krimmen,
V., unr. abl.
1.
›jn. / etw. mit Klauen packen, jn. / etw. kratzen, zwicken‹; auch: ›um etw. kämpfen, sich um etw. reißen‹; intrans.: ›stechen, zwicken‹.
Bedeutungsverwandte:
(V., unr. abl.) 1 (Ütr.), 3, 1, 2, (V.) 1; 2.
Syntagmen:
jn. mit den klauen k.
;
krimmender hund / vogel
.
Wortbildungen:
krimvogel
›Raubvogel‹.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
39, 4
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
den crimmyndin vogiln und allim gevogele [...] habe ich dich gegebin czu vrezzin.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Wan di mich an allez luder | Lieb solden han als di bruder, | Di crummen mich sam di trachen.
Luther, WA (
1528
):
Es wird gros bawen sein und gros vleis, krimmens und kratzens nach zeitlicher narung.
Gille u. a., M. Beheim
176, 149
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ist unleidlich, er niemen czimpt | wan als ain dorn, der sticht und chrimpt.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Mir ist beschehen als einem ergremten voͤgellin, daz under eins krimvogels klawen lit.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
die lewen hetten ainandern nachgesehen, dann das sie also wider einandern kratzen und krimmen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
214v, 17
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
25, 18
;
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
Gille u. a., a. a. O.
202, 83
;
Gereke, Seifrits Alex.
6147
;
2.
›jn. schmerzen, Krämpfe, besonders im Bauch haben‹; ütr. ›sich ärgern‹; (subst.): ›Schmerz, Bauchweh‹.
Teils fachliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4.

Belegblock:

Follan, Ortolf. Arzneib.
24, 13
(
rib.
,
1398
):
Ist ez auer, daz en sere krymmet in deme lyue na deme dranke, so lege eyn lynen [...] vppe dat lyf.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
164, 18
(
Frankf.
1535
):
Sein [Nitrum] brauch ist wider das krimmen vnd bauch wee.
Strauss, A. v. Villanova dt.
158v, 23
(
obd.
, Hs.
1421
):
Milch [...] schadet allen leuten, dy den ritten oder daz krymmen yn dem leyb haben.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
sein im sicher gifftig stimen, | Das er daruon gewint das krimen.
Menge, Laufenb. Reg.
2842
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Den suren [win] vnd den grymen | Vermyde / wann er machet das krymen | In dem lybe.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1570
):
das ist das wirklich instrument, den zorn zu vertreiben, daraus vil großer krankheiten als leme, der schlag, krimen und andere komen.
Belkin u. a., a. a. O.
132, 18
;
Luther. Hl. Schrifft.
Offb. 10, 9
;
Strauss, a. a. O.
169v
, 8;
Menge, a. a. O.
3749
;
Sudhoff, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v.
1
, .
3.
›wimmeln‹.

Belegblock:

Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
Es kramm und wamm aus allen ecken | Im landt bracht es ein großen schrecken.