kosen,
V.
1.
›mit jm. (vertraulich, liebevoll) reden, sprechen; etw. erzählen, verkünden; von / über etw. sprechen‹; (subst.) ›Gespräch‹; zu
1
.Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Syntagmen:
gesez / recht k.; auf / von / wieder etw., mit / von / zu jm. k.; engelsch / freundlich / götlich / gutlich / heimlich / inniglich / lieblich / minniglich / unnüz / väterlich k
.Wortbildungen:
kosung
Belegblock:
Der selbe bœse geist hât alle zît sîn kôsen mit dem ûzern menschen.
daz Marie di magit zart | in touginlichim trôste | ofte mit im kôste.
Urteln und underscheiden schiere | Das gude von dem bosen | Und die rechte und gesetze zu kosen.
Und was die bruder under ein kosen, | Sal alles virliben under der rosen
[poetisch für ›Verschwiegenheit‹].
Swiget, gyt er, ich wil kosen | Und wil reden waz mich myn mut | Sagen und ouch reden tut!
in der kirchen sollen alle wibes namen | swigen unde nicht kosen zu samen | also daz vorbutit das gesetze.
Wie was unse herze niht buͦrnende in uns, dô her kôsete ûf dem wege und uns di scrifte offinte?
Davon spricht sant Augustinus in dem Puch der Heymlichen kossung.
er hort | Dar auß ein stim | Dez herren mit im kosen.
Zsamb komb wir darnach im wirtshauß, | Da kosen wir weiter darauß.
Ein liepliches kosen der sele under dem crútze mit irem gemahel, dem abgeloͤsten Christo.
Ich hab offt vnder roten rosen | geklafft / gekallen / vnd gekosen.
deu waren gloibige͂, | sig ir spis der schoͤpffer, | die das nüßent mit andacht, | kosung vñ ergetzung.
Die nunnan in den closen | Die mit den brüdern tuond kosen.
daz goͤtlich kosen erlǔchtet wunderlich von den ewigen bergen menschlich gemvͦte.
als man offt ainen Jüngling und ain diernen sicht mit einander kosen.
do vand er Allexandrum davor | chossen mit den leutten.
Kochendörffer, Tilo v. Kulm ;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
453, 5975
; Gille u. a., M. Beheim
335, 68
; Wagner, a. a. O.
2, 59
; Schmidt, a. a. O.
40, 8
; Voc. Teut.-Lat.
v ijr
; Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 62
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