1
lachter,
lafter,
die / das
;
-
Ø
(für:
die
),
-s
(für:
das
)
/-Ø
, auch + Uml.;
Etymologie: zu
Lachter
›Klafter‹
(Kluge/S.
1989, 424
).
– Omd. / nobd. / oobd. und östliches Inseldeutsch; bergbaubezügliche Texte.
1.
Maßeinheit im Bergbau von knapp 2 Metern; die Glossare der Ausgaben geben folgende alte Maßeinheiten an: 3½ Freibergische Ellen (Ermisch, Sächs. Bergr., s. u.), „in Graupen der
18
. Teil der Seite eines gevierten Wehrs“ (Weizsäcker, Graupn. Bergb., s. u.).
Syntagmen:
l. behalten / haben / hauen / nemen / messen / teilen; etw. ein l. breit / hoch / lang / tief sein; etw. für ein l. rechnen, etw. mit l. abmessen; rechte l
.
Wortbildungen:
lachtern
›etw. ausmessen‹ (a. 1523).

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 142, 20
(
md.
,
1559
):
doch in die 50 lechter vom tage, galt 1 k 40 thaler vnnd in Zweien tagenn vff 100 gestigenn.
Ermisch, Sächs. Bergr.
193, 17
(
osächs.
,
1509
):
so mogen die stolner funff virtel einer lochter von der wasserseyge uber sich bis an die firste und ein halbe lachter in die weitte, vierdehalb Freibergisch ele vor ein lachter gerechent, das ertz hawen.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
12, 30
(
osächs.
,
1535
):
ii wer mer en werher in di virunge getel, ix lochter ju uff en wer getel.
Ebd.
100, 1
:
das her nicht weiter in das ligende messen wil dan 2 lachter.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 261, 23
(
schles.
,
1528
):
sollen sie [holzhauer] zu holz abgeben 6 spannen lang zu 3 gr.; mit rechter lachter abmessen.
Ebd.
21, 148, 19
(
schles.
,
1573
):
200 Lachter in das Feld getriebene Stollen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2302
(
oobd.
,
1607
/
11
):
büchlin, darin die lachter und schritt verglichen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
19
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
soll(e)nn gepraucht word(e)nn rechte dreÿ vierteill pawm Eineß laffters nit dÿ do lenger seÿ den ein laffter.
Ders., Igl. Bergr.
30, 2, 26
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
gestelle, d(a)z aines halben lachters lang sey.
Helbig, a. a. O.
125, 27
;
Weizsäcker, a. a. O.
227, 32
;
Ermisch, a. a. O.
3, 16
;
Löscher, Erzgeb. Bergr.
77, 12
ff.;
Wutke, Schles. a. a. O.
20, 117, 15
;
21, 67, 21
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
4
;
ders., Igl. Bergr.
22, 2, 22
;
28, 2, 32
;
Rwb
8, 242
;
Veith, Bwb.
313
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
ein Raummaß zum Messen von Holz.

Belegblock:

Skála, Egerer Urgichtenb.
26, 2
(
nwböhm.
,
1563
):
Er hab dem Hellinger ein halbe lachter holcz gestolen.
Qu. Brassó
5, 515, 5
(
siebenb.
,
1615
):
Kauft zue Rossenaw 20 Loffteren Holz.
Skála, a. a. O.
11, 3
;
Vgl. ferner s. v.  16.
3.
›Grenzpfahl‹. Der Ansatz dieser Bedeutung ist unter der Voraussetzung überzeugend, daß der Grenzpfahl die Länge eines Lafters hatte (Metonymie); laut Rwb
8, 243
ist dies eine Weiterbildung zu
2
lache
.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
1, 738, 13
(
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
wohin si slahen ir kreuz oder ir löfter, das sol bei kreften steen also daz si niemant sol umbwerfen.
Ebd.
2, 31, 32
.