kocher,
köcher,
der
 ;
–/-Ø
.
›Behälter, Gefäß für verschiedene Zwecke, besonders häufig für Pfeile; auch für Patronen, Schreibfedern‹; ›Gefäß zum Fischfangtransport‹; obszön: ›Vagina‹.
Phraseme:
nicht aus js. köcher kommen
›aus anderer Quelle stammen‹;
einen vollen köcher haben
›reichlich versorgt sein‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, .
Syntagmen:
einen k. bedecken / behüten / beschliessen / erfüllen / überziehen, einen k. am rücken, an der seite haben; etw. aus dem k. ziehen; k. und armbrust / bogen; pfeil / stral im k.; grosser / hölzerner k.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
2804
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Der kochir uns bezeichint tut | mit glichnisse daz armut.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 593, 29
(
preuß.
,
1433
):
czum wayne czehn manne und fier ader fumff gutte armbrost mit synen pfilen im kocher.
Große, Schwabensp.
198, 17
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der sol sinen bogen vnde armbrost abe lazen vnde sinen koker beslozzen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 29, 8
(
md.
,
1425
; Hs.
M. 16. Jh.
):
1 kocher zw patronenn.
Ebd.
76, 14
(
1543
):
deszgleichen von einem kocher planhecht dem rathe sechs pfenninge.
Luther, WA
33, 179, 20
(
1531
):
der pfeil kompt nicht aus deinem köcher, do verstehet man des menschen wortt undt rede fur einen pfeil.
Mayer, Folz. Meisterl.
100, 3
(
nobd.
,
um 1480
):
Scherpfft die pfeyl, erfult die köcher, nider zuslaen die füchß.
Sachs
17, 233, 20
(
Nürnb.
1562
):
Die hett ein köcher an der seiten | Vol scharpffer pfeil.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
280
(
Genf
1636
):
koͤcher / darinnen die Schuͤler die Federn stecken.
Koppitz, Trojanerkr.
1708
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Kocher und bogen her | Begunde ze walde | Füren, der vil balde.
Chron. Augsb.
2, 269, 8
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
gar ein reicher pfaff [...] von großem gold, silber und guetem gewand etc. und ain voller kocher.
Dreckmann, H. Mair. Troja
47, 28
(
oschwäb.
,
1393
):
ich [...] tet von mir daz swert und den bogen und nam den köcher under daz haupt.
Schottenloher, Flugschrr.
63, 1
([
Landshut
um 1523
]):
Putz dy Nünen nün waidlich, dy kocher moͤchten jnen sunst verschimelen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1810
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein schlaffendt Cupidine mit fligel, ligt mit dem kopf uff dem köcher.
Zingerle, Inventare
11b, 6
(
tir.
,
1485
):
Aindlef hülczeine köcherl mit roten irch v̈berzogen.
Ebd.
122a, 16
(
1478
):
iii hultzin kocher zu den kamerpuxen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
95, 32
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
seyn pogen sol vngespannē seyn seyn choͤcher sol czu seyn.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
23, 6
;
Helbig, a. a. O.
149, 2
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
611, 3327
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
13, 26
;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
209, 23
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
544, 16
;
Chron. Augsb.
4, 255, 11
;
Kohler, Ickelsamer. Gram.
35, 24
;
Zingerle, a. a. O.
85a, 7
;
99b, 6
;
Rechn. Kronstadt
1, 431, 23
;
Brack
b 2r
;
Dasypodius
360v
;
Maaler
317r
;
Schwäb. Wb.
4, 562
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 61
.