labung,
die
;
-Ø/–
.
›Erfrischung, Erquickung (als Handlung, als Erfrischung gewährender Gegenstand sowie als Ergebnis der Handlung)‹; häufiger ütr. und bildlich (vor allem in Texten religiösen Inhalts) als im eigentlichen Wortsinne gebraucht, tropisch auch auf Personen bezogen.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Gegensätze:
(
die
12,  1,  1, .
Syntagmen:
(die) l. empfangen / essen / haben / nemen, jm. l. geben; der l. bedürfen
;
l. der speise
,
des wortes
,
der schrift
,
der dürftigen
/
durstigen, der kräfte
/
selen l
.;
ewige
/
gute
/
heilige
/
ware l
.;
wasser der l.
,
der l. nar
(gen. expl.).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc
259, 31
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
daz das geystliche gebuyde der cristinheit nicht alleyne gelegin ist an togintlichin syttin und an labunge der heyligin schrift.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
17247
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
da sie der Gotes geist | Inne neret aller meist | Mit siner labunge nar.
Luther, WA
10, 1, 2, 376, 17
(
1526
):
dort leyt eyner kranck, der hat kein labung.
Ebd.
47, 388, 36
(
1538
):
Das, wer von seinen sunden geplagt oder an leyb unnd seel kranck were, wurde da trost unnd heyl, erquickung unnd labung finden.
Ebd.
52, 238, 27
(
1544
):
wenn verurteylte leut außgefuͤrt werden, kan yemand mit labung, mit freundtlichem züsprechen etwas helffen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 40
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
der hungerigen widerfüller; der dürftigen labung.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk,
14, 14
(
osächs.
,
1343
):
Wô ist mîn labunge, wô sal ich di paschen ezzin mit mînen jungern?
Gille u. a., M. Beheim
188, 10
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Gar offt und manig stunde | enphacht der mensch die labung nur | des gotlichen wortes dafur.
Mayer, Folz. Meisterl.
24, 202
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Der millten gnoden reichen gob, | Die unß zu ewiger labung | Nach dod nit werd gespart.
Ebd.
30, 57
:
Der hungerigen settiung, | [...] | Der turstigen ware labung.
Vetter, Pred. Taulers
31, 1
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
alleine es doch sin můs dan zů einer labunge und ermachunge.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 243, 25
(
schwäb.
,
um 1522
):
macht [...] vil ertzney vnd vil gůter labung fuͤr die krancken vnd gesunden.
Buijssen, Dur. Rat.
19, 5
(
moobd.
,
1384
):
Wenn auch [...] am suntag die sel, di seinn im vegfewr, haben ain labung und czuhant am maͤntag so muezzen si wider gen in die pein.
Helm, a. a. O.
15713
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
15, 5
;
Luther, WA
31, 1, 358, 34
;
45, 372, 5
;
46, 196, 31
;
47, 223, 13
;
52, 622, 8
;
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
12, 7
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 151
;
19
;
3, 3, 2
;
Eggers, Psalter
47, 21
;
Voc. Teut.-Lat.
r viijv
;
s iiijr
;
Serranus
114r
;
Ulner
41
;
Vgl. ferner s. v.  1, ,  1.