leibeigenschaft,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Rechtsstatus der persönlichen Unfreiheit und Abhängigkeit von einem Leibherrn, der regional unterschiedlich ausgeprägt war‹;
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
5, 1845
f.;
Hrg
2, 1761
.
Wortbildungen:
leibeigenschaftquittung
.

Belegblock:

Luther, WA (
1524-27
):
Die Leibeigenschafft ist nicht wider das Christlich wesen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1497
):
antreffen die libeigenschaft oder angehoricheit, frien zuck, und das bestaden zu der heiliger ê der obg. von Bischfelt [...], sollen die man und frawen, so itzo zu Bischfelt [...] sin [...], nit lipeigen sin und moegen hinder uns [...] fri ziehen, sich auch daselbs hin als andere frie Triesche lude bestaden an andere frie Triersche.
Kollnig, Weist. Schriesh.
12, 38
(
rhfrk.
,
1467
):
so ein fremdman in die zent kome, jar und tag hußheblich darin sitze und keinen nachfolgenden hern habe, ob sich myn gnediger herr des utt billich in libeigenschaft wyse underziechen mog.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1604
):
diejenige personen, so bey inen zunfftig zu werden begert, unnser des rhats diser statt unersucht zue den maisterstucken zugelassen, [...] bey unns umb das bürgerrecht angehalten, dessen aber wegen irer uf sich habender leibaigenschafft und anderer uhrsachen halben nit vehig werden konnen.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1486
):
nachdem wir vor etwas vergangnem zitt die erbern luͥt, so an die herrschaft Oltingen mit lipeigenschaft verwandt waren, sich von solicher eigenschaft haben lassen abkouffen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1559
):
nach dem hochgeachter unser gnädiger herr [...] uf vermelter jarrechnung [...] die iren von Roschach ouch in ansprach gehept von wegen der libeigenschaft, fäl und vaßnachthennen zegeben.
Maaler (
Zürich
1561
):
Befreyung (die) Erlassung der leyb eigenschafft.
Leybeigenschafft (die) Vnderthaͤnigkeit leybeigner leüten. Seruitus [...]. Einer der einen in Leybeigenschafft bringt. Assertor. Ein muͤyliche Leybeigenschafft erdulden. [...] Vmb gaͤltschulden in Leybeigenschafft kömen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 442, 16
(
schwäb.
,
1535
):
Wölche [...] so sich [...] empfrembdet hetten, und sind dannocht dieselbigen irer leibaigenschaft nicht ledig noch frei in kain weg.
Ebd.
498, 29
(
1570
):
von ainer leibaigenschaftquittung 30 kr.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1609
):
welche [...] willens seien sich zu Deitzisow einzukaufen und zu verburgern, die sollen zuforderst [...] darthun ir mannrecht, ehelich geburt und ledigzehlung der leibeigenschaft.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
was ir clag [...], sy weren beschwert mit diensten und der laybaygenschaft.
Kollnig, a. a. O.
288, 16
;
Müller, a. a. O. ;
Kläui, Urk. Hermetschwil
157, 31
;
Geier, Stadtr. Überl. ;
Köbler, Stattr. Fryburg ;
Gehring, a. a. O.
3, 55, 4
;
319, 9
;
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
65, 24
;
Golius
231
;
Hulsius
D ivv
;
Vgl. ferner s. v.  1, .
2.
›Gesamtheit der zu einem Leibherren gehörenden erbuntertänigen Personen‹; Metonymie zu 1.

Belegblock:

Hör, Urk. St. Veit
73, 25
(
moobd.
,
1353
):
Das guet am Espamb [...] sambt der leibaigenschafft dazemall gewester besitzer hat abbt Winhart durch vertrag [...] an das gotzhaus gebracht.