laut,
Adj.
(+ Uml.).
1.
›akustisch deutlich hörbar; deutlich erkennbar, offensichtlich, unzweifelhaft‹.
Phraseme:
(der rede) laut werden
›etw. sagen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,
2
 1, (Adj.) 1,  1,  3, .
Gegensätze:
 2.
Syntagmen:
l. antworten / beten / erseufzen / lachen / reden / rufen / schreien / singen; etw. l. sagen, von sich geben; etw.
(Subj.)
l. erhallen / erklingen
(z. B. vom
schwert / ton
gesagt);
lauter krisch / pracht / schal; mit lautem klaffe / ruf / ton, mit lauter rede / stimme
.
Wortbildungen:
lautes
(Genitivadverb),
lautredig
,
lautschallig
(a. 1592),
lautschreier
›Schreihals‹,
lauttönig
.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 165, a,
2
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der koůfman der sol dre stůnt růffen deme zolner, so her lůtest mach.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
12562
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Unde riefen harte lute | Gliche mit einer zungen: | ,Heil sie Gote gesungen‘.
Ebd.
18490
:
Swer dich an die wangen sla, | Daz ander wange im but, | Nimmer wirt der rede lut.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
267, 187
(
Magdeb.
1608
):
Die mittel Lautschreyer Cartheuser | Graw Barfußmuͤnch die klein Drecksheuser.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
3357
(
rib.
,
1444
):
So sagen ich dat ich lude noch stille | Dir neit antwerden en darff.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
327
(
Köln
1476
):
Luyd rieffen sy: ,allarm, allarm!‘
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 22, 7
(
Köln
um 1490
):
Dae schree er, das ess lude erhalle.
Rosenthal. Bedencken
25, 8
(
Köln
1653
):
Wer sol nit laut sagen / es sey ein naͤrrisch ding.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
116
(
mrhein.
,
um 1335
):
Der rufet mit ludem schalle, | daz er ime wole gevalle.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
129, 19
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Da ließ Abrye eynen luden krysche.
Ebd.
146, 23
:
Warakir sange als lude vnd als lange das die morder sin stymme alles hortten.
Froning, Alsf. Passionssp.
6077
(
ohess.
,
1501ff.
):
myner [Maria] clage ist worden me, | sint du
[Jesus]
[...] | widder mich nicht machts werden lut!
Luther, WA Bibel
6, 474, 11
(
1522
):
sprach er [man] mit lauter stymme, stand auff.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
119, 3
(
thür.
,
1474
):
so danne beyde part in yren schrifften ettlich fryheit unde statgewonheyt uffbrengen, dy danne sal inhalden, ußdrugken unde lutt von sich gebin.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
445, 4395
(
Zwickau
um 1540
):
Die Hund solln pellen [...] | Laut uber laut biß auch im hymel nauff.
Gille u. a., M. Beheim
267, 96
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sy hat auch [...] | ain senffte sprach mit lautem klaff.
Ebd.
430, 41
.
er rufft mit lautem tasse | und sprach wider in.
Dasypodius
368r
(
Straßb.
1536
):
laut oder wolgestüm͂et. Querulus [...] Lautredig. Clamosus.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 188, 19
(
Hagenau
1534
):
hat eyner [...] mer den eyn mal zu Rom laut geschriehen / Yederman solt Gott furchten.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
540
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Davids des kúnges rittern drÿ | [...] | Der starken maͤchtigen vient schar | Durchbrachend lut und offenbar.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
299
(
Genf
1636
):
Laut / mit heller vnnd klarer stimm.
Sappler, H. Kaufringer
2, 68
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
da hort er gar ain luten pracht | und gar ain fraißsamlichs gedös.
Ebd.
30, 80
(Hs.
1472
):
zuo dem wild habent sie alte hunt, | die laufent nicht laut zuo aller stunt: | es sint alte minnespil, | [...] | und laufent nicht laut auf der pann | und jaget manns doch an die hegg hinan
(möglicherweise hier als ›schnell‹ zu verstehen).
Barack, Zim. Chron.
4, 43, 10
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
do facht sie erst an, leuter zu schreien und den pfaffen zu plagen.
Rot
341
(
Augsb.
1571
):
Proclamirn, Offentlich mit klarer lauter stim͂ ruͤffen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
142, 17
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô die jaghunt seinen schaten berüerent, sô verliesent si ir stimm und laufent nümmer lautes.
Ebd.
192, 14
:
daz er [han] in der naht läuter und vester singt.
Schmitt, Ordo rerum 270, 9.
1
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Strepere rumpelln lawt sein toben rawschen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
342, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do ergieng / ain puneis gar mit lauttem don.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
11, 7
(
tir.
,
1464
):
die pusaun, die da laut ist erhëlen.
Karnein, Salm. u. Morolf
338, 4
;
699, 5
;
763, 1
;
770, 5
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
28, 10
;
Alberus, Barf.
107, 9
;
Kurz, Murner. Luth. Narr
1163
;
Sappler, a. a. O.
3, 141
;
6, 196
;
7, 224
;
Klein, Oswald
16, 48
;
Dirr, Münchner Stadtr.
387, 28
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
293
;
Moscouia
D 2r, 21
;
Kummer, Erlauer Sp. 
6, 228
;
Hulsius
L iv
;
O iijv
;
Maaler
265v
;
Rwb
8, 777
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 146
.
Vgl. ferner s. v.  1,  2,  1.
2.
›öffentlich bekannt‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 288, 16
(
rib.
,
1574
):
die kaufleut fielen mit der mennigden druff, die vil bares geltz hatten, das sei uffgegolten worden, dan das laut war weit und breit.