lau,
2
lab,
Adj.;
zu
mhd.
lâ, -wes
›lau‹
(
Lexer
1, 1805
).
1.
›lauwarm, von der Temperatur her als mässig warm wahrgenommen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , .

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
421, 10291
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Nû was der wintir alsô lâ.
Eis, Albrants Roßarzneib.
142, 16
(
preuß.
,
2. H. 15. Jh.
):
so nym essig [...] und rost abegewetzet und gebroten pfeffir gestossen. so las das mitenander lap werden.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
130, 12
(
Frankf.
1535
):
so man den [stein] in siedend wasser thůt so macht er es kalt vnd lawe.
Arndt, biechlin
C iiijr
(
Freiburg
1523
):
solt du weschen dein hend [...] In dem summer mit kaltem wasser / vnd in dem winter mit lahem wasser.
Palm, Veter Buoch
32, 4
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Die vligen geturren zv dem wallenden haven nicht kumen. Wirt er la, so siczent sie druf vnd machen wurme.
Keil, Peter v. Ulm
267
(
nobd.
,
1453
/
4
):
daz
[Medizin]
gib jm in labem wein zu trincken.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
204v, 11
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Nim huͤnr / smaltz vnd troff das lawes in die oren.
Ebd.
213v, 21
:
Nim des / wissen bilsen somen vnd temper den mit / lawem wasser.
Niewöhner, Teichner
572, 58
(
önalem.
,
um 1433
):
aber in orden sich begeben | und der gehorsam wider streben | [...] | daz ist weder haiß noch la.
Maaler
265v
(
Zürich
1561
):
Lauw / Warmlaͤcht / Zwüschend kaltem vnd warmen.
Bauer, Geiler. Pred.
467, 14
(
Augsb.
1508
):
muͤgen und zürnen ist gegen ainander zu gleychen als lauw und haiß.
Schmitt, Ordo rerum
457, 5
(
oobd.
,
1436
):
Tepidus mittelwarm [...] lab [...] milch warm [...] halbwarm oder mitterleich warm.
Turmair
4, 800, 24
(
moobd.
,
1522
/
33
):
wolt er nit essen, aber ein wenig lâbes wasser trank er.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
89, 28
;
395, 12
;
Bastian, Runtingerb.
2, 24, 19
;
Rohland, Schäden
460
;
Dasypodius
366r
;
Maaler
114r
;
265v
;
482r
;
Vgl. ferner s. v. .
2.
›lau, ohne jedes Feuer, nicht begeisterungsfähig, unmotiviert, lasch; unschlüssig, nicht fähig, sich für etwas vollständig zu erwärmen‹; als Ütr. zu 1 vom Inneren (z. B. der Seele, dem Herzen) eines Menschen und dessen Gefühlen gesagt; offen zu 3.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
118, 330
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
daz des gelaben hicz | nit gar czu lawe würte.
Sachs
23, 19, 27
(
Nürnb.
1553
):
Es ist gancz lab und kalt | Worden all lieb.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
8, 258, 6
Var. (
Straßb.
1466
):
Also ist auch das zitternt hertz
[Var. Augsb. ca. 1475:
das lab hertz
].
Bihlmeyer, Seuse
227, 9
(
alem.
,
14. Jh.
):
Wa ward ie herz so hert, wa wart ie sel so kalt und so lawe, die dinú suͤzen lebenden minnendú wort horti, dú da so úbermesseklich fúrin sint, es muͤz erweichen und erhitzen.
Bachmann u. a., Volksb.
252, 7
(
alem.
,
15. Jh.
):
zue tugenden bist du gereiczet, zue sunden schnele, zue andacht läwe, zue gottes dienst sumig.
Rieder, St. Georg. Pred.
323, 9
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
die andern die loͤschent den hailgen gaist: daz sint die lawen lút.
Maaler
265v
(
Zürich
1561
):
Gantz Lauw / dz kein gnad oder liebligkeit nit hat. Frigide. [...] Lauw. Ieiune. Schlaͤchtlich. Frigidè.
Ebd.
465r
:
Vnlaͤblich / Lauw predigen.
Vetter, Pred. Taulers
297, 17
;
20
;
Kurrelmeyer, a. a. O.
2, 480, 10
Var.;
Hubert, Straßb. lit. Ordn.
149, 12
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
212
;
Schweiz. Id.
3, 1538
.
3.
›nachlässig, faul, lasch; (in Bezug auf Bestrafungen) mild, nicht streng genug‹; von Handlungen und Handlungsdispositionen gesagt.

Belegblock:

Schöpper
29b
(
Dortm.
1550
):
Piger. Träg faul lǎw schlefferig aßmerlich maßleidig vnfrutig.
Buch Weinsb.
1, 57, 14
(
rib.
,
um 1560
):
wann ich aber leu zum haspelen wart.
Strauch, Schürebrand
30, 26
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz uwer lützel zůkere vil schinent und uwer lewes minneloses kleines gebet und u̇bungen gros und begirlich wurt dem himelschen vatter.
Jörg, Salat. Reformationschr.
729, 10
(
halem.
,
1534
/
5
):
das si die zuͤreder straaffen wellend / ob sy schon ettlich gstraaft / sind sy doch so laͤw und ringfuͤg da durch gfaren.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
905, 28
(
halem.
,
1628
):
habend wir angesehen [...] in unsern landen [...] ernstige nachfragen, examina und censuren halten zelassen, [...] unser ober- und underamptlüten, grichtsaͤssen [...] halb, mit was flyß und trüwen sy in obhaltung unserer mandaten, verwaltung [...] ihre pflicht leystind, oder untrüw, laͤw und fahrlaͤssig sich erzeigind.
Ebd.
907, 8
:
diewyl bißhar [...] laͤywer yfer an den paͤßhuͤtern, zollnern [...] hierinn gespürt worden.
Maaler
265v
(
Zürich
1561
):
Alle gericht sind Lauw / vnd gond schlaͤchtlich von statt. [...] Lauw krafftloß predignen.
Maaler
170r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
212
;
Schweiz. Id.
3, 1538
.