lehen,
das
;
-s/-Ø
;
zu
mhd.
lêhen
›geliehenes Gut‹
(Lexer
1, 1859
), Ableitung von
leihen
(Kluge/S.
2002, 565
). Im Halem. hat es möglicherweise eine zweite
mhd.
Vorstufe, nämlich *
lëhen
, gegeben (Schweiz. Id.
3, 1237
). Die Bedeutungen 3-5 mögen durch
mlat.
laneus
›Flächenmaß‹
(DuCange
5, 24
) volksetymologisch gestützt sein, sie tatsächlich von
lat.
laneus
,
poln.
lan
herzuleiten (Veith, Bwb.
323
), scheitert an lautlichen und sprachgeographischen Gegebenheiten.
1.
allgemein: ›geliehenes Gut, Leihgabe‹ (von sehr unterschiedlichen, konkreten und abstrakten Bezugsgrößen, in letzterem Falle Tendenz zu ›Gnadengabe‹); Spezialisierung dazu: ›Darlehen, für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestelltes Geld‹; im Unterschied zu 2 ohne vertragliche Absicherung, Entgeltlichkeit und oft mit der Komponente der Kurzfristigkeit; vereinzelt auch: ›Handlung des Ausleihens‹;
offen zu 2; vgl.  12.
Wortbildungen:
lehengader
›Person, die in einem gemieteten Raum einem Gewerbe nachgeht‹ (a. 1328/9),
lehenpfand
›für ein geborgtes Gut zu hinterlegende Sicherheit‹ (dazu bdv.:  1),
lehenros
›Pferd zum kurzfristigen Verleih‹,
lehenzille
›als Leihgabe zur Verfügung gestellter Flußkahn‹.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 383, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dû enhâst ez [wesunge] von gote ze lêhene niht.
Luther, WA
32, 107, 8
(
1530
):
das ich dem der es darff, einen rock, ein lehen, ein huͤlff oder rat gebe, das heist auff Ebraisch ein gnade.
M. Cunitia. Ur. Prop.
161, 46
(
Öls
1650
):
darumb empfang ich zu Lehn einen gantzen Zirkel.
Sachs
17, 491, 9
(
Nürnb.
1563
):
Als denn er seine wolbekanten | Freund [...] | Tückischer weiß denn thut ansetzen, | Mit lehen und bürgschaft zuletzen.
Köbler, Ref. Nürnberg
283, 4
(
Nürnb.
1484
):
Gesetz von gelihem gelt vnd allerlay schulde͂. vnd võ verpot das lehen den kindern zethun.
Adrian, Saelden Hort
6810
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
des sol dú jung swester min | nach Magdalum gehaissen sin | Marie Magdalene, | sit ir von Gottes lene | dù burg von uns beiden | ze tail ist us geschaiden.
Schmitt, Ordo rerum
256, 33
(
2. Dr. 15. Jh.
):
Ypoteca legende phand [...] lehenphand [...] aufligend pfant.
v. d. Broek, Spiegel d. Sünders
264, 10
(
Augsb.
1476
):
das du ime das lehen lassest lenger anston.
Schmitt, Ordo rerum
254, 19
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Mutuum wessel boorginge [...] wurgunge [...] pargung oder wechsel uel lehen.
Auer, Stadtr. München
104, 21
(
moobd.
,
n. 1347
):
Wirt ainem ain pfant geantwurt, daz lehen ist, [...], der sol daz auch vierzehen tag behalten.
Niewöhner, Teichner
280, 22
(
moobd.
,
1360
/
70
):
wann chain predig mag geschehen | an dez heiligen gaistes lehen.
Vogel, Pract. Alg. Ratisb.
96, 8
(
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
Wye lang sol N mir sein pfard leihen, daz meinem lehen glich zu sag(en)?
Winter, Nöst. Weist.
1, 922, 5
(
moobd.
,
M. 16. Jh.
):
wolt er aber uber die Thainaw an ein mull, so magers fuern hinuber [...] auf seiner aignen zillen
(Var.:
vischerzillen, lechenzillen
).
Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5950, 28
(
moobd.
,
1642
):
[die Landkutscher und]
die mit lehenrossen handlen, [...], dieselben ausleihen und in der haupt- und residenzstatt Wienn [...] wohnen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
459
;
Niewöhner, a. a. O.
412, 21
;
Golius
282
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 77
.
2.
›an einen Begünstigten (Lehensnehmer, Lehensmann, Amtsträger) zu dessen Nutznießung übertragenes Gut oder Recht (in der Regel Grundbesitz, ein Nutzungsrecht, eine Pfründe oder ein Amt)‹; vielfach tropisch (Ütr. und Metonymien), z. B.: ›mit einem Grundbesitz, einer Pfründe oder einem Amt verbundene Rechte oder Vollmachten‹; ›Rechtsstatus eines Gutes‹; ›mit der Verleihung eines Gutes eingegangenes Lehensverhältnis‹; ›Besitz‹; ›bestimmter Anteil an einem Besitztum‹; ›Lehensnehmer‹. Im Gegensatz zum heutigen geschichtswissenschaftlichen Sprachgebrauch wird in der zeitgenössischen Sprache nicht ausschließlich auf adeliges Vasallengut oder geistliches Pfründenwesen Bezug genommen, sondern auch auf bäuerliche oder bürgerliche Pacht- und Mietverhältnisse. Vom ehemals personenrechtlichen Treueverhältnis, das durch die Verdinglichung immer mehr in den Hintergrund tritt, zeugen noch der bei der Verleihung zu leistende Treueeid und bestimmte rituelle Rechtsformeln, z. B. das Einlegen der Hände.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
5, 1807
.
Phraseme:
eigen und lehen; lehen und gewere; lehen mit der hand leihen / machen; das verziegte lehen
›kurzfristig einziehbares Lehen‹.
Gegensätze:
(
das
1.
Syntagmen:
das l. aufen / aufgeben / austeilen / behalten / besetzen / einziehen / empfangen / erben / haben / leihen / nemen / niessen / stiften / verdienen / verfertigen / verkaufen / verlieren / verschreiben, jm. ein l. abdringen / aberteilen / aufsenden / befelen / entfremden / leihen; ein l. zu fal kommen, ledig werden; jm. des l. bekennen; auf ein l. kommen, auf einem l. sitzen, jn. auf einem l. haben, jn. an einem l. beschweren, jn. mit einem l. begaben, etw. in l. haben / nemen, jm. in sein l. zinsen, sich um das l. verantworten, jn. um ein l. beklagen, um l. recht sprechen, jm. etw. zu l. geben / leihen / zusagen, etw. zu l. besitzen / empfangen / machen, von jm. etw. zu l. tragen, etw. zu l. rüren / sein, etw. zum l. gehören; das alte / edle / freie / geistliche / gekaufte / gemeine / heimgefallene / ledige / mänliche / stäte / verdiente / verfallene / verschwiegene l.; der besitzer / minister, die verliesung des l
.
Wortbildungen:
lehenacker
,
lehenanwärter
(16. Jh.),
lehenausrufen
(Volksbrauch, bei dem einmal im Jahr die Dorfburschen unter sich das Vorrecht auf ein bestimmtes Mädchen verteilten. Dieses Vorrecht galt für den ersten Tanz bei Festen, implizierte aber durchaus auch die Aussicht auf eine zukünftige Heirat; zur Sache: Vilmar
240
),
lehenbank
›Lehensgericht, Verwaltungsstelle für die Lehen einer Grundherrschaft‹,
lehenbau
,
lehenbefreundete
(›Verwandter in der männlichen Linie, der als Lehnsfolger in Frage kommt‹; 16. Jh.),
lehenbegnadung
(a. 1542),
lehenbeschreibung
›Verzeichnis der zu einem Lehen gehörenden Güter und Rechte‹,
lehenbete
›Steuer aus dem Lehen‹ (a. 1576),
lehenbote
›Gerichtsdiener des Lehengerichtes bzw. des Lehensherren‹,
lehenerbung
a) ›Recht auf Lehenserbschaft‹ (a. 1530); b) ›Einweisung in ein Lehen‹,
lehenfal
›Heimfall eines Lehens an den Lehensgeber in der Regel bei Todfall des Lehensnehmers, aber auch des Lehensgebers‹,
lehenfällig
(a. 1225/6),
lehenfälligkeit
(a. 1570/71)
lehenfane
›bei der Erteilung eines Fahnenlehens (vgl. dazu: Lex. d. Mal.
4, 230
) übergebene Lehensfahne als Symbol eines direkt dem Kaiser unterstehenden Fürstenlehens‹,
lehenform
›Art und Weise einer Belehnung‹ (a. 1574),
lehenfürst
,
lehengeber
›Bevollmächtigter des Lehensherrn‹; a. 1582/3),
lehengewand
›bei der Verleihung eines Fahnenlehens vom Kaiser getragene und besonders wertvolle Kleidung‹,
lehengülte
(a. 1368),
lehenhaber
›Lehenzins in Hafer‹,
lehenhaft
(Adj.; ›unter Lehensrecht stehend‹; a. 1538),
lehenhalben
›des Lehensrechtes wegen‹,
lehenholde
›untertäniger Bauer‹,
lehenholz
›zu einem Lehengut gehörender Wald, dessen Nutzung allein dem Lehenherrn zusteht‹,
leheninhaber
,
lehenjar
(a) ›Zeitpunkt, an dem e. P. lehensmündig wird‹; 14./15. Jh.; b) ›Zeitraum, für welchen ein Lehensverhältnis besteht‹; a. 1597),
lehenjunker
,
lehenlosung
›Abgabe von einem Lehen‹ (a. 1560),
lehenlus
›durch ein Los zugefallenes Lehengut‹ (Grundwort zu mhd.
luz
›durch das Los zugefallener Landteil‹; Lexer
1, 1999
);
lehenmachung
›Umwandlung eines Allods in ein Lehen‹ (a. 1589),
lehenmanung
›Anmahnung der mit einem Lehen verbundenen Pflichten‹ (a. 1621),
lehenmeier
›Verwalter, der die Güter eines Lehensherren beaufsichtigt und dabei die niedere Gerichtsbarkeit ausübt‹,
lehenniessung
(a. 1548),
lehenpfacht
›Pacht, für eine Lehen zu zahlende Abgabe, Miete‹,
lehenpferd
›einem Lehensherrn gehörendes Pferd, für dessen Unterhaltung (Kost und Unterstellung) ein Lehensträger verantwortlich ist‹,
lehenpfleger
›mit der Aufsicht über das Lehenswesen Betrauter‹ (1. H. 16. Jh.),
lehenprobst
›Vertreter des Lehensherrn in Lehensangelegenheiten‹ (a. 1521),
lehenreich
›Abgabe der Erben beim Tode eines Lehensträgers, Handänderungsgebühr‹,
lehenrichter
›Vorsitzender des Lehengerichts, zumeist der Lehensherr selbst‹,
lehensache
›Angelegenheit, die das Verleihen von Lehensgütern angeht‹,
lehensart
(a. 1511/2),
lehensartig
(16. Jh.),
lehensberuf
(a. 1573),
lehensberufung
(a. 1512),
lehenschilling
›bei der Erneuerung oder Handänderung eines Lehens zu entrichtende Gebühr‹ (a. 1574 ff.),
lehenschöffe
,
lehenschreiber
(dazu bdv.: ),
lehensdienst
(a. 1548/9),
lehenseid
›bei der Verleihung zu leistender Treueeid‹ (zur Sache: Hrg
2, 1707
),
lehensergänzung
›Erweiterung eines Lehensbesitzes durch Ankauf, vorzugsweise mit dem Ziel, die Zerstückelung von Lehensgütern zu vermeiden bzw. den ehemaligen Besitzstand wiederherzustellen‹,
lehensfrei
›in keinem Lehensverhältnis stehend‹ (a. 1633),
lehensfreiheit
(›Recht, ein rittermäßiges Lehen zu besitzen‹; a. 1582),
lehensgabe
›Verleihung eines Lehens‹ (dazu ggs.: ),
lehensgenosse
a) ›Lehenserbe‹ (a. 1338 ff.), b) ›lehnfähiger Standesgenosse‹ (a. 1363 ff.),
lehensgewarsame
›Aufsichts- und Hoheitsrecht über ein Lehen‹,
lehensgnadbefreiung
(a. 1568),
lehensgnade
(a. 1509),
lehensgnadurkunde
(a. 1586),
lehensgrund
(a. 1417),
lehensgrundherre
(a. 1582),
lehenslosung
(›Abgabe von einem Lehen‹; a. 1560?),
lehensmorgengabe
›Lehensgut, das als Morgengabe, d. h. als Erblehen einer Frau, mit in die Ehe eingebracht wird‹,
lehensmündig
(a. 1647),
lehensnachfolger
,
lehensnachkomme
›Nachfolger, wohl schon familiärer Nachkomme eines Lehensträgers und damit Erbe von Besitz, Rechten und Pflichten eines Lehensgutes‹,
lehensperson
,
lehensschuld
(a. 1559),
lehensschuldigkeit
(a. 1619),
lehensstam
(›Gesamtheit der zur Lehensfolge berufenen Nachkommen des ersten Lehenserwerbers‹; a. 1599),
lehensteuer
,
lehenstochter
(a. 1599),
lehenstube
›Bezeichnung für den Lehenshof, speziell das Zimmer dort, in dem die Lehensangelegenheiten geregelt werden‹,
lehenstük
,
lehenuntersasse
›Lehensmann‹,
lehenwasser
›gepachtetes Fischwasser‹ (a. 1489),
lehenzeit
›Dauer einer Belehnung‹,
lehenzins
,
lehenzug
›Zusammenziehung zerstückelter Lehensgüter zu dem Zwecke, ein zusammenhängendes Ganzes wiederherzustellen‹.

Belegblock:

Luther, WA
9, 378, 32
(
1519-21
):
Ehr eyner seyn lehen faren liesse, Ehr vorleuckent eher Christum.
Ebd.
10, 3, 170, 16
(
1522
):
die do gen Rom lauffen und kaufen yn pfruͤnden, lehen oder geystlich obrigkeyt und ampt, und das heyssen sye simoney.
Ebd.
17, 2, 41, 29
(
1525
):
wie bis her die pfrunden und lehen sind aus geteylet nach freundschafft, [...], und wie auch fast alle lehen gestiftet sind umb des fegfeures und helle willen, Sondern frey, frey solltu geben.
Ebd.
47, 446, 11
(
1537
/
40
):
haltens fur recht, viel Lehen und Prebenden haben und die kloster gar ausspuelen.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
673, 7
(
preuß.
,
1386
):
17 dinst und 6 leenpferde.
Große, Schwabensp.
64a, 37
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz her nicht breue nimt vnde hat her zwene gezuͦge, de daz horten oder gesagen, daz iz iime de gewaldich waren, des zuͦ leine geligen haben, / her behalt iz seluͦe dritte nach ir tote.
Ebd.
142a, 30
:
vnde let eyn len vorste sinen denestman vri, der von ritheres art ist, der hat mittel vrien recht.
Chron. Magdeb.
2, 21, 1
(
nrddt.
,
1565
/
6
):
schrieben sie alle beide dem Keiser ihre lehn eidt und pflicht auf.
Ebd.
129, 16
(
1546
):
Darauf ist Hertzog Moritz also bald mit obgemelten seinem hauffen [...] und seind ihm folgende Lehenfahnen vorgeführt worden.
Altmann, Wind. Denkw.
174, 13
(
wmd.
,
um 1440
):
ich solt den konig bitten [...] den kinden von Bitsch [...] ir lehen zu lihen.
Chron. Köln
1, 1723
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dar na die rittere ind die kneichte | entfeingen irre leine zo irme reichte.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
334, 18
(
rib.
,
1426
):
haben die sementliche laetscheffen zu Bracht, so durch den lehenbodten dieser laetschafft darzu bescheiden, gegenwärtige roll abermahlen, [...] auf abermahlig abfragen [...] erkant, [...].
Ebd.
317, 54
(
1487
):
was ein man van lehn seinem lehnheren plichtig [is zo doin].
Grimm, Weisth.
6, 713, 9
(
rib.
,
1547
):
als eine lehen- of laetenerfung und guedung doit, hat der lehenherr einen bannseister weins, [...], und ein ieder laet davon ein bousche mit zwelf Acher heller zu bezahlen.
Aubin, Weist. Hülchrath
133, 20
(
rib.
,
v. 1593
):
sollen alle latenguter, zu dieser bank gehörig, an keinem anderen gericht [...] vererbt werden, sondern an der lehenbank zu Capellen mit urteil und recht gewonnen und verloren werden.
Ebd.
265, 24
(Hs.
A. 17. Jh.
):
die scheffen erkennen vur recht, dat sie semtliche leinlude sullen bezahlen meinen gnedigen herrn ihr lehenpfechten op vurgesagten dag.
Schmidt, St. Kastorst.
2, 467, 47
(
mosfrk.
,
1465
):
also wenig ir uns, unser geistliche lehen genemen mogent, also wenig sollent ir uns genemen mogen die burgerschaft und fryheit, die wir dann von denselben geistlichen lehen ham.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 787, 5
(
mosfrk.
,
1499
):
von dem uberentzichsten teil sal man vasnaichts braden machen vur die 14 scheffen, lehenmeiger und boden.
Ebd.
1040, 2
(
1518
):
abe man von dem hoif zu Edisheim appelleren wulde, sal das geschên zu Spangh als ain den uberhoif zu ersten, darnach ain den lênscheffen sant Simeons kirchen.
Loersch, Weist. Boppard
67, 19
(
mosfrk.
,
1597
/
1626
):
jedes lehen gebe alle jahrs denen burgermeisteren wegen des raths ein malter habern [...] und zwantzig zwen pfenning lehenzinns.
Koeniger, Sendgerichte
206, 19
(
mosfrk.
1659
):
Von dem lehnausruffen und meyspill.
Kollnig, Weist. Schriesh.
162, 9
(
rhfrk.
,
1606
):
[Daß] derselbige [vogtsjunker] und seine lehensnachkommen hergebrachtermaßen daß kleine waydwerk [...] jederzeit zu exerciren.
Ebd.
214, 11
:
Daß auch zum 3. derßelbige und seine lehensnachvolgere jederzeit [...] schultheis und gericht zu setzen und zu entsetzen.
Schottenloher, Flugschrr.
33, 18
(
Mainz
1523
):
ob iemanndts der unnsern mit einichem, [...], lehengütter oder gerechtigkeyt halb irrig würde [...], solliche sachen soͤllen [...] vor den lehenrichter [entscheiden werden].
Köbler, Ref. Wormbs
241, 39
(
Worms
1499
):
in lehen sachen da etwas vss gnaden vñ vmb verbüntnus oder dinst wille͂ einem gelihen wirdet.
Wiese, UB Wetzlar
1, 502, 9
(
Wetzlar
,
1333
):
[sie]
gebin in und erin erbin ouch darzuͦ hundert marc wert menlicher lehin noch unser beider tode. Were daz sache, daz man iz nit infunde an den lehenen, so [...].
Schwartzenbach
k vir
(
Frankf.
1564
):
Lehen / ist ein gut / das einem auß gutem willen also gegeben oder verliehen wirt / daß die aigenschafft bey den Herren bleibt / aber die frucht vnd nutzungen dem Lehenmann verfolget.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
33, 14
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Der Tot berümet sich gewaltiger herschaft, die er doch allein von Uns zu lehen hat enphangen.
Neumann, Rothe. Keuschh.
5015
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
glich alss ein konig dut lehens gabe.
Thiele, Chron. Stolle
510, 32
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
[so wir] in ouch solcher manschaft unnd leenhalben des wol pflichtig syn.
Ermisch, UB Chemnitz
65, 20
(
osächs.
,
1404
):
daz die stad czu Kempnicz von dem rathuze vor daz lehinpherd uns unde unserm gotishuze geben sal alle iar ierlichen ewigis czinses andirthalben Rynischer guͤldin.
Opel, Spittendorf
227, 6
(
osächs.
,
um 1480
):
das sie seinen furstlichen gnaden ie nicht böten zu geben vor die erste lehen, wir besorgten, unser freyheit und privilegia wurden damit geschwechet.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
85, 5
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das ir ir junkherr sulche guter zu leibgeding selbst geliehen hat, die euch von ime zu lehen ruren sollen, und Hanns Marschalck ime der lehen nicht bekennt.
Ebd.
524, 4
:
Seintmal der erbar man ime holz und bodem zusagt zu lehn mit der gewere, die er daran jar und tag on rechte widersprache gehabt und besessen hat, so sol der erbar man die lehn gegen seiner lehnfrauen behalden mit seins selbst hand.
Lippert, UB Lübben
2, 216a, 10
(
osächs.
,
1524
):
das ehr Jacob Hocher uff sein lehn kommen soll
(Anwesenheitspflicht für Inhaber geistlicher Güter).
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
56, 8
(
schles.
,
1361
):
des hat man vch eynen vrede gegebin, vch czu vorantworten vmb di selbin leen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
110, 8
(
nobd.
,
15. Jh.
):
So theilt man eim herrn von Aura den stap und das lehen.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 26, 34
(
nobd.
,
1464
):
Es solten auch jerlichen, [...] die lehenbeschreibuͤng geleszen werden.
Ebd.
157, 17
:
ein tagwerk wisen [...] sol mit dem hoffe zw lehen ruͤren.
Foltz, UB Friedb.
1, 182, 27
(
nürnb.
,
1350
):
Dez haben wir in [...] die freyheit und gnade gegeben [...], daz niemant uf ir leibe oder uf ir gut, ez sey aygen, erbe, lehen, pfantgut [...] si laden [...] mag.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
241, 9
(
Bamb.
1507
):
[ich] kuͤnde alle dein lehen [...] jrn herren ledig und loss.
Schottenloher, Flugschrr.
75, 5
(
Bamb.
1523
):
Den Fürsten bald er drutzen thar, | Seinr eern hat er wenig acht noch war. | Gar bald das lehen schreybt er uff, | Inn kurtz so kumbt der feyndtßbrief druff.
v. Birken. Erzh. Österreich
70, 35
(
Nürnb.
1668
):
[er] billichte deren Frevelthat / weil er wuste / daß sie die Graven von Habsburg und ihre Lehen-untersassen am meinsten betroffen hatte.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
51, 5
(
Straßb.
1650
):
Denn die grossen will niemand erzürnen, sondern jeder bei denselben ein bene oder Lehen verdienen.
Welti, Stadtr. Bern
46, 34
(
halem.
,
A. 14. Jh.
):
swer en burger an sinem eigen old lehen, [...] beswarte.
Ebd.
56, 21
:
daz lehen, so der vatter stirbet, erbent die erren.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
285, 10
 ff. (
halem.
,
1391
):
so sont doch si und ir lehenerben mir oder minen lehenerben zuͦ uͥnsern lehenteͣgdingen und taͤgen, da wir lehenrecht halten [...] nicht gebunden sin ze varenne, denn alleine umb dz lehen der burge [...]. und uf dz selb guͦte sont si
[Stadt Bern]
uͥnser rechten tage suͦchen und dz guͦte helfen versprechen und dz darumbe, wont inen diz lehen, dz ein gekoͮft, und nit ein verdienet lehen, inen von genaden nit ist verlihen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
11, 20
(
halem.
,
1483
):
das och sölich [...] verschribungen [...] fürgenomen [...] werden söllen [...] von den amptlüten und obern, da ain jeder gesessen oder das guͦt gelegen ist. Es wer dann, das es lechen oder hofguͦt berurti.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
334, 23
(
halem.
,
1525
):
Welicher aber vermeint, mit zuͦ vil roggenzinß beschwaͤrt [...] zesind, mag das lechen sinem lehensherren übergaͤben.
Ebd.
904, 27
(
1628
):
Es ist auch unser will, das so offt [...] einer [...] ein stuck verkauffen oder vertuschen wurde, so zuvor zu einem andern lehen gehoͤrt hette, das der ander, so den meisten theil desselben lehenguͦts, darzu das vermaͤrtet stuck gehoͤrt hat, besitzt, gwalt, fuͦg und recht haben soͤlle, [...] soͤllich stuck umb den ergangen kauffschilling an sich zezüchen und hiemit das lehen zu ergentzen. Und soͤllend unsere amptlüt uff derglychen zerstücklungen flyssig achten und dieselben nit gestatten, auch zu soͤlcher lehensergentzung, [...], gebuͤrlich verhelffen.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 337, 23
(
halem.
,
n. 1529
):
Desglichen hat sich ein unruͤewiger span erhaben [...], zwischen einem bischof von Basel, von siner stift wegen vom rich lehensgwarsame, und denen von Soloturn, ewigs burgrecht mit angelegter hand fürwendende.
Merz, Urk. Wildegg
151, 10
(
halem.
,
1574
):
so oft sich die Lehenleute auf jedem halben Teil werden aͤnderen vnd das lechen zuͦ vaal khommen, sollend desselben halben theyls erben es vom Lehenherrn ze empfahen [...] schuldig syn.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
222, 20
(
halem.
,
1615
):
sollendt unsere amptlüth dem treger zuͦ söllichem billichen lächenzug und ergentzung, [...] rechtlich verholffen syn.
Merk, Stadtr. Neuenb.
50, 10
(
nalem.
,
1415
):
daz wir vor zeiten mit unserm herren dem kunig etwas red hetten, daz er uns etlich stett solt ze lehen machen.
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 90, 8
(
whalem.
,
1484
):
was nit allein der fúrst von Oesterich, [...] sunder gar vil mer schuldig sin lantvoͤgte, raͤt und ander edlen, die er uf sinen emptern, lechen und diensten [...] hat.
Maaler
13v
(
Zürich
1561
):
Allmender / Der das lehen einer allmend oder deß gemeinen vychs empfangen hat.
Ebd.
267r
:
Lehen / Bauwrenhoff. [...]. Lehenacker den der zoller zeweyden vmb ein bestimpte sum͂ gaͤlts außleicht. [...]. Lehenschreyber. Scriptuarius.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
301
(
Genf
1636
):
Lehnjuncker / n. Qui tient quelque chose noblement.
Müller, Stadtr. Ravensb.
204, 20
(
oschwäb.
,
um 1429
):
Welher burger dem andern sin lehen anfallet.
Müller, Nördl. Stadtr.
19, 32
(
schwäb.
,
1348
/
50
):
swaz dannoch daz kinde guͦtes haut, ez si aigen, lehen, pfantschaft oder beraitschaft, daz sol alles andern sinen geswistergiden werden.
Morrall, Mandev. Reiseb.
25, 26
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
ir sollend wissen das der Soldan von Egipten mag hon, sunderlich die lehen von im hond, zwaintzig tusent gewappetter man.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 4, 24
(
schwäb.
,
1411
/
12
):
Von Hirsow 27 m. (mit lehenhabern), Wurmlingen 20 m., [...] Kalgwil 24 m. (mit lehenhabern).
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 238, 5
(
schwäb.
,
1511
):
[das] yeder, der [...] Dorndorff mitsampt dem gericht, zwyng und pänn von uns oder unsern nachkommen [...] zu rechtem lehen innhat, rechter gerichtzher [...] sin soll.
Ebd.
255, 4
(
1546
):
Welcher unser leibaigen man oder frau, auch ieder unser insäß und lehensperson sich ohne unseren willen verhewratet.
Ebd.
309, 26
(
1502
):
das gedacht gotzhus Ochsenhusen [...] erblichen anfal uff und by allen [...] güttern nymmermer haben [...] solle, es wer dann durch den lehenfal.
Ebd.
468, 3
(
1570
):
nachdem ich [...] ain echter ainiger lehensinhaber und besitzer der herschaft sampt aller derselben zugeherd bin.
Ebd.
627, 28
(
1672
):
Ebenmäßig solle auch keiner kein lehenagger ungebawen und wüest ligen laßen.
Chron. Augsb.
8, 354,
Anm. 1 (
schwäb.
, zu
1548
):
da liche der kaiser Carollus dem hertzog Moritzen lehen under den fanen offentlich in Seiner kay. mt. kron und lechengewand.
Bastian u. a., Regensb. UB
116, 8
(
oobd.
,
1357
):
welher tayl je seines briefes ze seiner lehenzit dem andern nicht geben wolt, so ist je derselb ze derselben zeit gevallen von seiner lehenschaft.
Klein, Oswald
112, 239
(
oobd.
,
1432
):
Was von dem reich zu lehen ist, | das mag sich zwar zu kainer frist | auss seinem recht enziehen nicht.
Gereke, Seifrits Alex.
2653
(
oobd.
, Hs.
1466
):
[Darius] hies pey dem hals gepietten | allen den dew von im hietten | lechen oder urbar.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
135, 25
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
[der kayser] schueff pey verlyesung irer [lanndtlewte] lehen, den Vngrischn den frid abzesagen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
18, 16
(
noobd.
,
1306
):
swo im und sinem gotzhus ein altez lehen ledich wirt oder erbloz, oder swo ich ein verswigens oder ein vervallens lehen an in bringe.
Ebd.
247, 36
(
1333
):
der selb zehend wer siner wirtin und sin reht lehen und er heite in gevordert an minen herren.
Fuchs, Urb. Göttweig
322, 8
(
moobd.
,
1321
):
unum lehenluz, que tota pertinet ad ecclesiam.
Auer, Stadtr. München
157, 27
(
moobd.
,
n. 1347
):
[Swer] spricht, er hab ain lehen, und wizz seins rechten lehenhern nicht, [...] dem sol man forsch geben biz auf daz naechst taeding.
Ebd.
187, 22
:
Ez mag chain man seinem weib auf seinem lehen chain morgengab geben ân seines lehenheren hant.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 130, 14
(
moobd.
,
1355
):
Vnd haben auch wir in den egnanten hoff mit dez vorgnanten hern perchtoltz des Æusenhouers hant von Ruckenstain fuͤr ain rechcz ledigs lehen geuertigt.
Ebd.
281, 31
:
sol auch die mezz ewichlich zw lehen gen von der herschaft von Payren.
Ebd.
399, 21
:
Ich verzeich auch mich mit krafft dez briefs dez egenanten meins halbs lehen mit aller seiner zugehorung.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
165, 22
(
moobd.
,
1364
):
daz wir alle vnser habe [...], ez sei an eygen oder an lehen, [...] næch vnserm tode erben wellen auf [...] vnseriu eniclein.
Hör, Urk. St. Veit
1368
(
moobd.
,
1368
):
daz wıͤr [...] verchauft haben [...] ain garten, der [...] vnser rechtez lehen ist von dem abt [...] vmb den gewoͤnleichen czins.
UB ob der Enns
9, 248, 13
(
moobd.
,
1377
):
ein behousts Lehen [...] mit alle dem dienst als vns das vnser vater sêlig lazzen hat, vnd ein Lehen Paus auch daselbens gelegen.
Ebd.
9, 674, 23
(
1379
):
der guͤter vnd erib ich ingenomen vnd besessen hann ze hilff vnd zu tröst ein ewigs selgerätt [...] mitt meiner aigen Hab, die ich von Gott ze lechen hann.
Ebd.
10, 880, 17
(
ca. 1380
):
Hanns der Luger hat ze lehen: [...] 13 zehenthäwsel auf jedem haus die vierden garb vnd hat auch davon geben allew jar in vnser vrbar gen Chamer phunt phenig ze lehenstewr.
Herzog, Landsh. UB
505, 10
(
moobd.
,
1382
):
allez daz, daz ich von meinen herren genaden ze lehen von in gehabt han, daz seyn hawͤser, toͤrr, graben, wismat oder was.
Vogel, Salb. Heiliggeistsp.
62, 14
(
moobd.
,
n. 1390
):
1 chaͤs ze ostern, [...] II huͤner [...], vnd ist lechen von dem Maͤchsenrainer.
Roth, E. v. Wildenberg
148, 28
(
moobd.
,
v. 1493
):
der fürst kam, [...], das lehen wär im ledig worden [...]; und das lehenstück hiet er widerumb verrlihen und damit gehandelt als lehensrecht wär.
Winter, Nöst. Weist.
2, 283, 2
(
moobd.
,
1513
):
die vier lechenholden [...] sein schuldig drei halb tag zue robathen.
Bischoff, Steir. Landr.
98
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Man sol auch chawfte lehen machen mit der herren hant. Man sol alle aigen machen mit der erben hant, oder ez hat nicht chraft.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
61, 25
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
Da ain lehenguets-inhaber todts vergeet, sollen seine erben schuldig sein, solchen fahl bei der lechenstuben in jar und tag anzuzaigen und ir lehenraich zu bezallen, im widrigen solle man das lechen verwirkt haben.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
147, 3
(
tir.
,
1525
):
das auch die verzickhten lehen abgestollt [...] werden.
Ebd.
183, 21
:
Weiter so beschwǎrn wir ǔnns, das die ambtherrn die lechholtzer und staǔdenwald fǔr schwartzwǎld freyen wellen.
Luther, WA
9, 712, 5
;
17, 2, 41, 29
 f.;
41, 94, 19
;
45, 292, 34
;
ders. Hl. Schrifft.
4. Mose 27, 20
(Marg.);
Thiele, Minner. II,
26, 130
;
29, 126
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
5, 23, 26
;
151, 29
;
Hilliger, a. a. O.
349, 23
;
Kollnig, a. a. O.
114, 32
;
189, 27
;
Redlich, Qu. Ratingen
64, 19
;
Karnein, Salm. u. Morolf
176, 4
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
172, 20
;
229, 21
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7445
;
Kurz, Waldis. Esopus
4, 39, 69
;
Goerlitz u. a., Magd. Schöff./Schweidnitz
216, 4
;
Kisch, a. a. O.
84, 9
;
97, 3
;
820, 7
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 22, 24
;
92, 14
;
160, 13
;
v. Birken. a. a. O.
87, 41
;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 243, 12
;
Leisi, Thurg. UB
7, 63, 20
;
377, 13
;
8, 380, 1
;
Merz, a. a. O.
32, 3
;
Kläui, Urk. Hermetschwil
52, 5
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
170, 30
;
Rennefahrt, Recht Laupen
285, 30
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
58, 3
;
90, 25
;
118, 13
;
169, 11
;
Hauber, UB Heiligkr.
1, 629, 8
;
2, 31, 33
;
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
52, 4
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
74, 8
;
Sappler, H. Kaufringer
12, 280
;
Koller, Ref. Siegmunds
330, 8
;
Chron. Augsb.
1, 68, 6
;
8, 375, 7
;
Koller, a. a. O. II.
172, 21
;
Steinberger u. a., a. a. O.
320, 40
;
530, 41
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 247, 60
;
Auer, a. a. O.
157, 27
;
Vogel, a. a. O.
1, 137, 33
;
175, 26
;
431, 3
;
514, 26
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
225
;
245
;
Bischoff, Steir. Landr.
83
;
87
;
90
;
100
;
130
;
165
;
199
;
Maaler
523r
;
Rwb
8, 881
 f.;
898
;
919
;
930
 ff.;
Pfälz. Wb.
4, 878
;
Vorarlb. Wb.
2, 252
;
Schweiz. Id.
5, 1235
;
Schwäb. Wb.
4, 1112
.
3.
›Bergwerkslehen; Grubenfeld‹; ütr.: ›Abbaurecht‹; Spezialisierung zu 2; offen zu 4.
Md., östl. Inseldeutsch; bergbaubezügliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
, ,  5, , .
Syntagmen:
ein l. bauen / behalten / empfangen / haben / messen / muten / übergeben / umwandeln / verleihen, an sich bringen, jm. ein l. weisen; etw.
(z. B.
schächte
)
in seinen l. haben, aus seinem l. faren; des l. gebrauchen; verleihung des l
.
Wortbildungen:
lehenarbeiter
(a. 1551),
lehenstempel
›Grenzmarkierung des Grubenfeldes‹,
lehenstolle
,
lehenzettel
›Bescheinigung des Bergmeisters über die Belehnung eines Grubenfeldes‹.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 115, 13
(
md.
,
1499
/
1500
):
So ymandt tzu dem bergkmeister kome, vnd begeret ein tzechen, als die yns frey gefallen sey yn lehen tzuentpfahen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
96, 14
(
omd.
,
um 1559
):
erwuchße darnach hader daraus, hierinnen sol sich der berckmeister, wo die maßen im lehenzettel nicht außgedruckt, nachn berckbuch richten.
Ebd.
72, 5
(
1563
):
das jeder, so neulich ein lehen an sich bracht, das wochengeldt im ersten quarthal auch verschonet.
Ebd.
74, 5
:
do einer mehr dann ein lehen, doch nicht weit von einander, und nicht uf allen bauen kan, sondern umbwechselt, solle er jede rechnunge oder zum lengsten acht tage hernach solche lehen, wo er das quartal nicht zu bauen vermainet, benomben [...] laßen.
Ebd.
79, 15
:
so auch einer dem andern sein lehen uf schein ubergeben [...] wuͤrde.
Ebd.
85, 20
:
Wan ihr zwene zugleich ein lehen gemuth hetten.
Ermisch, Sächs. Bergr.
9, 7
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
So sal der bergmeister nemen dy snuͤr und [...] sal messen eyn halb lehin ym, denne eyn ganczes, dy gehoren czu der funtgruben; und sal denne messen eyn lehen und aber eyns, das heysen endilste lehen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 6, 16
(
schles.
,
1529
):
[Wir] bekennen etc., dass wir [...] herrn Hansen [...] einen erbstollen [...] bis in die obgenannte fundgruben und massen und bey allen solchen obgenannten lehnenstollen und massen eine wher [...].
Piirainen, Igl. Bergr.
23, 2, 19
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
ain Erbhafftig(er) Stollen, und Siben lechn, die da ligen in der Marschaide.
Ebd.
29, 2, 9
:
Derselb newfennger hat daz Recht oder masz, das sein soll, gworkhen, maz hin, als lannckh sein Lechenn ist, vnd hat er mer Schächte in seinen lechen [...] vnd ist Er vß seinem lechen gefarn, in ain freyes, vnd hat er daz ärzt funden.
Ders., Stadtr. Kremnitz
12
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Wie der dem das leh(e)nn geweist ist mag bei dem Leh(e)nnstempell onsicz(e)nn vnnd seine(e) widertail in seine(m) veld oder tzeh(e)nn schleg treib(e)nn. [...] dem das leh(e)nn geczog(e)nn vnnd geweißet word(e)nn ist der mag beÿ dem lehnnstempe(e)l ancisz(e)nn, vnd er mag dem ander(e)nn tail In sein veld zech(e)nn, oder schleg treib(e)nn.
Löscher, a. a. O.
85, 21
ff;
91, 23
;
95, 26
;
111, 14
;
133, 7
;
Ermisch, a. a. O.
13, 1
;
86, 22
;
Wutke, a. a. O.
20, 69, 5
;
154, 21
;
23
;
25
;
21, 24, 22
;
106, 34
;
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 208/9
;
Veith, Bwb.
322
.
Vgl. ferner s. v. ,  3,  27,  12,  16,  4.
4.
eine Maßeinheit; im Bergbau: ›Längen- bzw. Flächenmaß (jeweils 7 Lachter in der Länge und in der Breite)‹; im Weinbau: ein Volumenmaß; Metonymie zu 3.
Wortbildungen:
lehenfeld
›abgemessenes Abbaufeld‹.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
136, 34
(
omd.
,
um 1600
):
Sieben lachter ist ein lehnfeldt böhmisch oder Joachimsthaler maas.
Ermisch, Sächs. Bergr.
22, 8
(
osächs.
,
15. Jh.
):
das er bewysen mag, das er sebin lochter [truckent ader] treuget eyns lehens tyff [...]. Wo er der tuͤffe nicht enhat, also vor gesprochen ist, do ist irleuͤblich us virdehalben lehen eym yczlichen manne czu buͤwen.
Ebd.
54, 5
:
Daz lehen hat syben lochtyr zcu rechte.
Klein, Oswald
32, 23
(
oobd.
,
1423
):
Da mit so wirt vergolten das, | ain jeder metz nach seinem lehen mit der mass.
Piirainen, Igl. Bergr.
22, 2, 23
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
das Er beweisen mag, Das Er Sybenn lachter, trickent, oder treugennd, vnd aines lechens tieff.
Ermisch, a. a. O.
4, 3
;
42, 5
;
10
;
Piirainen, Igl. Bergr.
23, 2, 17
;
ders., Stadtr. Kremnitz
1
;
8
;
12
;
14
;
139
;
Veith, Bwb.
322
.
5.
›Grundstück mit der Größe einer halben Hufe bzw. von 30 Morgen‹; Spezialisierung zu 2 durch Festlegung der Grundstücksgröße.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 23, , .

Belegblock:

Aubin, Weist. Hülchrath
89, 30
(
rib.
, Hs.
1. H. 17. Jh.
):
Es soll kein lehen voirgeschr. geteilt oder verteilt werden weiters, dan in vier teil, von welchen jegliges lehen nit min halten oder behalten soll, dan dreißig morgen.
Ebd.
265, 33
:
Was oder wieviel sall ein lehen lands und guter haben? Scheffen: [...] ein ganz lein sall haven 30 morgen lands.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 306, 15
(
nobd.
,
um 1428
):
Heintz Hofman [...] gibt jerlichen von einem halben lehen und von einem dritteyl eins halben lehens 48 pfenning.
Ebd.
10, 22
(
nobd.
,
1464
):
Hansen Poppen auf eym lehen 2 meczen korns.
Ebd.
94, 5
:
die von Zenne legen stewer auf die zwey halbe lehen wider got der herren freyheit.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 105, 16
(
schwäb.
,
1550
):
der dritt [bann] in das Heuser ror hinauß, im Newheuser weeg der erst biß uff des Michel Breinings lechlen.
UB ob der Enns
9, 906, 25
(
moobd.
,
1380
):
her Ruͤmhartt [...] vnd Hânns [...] habent ze lehen an dem Tûrn [...] zway lehen vnd datz dem Wêrnhers zwaÿ lehen in derselben pharr.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 1912, 3
(
moobd.
,
1412
):
[Abt Johann von Melk verleiht]
Paul dem Würffel zwai tail getraidzehent auf dreuczehen halb lehen, [...], zwai tail zehent auf 52 jeuch achkern.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
119, 18
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
meiner herrn mairhoff sind zway gancze lehen vnd ein mullehen.
Ebd.
302, 30
:
die behausten lehen, darauff mein herrn von Liechtenstain ganczen zehent, grossen vnd chlainn.
Brinkmann, Bad. Weist.
99, 36
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 108, 1
; 9;
201, 5
;
251, 2
;
307, 11
;
Nyberg, Birgittenkl.
1, 43, 38
;
Fuchs, Kart. Aggsbach
177, 14
;
Schmitt, Ordo rerum
34, 9
.
Vgl. ferner s. v. .
6.
›Akt der Verleihung eines Lehens an einen Lehensnehmer und dessen huldigende Entgegennahme; rechtmäßige Investitur eines Lehensnehmers in seinen Besitz‹.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 130, 10
(
nrddt.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
ward die obberührte werbung repetiret von wegen H. Moritzen von Sachsen umb die Lehen und die gesamte beleyhunge abermals angelangt und gebeten.
Opel, Spittendorf
268, 5
(
osächs.
,
um 1480
):
das unser herr von Magdeburg verpflicht were, die erste lehen umbsonst, ane gift und ane gabe, zu thun.
Ebd.
275, 29
:
wie die erste lehn von allen bischoffen den burgern in der stadt umbsonst geschehen was.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
123, 3
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Haben die drei vettern sich mit dem lehn also gehalten: welcher unter ine queme gein Neubenburg, das der lehn von irer aller wegen [tue].
Maaler
267r
(
Zürich
1561
):
Lehen (das) Empfahung deß lehens. Redemptura.
Opel, a. a. O.
411, 28
;
Rwb
8, 892
.
7.
›Lehensrecht, Rechtsgrundsätze, die die Verleihung von Lehen regeln, Rechte, die durch die Verleihung gewährleistet sind; Lehensverpflichtung‹.
Vorwiegend Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
mit lehen zu etw. gehören
.
Wortbildungen:
lehenmässig
›entsprechend dem Lehensrecht; mit dem Lehensgericht (bestehend aus dem Lehensherrn und anderen Lehenträgern)‹.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
670, 13
(
thür.
,
1421
):
dor wedir sprach der lantgrave, man sulde ir [die stat] nicht vorstoren, wen sie gehorte mit lehne zu seyner herschaft.
Rennefahrt, Gebiet Bern
8, 7
(
halem.
,
1468
):
Peter Roß [...] gelopt [...], der statt von Bern von der lechen wegen mit gantzen truͥwen [...] pflichtig zuͦ sind und alles das ze tuͦn [...], was ein lechenman sinem lechenherren billichen und von der lechen wegen tuͦn [...] sol. Ich [...] loben ouch inen [...] die megenanten vortraͤger [...] by den lechen zuͦ beschirmen und ze hanthaften, alles nach lechen- und landsrecht.
Hauber, UB Heiligkr.
1, 323, 8
(
schwäb.
,
1355
):
ob der vor beschriben zehend den vor beschribenen gaistlichen frowen anspraͤchig wurd von lehens wegen.
Rössler, Stadtr. Brünn
376, 36
(
mähr. inseldt.
,
1. H. 14. Jh.
):
[disem] gebot und gesetz und disem lehen geb wier unser vesteu westetikait czu einer ewigen geczeuchnusse.
Bischoff, Steir. Landr.
89
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wann man chriegt vmb veld oder vmb holcz, [...] so sagent wol pawrn darumb mit recht; ist sein aber mer
[als
5 tagwerch
]
, so müzzen edel lewt darumb sagen. Ist ez lehen, so sagent lehenmessig darumb.
Küther, UB Frauensee
203, 29
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
48r, 16
;
Rwb
8, 892
.
8.
›einmalige oder regelmäßig abzuliefernde Abgabe, Gebühr bzw. Dienstleistung als Gegenleistung für die Verleihung eines Lehens‹.

Belegblock:

Hilliger, Urb. St. Pantaleon
552, 7
(
rib.
,
1663
):
das der hoff zu den luden von den patribus societatis Iesu nicht mochte gekauft werden und also unsere mantkammer sambt den zehenten vor der Weyerporzen auch alle lehn und churmoden nicht mochte geschmälert [...] werden.
Gille u. a., M. Beheim
110, 179
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
die lehen werden zwungen gar | vam newen kaisertame.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 2, 17
(
schwäb.
,
1411
/
12
):
Von ainem winzehenden ze Tübingen 4 lb. Von Töttingen dem dorf 3 lb. h. von lehen.
Dirr, Münchner Stadtr.
69, 13
(
moobd.
,
1314
):
daz wir si ledich sagen aller stiure, bete, gabe, lehens, porgschefte, beschatzung.
Opel, Spittendorf
38, 4
;
Rwb
8, 892
.
Vgl. ferner s. v. (Adj.) 4, .
9.
›Zeichen, Symbol einer rechtmässigen Lehensübertragung als Ausdruck des verliehenen Rechtes‹; anschließbar an 2.
Syntagmen:
jm. l. schicken
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
316, 1185
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
der keisir im vorlênte daz, | daz er sold an banire, | an wâpin, an zimire | vuͥrin des richis zeichin. | Diz lên ouch solde reichin | an di meistre allentsamt, | di nâch im quêmen an daz amt.
Rwb
8, 893
.