leicher,
der
.
›Person, die jm. zum eigenen Vorteil etw. vorgaukelt, Betrüger, Schurke, Gaukler; Heuchler, Schmeichler; Heuchler in Glaubensdingen‹;
vgl.
1
 12.
Wortbildungen
leicherin
(dazu bdv.: , ),
leicherisch
(dazu bdv.: , ).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Os.
7, 5
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
di vursten begunden tobin von wine, er racte sine hant mit den leichern
[
Luther
1545:
Spötter
].
Voc. inc. teut. c
vr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Betruger od’ bescheisser [...] leicher.
Ebd. kvr:
Gecke teuscher leycher.
Wolf, Rothe. Ratsged.
20, 3
(
thür.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Nue verwit sich der smeicher | Mit eime fruntlichen lachen. | Der ernst ist kein leicher, | Den gute frundt machen.
Rot
311
(
Augsb.
1571
):
Falsch, betruͤglich / Leycherisch. Falsarius / Ein felscher / betrieger / leycher / finantzer / fortheyler.
Schmitt, Ordo rerum
143, 23
(
wschwäb.
,
1. H. 15. Jh.
):
laicherin [...] petriegerin.
Ebd.
143, 23
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
betrieger [...] der erscheindt weiß vnd künstreich vnd doch nichtz ist [...] ain betrieger in warten oder layher oder lisstiger.
Bäumker, Geistl. Liederb. (
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ir laicher vnd schmaicker, jr müst gepeinigt werden. | Ker dich da von vnd ruff got an!
Karnein, de amore dt.
185, 9
(
moobd.
,
v. 1440
):
Wär aber ain weib so geittig, das sy ir lieb vnd mynn durch gellt oder guet geben wolt, daz wär nit ain rechte liebhaberjnn. Sy wär ain rechte laicherjnn vnd der lieb ain felscherjnn.
Schmitt, a. a. O.
143, 23
;