern und haderlumpen, [...], darnach in poting und leimwasser durcheinander gerüert und in hären mödeln, wie fensterram, aufgeschöpht.
Winter, Nöst. Weist.
1, 87, 6
(
moobd.
,
1527
):
Ob ainer ainem ain leimpaumb ôn erlaubnus abschlueg, der ist zu wandl verfallen.
Ebd.
2, 630, 36
(
17. Jh.
):
Wer auf unsern grünten ân erlaubnuß jaget wilt oder aufstegket mit leimspintl oder schniern, ist zu wandl [...] funf pfunt pfening.
Ebd.
3, 211, 9
(
1322
):
necz und leimpaum sind verpoten.
Zingerle, Inventare
73, 2, 9
(
tir.
,
1484
):
ain leimphan.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
56, 18
;
Ziesemer, a. a. O.
146, 33
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 148, 23
;
3, 38, 24
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
400, 43
;
Struck, Joh. Pfannstiel
152, 51
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 182
;
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
1215
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
106, 4
;
Winter, a. a. O.
3, 300, 19
;
Bremer, Voc. opt.
44014
;
Voc. inc. teut. o
vijr
;
Schmitt, Ordo rerum
164, 27
;
Maaler
277r
;
Rot
326
;
335
;
Mylius
D 4r
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 192
;
Schweiz. Id.
3, 1058
;
1268
;
5, 1106
;
Öst. Wb.
2, 655
;
1016
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 137/8
.
Vgl. ferner s. v.
1
 6,  3,  1.