2
kosten,
V.;
zu
mhd.
kosten
›prüfen‹
(Pfeifer
2000, 722
).
›etw. riechen, schmecken‹; ütr.: ›etw. prüfend beschauen‹; speziell: ›(Bäume) anhauen, um die Brauchbarkeit des Holzes zu prüfen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 4,  5, , ; als sinnliche Tätigkeit im Orientierungsfeld mit , , .
Syntagmen:
einen baum / wein, eine frucht / speise, bier k.; e. S.
(Gen.obj., z. B.
des weines
)
k.; kostende dinge
.
Wortbildungen:
3
koste
(Beleg s. v.
1
),
kostbecher
›kleiner Trinkbecher‹ (a. 1623),
kostbier
›Bier als Abgabe‹ (seit 14. Jh.),
kostend
›genießbar‹,
kostwein
›Wein als Abgabe‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
12682
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Kein arbeit sie da kostet
[laut Anm. des Textherausgebers Pl.: ›schmecken...‹]
| An des libes mudikeit | Wen ir vroude ist ane leit.
Pfefferl, Weigel. Ges.
8, 10
(
Hamburg
1646
):
Adam [...] hatte noch nicht die früchte des Baumes gekostet des gutten vnd bösen.
Herborn u. a., Rechn. Jülich
79, 11
(
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
Venman de upwert reit, omb die wyne zu kosten umb den kouff.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
27, 34
(
osächs.
,
1343
):
do her sîn [wîn] gekostete, dô wolde her nicht trinken.
Kurz, Murner. Luth. Narr
3661
(
Straßb.
1522
):
Daruon der mensch vff erd sol leben, | Kosten speiß vnd guͦten wein, | Dabei der landßknecht gern wil sein.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
4, 4
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Daz vierd puch wirt dem kosten geleichet. Wann alz der mensch verrer mag kosten wenn greiffen, also ist in dem puch die nahente zeit beschriben.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
55, 34
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Die schon der sichtigen ding, die pegyrd der hoͤrunden ding, die gevalnuͤss der smechunden ding, die süssichait der chostunden ding.
Ebd.
101, 47
:
der wein wirt verchomichleicher derchant chostund vnd sehund miteinander, dann allain sichtichleich.
Höver, Bonaventura. Itin. B,
593
(
moobd.
,
1450
/
60
):
get er [...] jn die gehaim der wuͤst, dar jnn er kost vnd neusset verporgens hymelprot.
Kummer, Erlauer Sp.
1, 19
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
und chost des guͦten wein | und laß uns in des chindles nam froͤleich sein!
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
68, 5
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Ob ainer in hölzern oder wälden ging und der päm mit der hacken costet, dar durch der päm schaden kumbt, ist ze wandl.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
256, 19
(
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
was desselben holz kost und nidergeschlagen wirdet, das soll man zu wald nit erfauln oder erligen lassen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
48, 38
(
tir.
,
1464
):
Die augen die sehen an dir die weiss gestalt des protes, das chosten das enpfhindet den geschmachen.
Perez, Dietzin
1, 44, 2
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 255, 11
;
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
3, 46
;
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 277
;
Niewöhner, Teichner
299, 44
;
Höver, a. a. O.
2, 74
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 372, 40
;
Maaler
256r
;
Öst. Wb.
762
;
Rwb
7, 1359
;
1361
;
1366
.
Vgl. ferner s. v.  1,  4.