lächerlich,
Adj.
1.
›lächelnd, lachend; wie zum Lachen bzw. Lächeln gemacht‹;
vgl.
1
(V.) 1.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
der Mann bedachte sich | Und antwort jm gantz lecherlich.
Luther, WA (
1525
):
leichtfertige, lose, lecherliche teydinge, damit man die zeyt verleuret und bessers verseumet.
Ebd. (
1534
):
non potest ex eo bringen ein lecherlich, sed sauer anblick.
Wunderlich, Fierrabr.
51, 16
(
Simmern
1533
):
Diese Jungkfraw [...] het [...] lecherliche augen.
Klein, Oswald
53, 22
(
oobd.
,
1431
/
2
):
ain so wolgezierte, rotte, enge spalt, | lächerlich gestalt.
2.
›zum Lachen reizend, lächerlich; unglaubwürdig‹.
Syntagmen:
l. singen, etw. l. klingen / lauten / scheinen; lächerlicher schwank, lächerliches gebot / gedicht / wunder, lächerliche impression / posse / predigt, lächerliche werke
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Iocosus. Schimpfflich lecherlich possig schertzig.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
239a, 34
(
Frankf./M.
1649
):
Ists demnach laͤcherlich zu hoͤren / vnd zu verwundern / daß so dapffere Gelaͤrthe Maͤnner / solchs von sich schreiben doͤrffen.
Luther, WA (
1521
):
Da nu solch hohe, trefliche ding myr ßo gar nerricht und lecherlich waren.
Ebd. (
1544
):
Were es doch nicht so lecherlich, wenn er sagte, das sie solten aus Steinen geborn werden.
Ebd. (
1544
):
Das ist wol ein wunderliche rede und freilich jnen, den Juͤden auch seltzam und lecherlich gewest.
Ebd. (
1527
):
sonst were es lecherlich, wenn er etwas zusagte und kuͤndte nicht helffen.
Weise. Jugend-Lust (
Leipzig
1684
):
daß er nun etliche Monat daher die laͤcherliche Impression bekommen / als waͤre er Poliarchus.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
ist nichts lächerlichers alda zusehen, als wann ein Novitius [...] seine literas commendatitias Gruß⸗vnd⸗Vorschreiben einhändiget.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
Der appt vom Neẃenberg [...] sagt uns náchst ain gar lácherleich wunder, wie ain mayd von dem teẃfel erledigt ward.
Vgl. ferner s. v.  2, .
3.
›unverständlich, seltsam, nicht nachvollziehbar‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
etw. l. leren
.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
Das heisst ja Undeudsch und fur der Welt lecherlich gnug geredt, Und so das erste frembd und tunckel ist, das dis der Welt Suͤnde sey, [...] so lautet dis vil seltzamer und unverstendlicher, das dis allein Gerechtigkeit sey.
4.
›geringfügig, unbedeutend; aus geringen, wenig wichtigen Ursachen begründet‹.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 9.

Belegblock:

Harms u. a., Alberus. Fabeln
97, 31
(
Frankf./M.
1550
):
Denselben Fisch man leichtlich kent | / [...] / dauon ich | Will sagen / das ist lecherlich.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
338a, 33
(
Frankf./M.
1649
):
daß dieselbe nicht allein zum Theil nichtswuͤrdig vnnd laͤcherlich [...] sondern auch von de͂ Beklagten gnugsam wiederlegt wehren.
Luther, WA (
1544
):
Ist aber das nit allein ein lecherlicher, sonder auch schedlicher krieg.
v. Birken. Erzh. Österreich (
Nürnb.
1668
):
dieses sein vorhaben wurde zu nicht gemacht / durch eine laͤcherliche Begebnis.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. .