knüpfen,
V.;
in rib. Belegen steht im Part. Prät. auch
-cht
, hier liegt offensichtlich ein Primärberührungseffekt vor, der allerdings
knovelen
voraussetzt, s. ;
-cht
- Formen dort aber auch für
cnopen
dicht belegt.
1.
›jn. / etw. (durch einen Knoten) an etw. befestigen, mit etw. verbinden; etw. mit Knoten versehen‹;
vgl.  1.
Wortbildungen:
knüpfig
,
knüpfung
›Hinrichtung am Galgen‹ (a. 1627).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Vincire. Binden fesseln knuͤpffen seylen spannen stricken ¶ häfften västnen västigen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
204
(
rib.
,
1444
):
Hadde hey eyn seel stijff geknocht | Mit knoden.
Ebd.
6550
:
Sach ich eynen nattenmecher sitzen, | De syne alde natten stupde | Ind lapde ind zosamen knupde.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Mose 28, 28
(
Wittenb.
1545
):
man sol das Schiltlin [...] an die ringe des Leibrocks knüpffen.
Peters, Schäden I,
146, 5
(
nalem.
/
schwäb.
,
1400
/
33
):
knupff die [faden] crucz wiß über die wund.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Da söllt ir daz trome an | Knuppffen, nach dem vaden dan | Richtend üch zem husse in!
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
die blicke in minne stricke | ir beider herze knupften.
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
do saß er ab Bayard und knupft inn an ein boum.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
25, 39
(
tir.
,
1464
):
der da noch ganczer gepunden vnd geknüppfet ist mit den sünden, o wie grösleichen ist in trükhen die angst vm seine kind.
Rot
291
;
299
;
Hulsius
K ijr
;
Vgl. ferner s. v. , ,  1.
2.
›einen Knoten machen‹;
vgl.  1.
Syntagmen:
einen faden / knopf / knoten, eine schleife, ein band k.

Belegblock:

Hirschmann, Roger-Glosse
223va, 29
(
omd.
, Hs.
15. Jh.
):
du salt eynen cleynen / knotten knuppfin, das das / blut ich heruß dringe.
Maaler (
Zürich
1561
):
Knüpffen / Einen knopff machen.
Stieler
1, 997
.
3.
›etw. (Stoff) durch eine bestimmte Knüpftechnik herstellen‹.
Phraseme:
würfel knüpfen
›betrügerisch spielen‹.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Do geingen sy irs seluis lilaichen | zo hoiffe vast knuppen ind maichen.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Ich spiel offt durch die langen nacht | [...]| Wo ich einem die würffel knüpff, | Die kartenbleter merck und krüpff.