1
kol,
vereinzelt mit Uml.,
der
;
–/-e
, auch
+ Uml.;
zu
mhd.
kôl
›Kohl‹
, dies aus
lat.
caulis
().
›Kohl, Kohlkopf‹.
Zur Synonymik für 'Sauerkraut / Kohl' in den rezenten dt. Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
.
Bedeutungsverwandte:
,  2, ,  1.
Syntagmen:
k. beissen / essen / fressen / hacken / kochen / sieden; breiter / gekochter / gekrunkelter / grosser / grüner / kleiner / krauser / römischer / roter / savoischer / ungesalzener / weisser / wilder k.; pflaster / saft von k
.
Wortbildungen:
kolblat
(a. 1436),
kolfrucht
,
kölgarten
,
kolhof
,
kölkraut
,
kolkrautwasser
,
kolsaft
(a. 1568),
kolsame
,
kolstaude
(a. 1568),
kolstok
,
kolstrunk
,
kolwasser
,
kolwiese
,
kolwurm
,
kolwurz
.

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
ein klein garten, 6 ader 7 bette, zu kraut und koll etc.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
hastu gekochet guten kol, | daz wizzen dine kinder wol.
Eckhardt, Ohess. Klöster
2, 5, 140, 10
(
hess.
, [
1460
]):
dilßensamen, anis, lagkriczien adder kolstak, den sol man schön schaben.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Ouch eyn ungesaltzen kol | Nicht smecket in dem munde wol.
Hertel, UB Magdeb. (
nd.
/
omd.
,
1471
):
zcwey schog wieszes koles von einem garten.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
30, 8
(
Magdeb.
1608
):
ob gleich vnser Froͤsch keinen kohl beissen.
Strauch, Par. anime int.
29, 30
(
thür.
,
14. Jh.
):
anderis were der himmil also wenic gebildit alse ein coile.
Adomatis u. a., J. Murer. Nab.
7, 5
(
Mühlh./E.
1556
):
Gib mir dinen wynberg / ich wil mir einen koͤlgarten daruß machen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
138, 39
(
osächs.
,
1570
/
7
):
darnach mag man sich richten, das man je zwüschen zwo reyen ezliche bethe als 6 zu kraut, ruben, möhren, zwibeln, kohl und anderer kuchenspeise gebrauchen möge.
Luther, WA (
um 1535
):
Rüme dich rüplin / dein Vater ist ein kolwürm.
Keil, Peter v. Ulm
131
(
nobd.
,
1453
/
4
):
nym [...] daz weiß von dem ay vnd nym grüne kol.
Ebd.
158
:
nym ein seydlein kolwassers.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Eins tags kam im ein has darein, | Der im darinn das kolkrawt sein | An eim ort abgefressen hett.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
216r, 20
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Jn dem vierden manot sol man nit koͤl essen, / wan si machet gruͤnes vnd gifftig bluͦt.
Menge, Laufenb. Reg.
3912
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Köle vnd alles ander krut | Wonn es entreint den magen.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
84v, 18
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Von dem roten köl, gesotten mit loͮgen von weidäschen.
Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
so einer ein kraut ißt, wurzel ißt, samen etc., als brot und köl, daraus wird nun fleisch.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Caulis haizt kölkraut [...] wer die köl recht kochen well, der giez ir êrstez wazzer ab.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
56, 18
(
oobd.
,
1. V. 15. Jh.
):
Kol craut wasser hat die tugent, wer es des morgens nuchtern trinckt, so macht es stul.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1420
):
ain pomgart vnd [...] stet da bey koͤll vnd oͤpphelpam.
Wilkes u. a. Urk. Diersfordt
711
;
Strauch, a. a. O.
99, 9
;
Keil, a. a. O.
155
;
Thiele, Minner. II,
14, 87
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 546, 2
;
Menge, a. a. O.
5427
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
79, 10
;
Broszinski, a. a. O.
72r, 23
;
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
189, 6
;
Sudhoff, a. a. O. ;
Pfeiffer, a. a. O. ; ; ;
Stieler
1, 1002
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vgl. ferner s. v.
1
, .