kosen,
V.
1.
›mit jm. (vertraulich, liebevoll) reden, sprechen; etw. erzählen, verkünden; von / über etw. sprechen‹; (subst.) ›Gespräch‹;
zu
1
.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Syntagmen:
gesez / recht k.; auf / von / wieder etw., mit / von / zu jm. k.; engelsch / freundlich / götlich / gutlich / heimlich / inniglich / lieblich / minniglich / unnüz / väterlich k
.
Wortbildungen:
kosung
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der selbe bœse geist hât alle zît sîn kôsen mit dem ûzern menschen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz Marie di magit zart | in touginlichim trôste | ofte mit im kôste.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Urteln und underscheiden schiere | Das gude von dem bosen | Und die rechte und gesetze zu kosen.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
Und was die bruder under ein kosen, | Sal alles virliben under der rosen
[poetisch für ›Verschwiegenheit‹].
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Swiget, gyt er, ich wil kosen | Und wil reden waz mich myn mut | Sagen und ouch reden tut!
Neumann, Rothe. Keuschh.
372
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
in der kirchen sollen alle wibes namen | swigen unde nicht kosen zu samen | also daz vorbutit das gesetze.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
Wie was unse herze niht buͦrnende in uns, dô her kôsete ûf dem wege und uns di scrifte offinte?
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
5, 10
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Davon spricht sant Augustinus in dem Puch der Heymlichen kossung.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
um 1480
):
er hort | Dar auß ein stim | Dez herren mit im kosen.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Zsamb komb wir darnach im wirtshauß, | Da kosen wir weiter darauß.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Ein liepliches kosen der sele under dem crútze mit irem gemahel, dem abgeloͤsten Christo.
Spanier, Murner. Schelmenz.
47, 2
(
Straßb.
1512
/
3
):
Ich hab offt vnder roten rosen | geklafft / gekallen / vnd gekosen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Basel
1497
):
deu waren gloibige͂, | sig ir spis der schoͤpffer, | die das nüßent mit andacht, | kosung vñ ergetzung.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Die nunnan in den closen | Die mit den brüdern tuond kosen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
33, 15
(
whalem.
,
1345
/
60
):
daz goͤtlich kosen erlǔchtet wunderlich von den ewigen bergen menschlich gemvͦte.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
als man offt ainen Jüngling und ain diernen sicht mit einander kosen.
Gereke, Seifrits Alex.
2431
(
oobd.
, Hs.
1466
):
do vand er Allexandrum davor | chossen mit den leutten.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
do fugt sich derselbe ritter zw dem aynsidel und wurden miteinander von Gott und unser lieben frawen chosen.
Quint, a. a. O. ;
Kochendörffer, Tilo v. Kulm ;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
453, 5975
;
Hübner, Buch Daniel ;
Ermisch, Freib. Stadtr. ;
Gille u. a., M. Beheim
335, 68
;
Wagner, a. a. O.
2, 59
;
Koppitz, Trojanerkr. ;
Schmidt, a. a. O.
40, 8
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 62
.
‒
Vgl. ferner s. v. 2.
2.
›jm. scharf zusetzen‹.
Bedeutungsverwandte:
2
1.

Belegblock:

Matthaei, Minner. I, (Hs. ˹
nalem.
,
1459
˺):
licht erzuͤrnt er sinen muͦt, | das er mir kipplen und koͤßen tut.