kloster,
das
;
-s/-Ø
(+ Uml.).
1.
›Gebäude einer kirchlichen Ordensgemeinschaft‹; metonymisch: ›Ordensgemeinschaft als kirchliche Institution‹.
Phraseme:
kirchen und klöster
 ;
klausen und klöster
 ;
schwarzes kloster
›Prämonstratenserkloster‹;
weisses kloster
›Benediktinerkloster‹.
Bedeutungsverwandte:
 12,  1,  1,  2, , ,
1
 3,  1, , , (
der/die/das
12.
Syntagmen:
ein k. anfeuern / ansehen / aufrichten / auftun / ausbrennen / ausgehen / bauen / begaben / machen / rauben / verlassen / zerstören / zieren; einem k. etw. anhängen / geben / ordnen / schaffen / vermachen / zulegen / zuzalen, einem k. befallen, etw. schuldig sein; in ein k. faren / gehen / kommen / laufen / ziehen, etw. auf ein k. verschreiben, jn. aus dem k. fordern, jn. in ein k. annemen / einlassen / füren / geben / schicken / schliessen / versehen, sich ins k. verfügen, im k. bleiben / leben / stecken / wonen; sich zu k. begeben, jn. im k. bestatten; k. des ordens, der minne / sele, der barfüssen / jungfrauen / klosterfrauen; abrichtung / abt / acker / ackerhaus / bereiter / brüder / herren / gericht / gut / konvent / mauer / personen / pforte / prior / probst / rat / regel / samenung / schaz / schirmherre / schultheis / verwandter / weingarten / zucht des klosters; auswendiges / benachbartes / offenes / verspertes / weltliches k.
Wortbildungen:
klosterabt
(seit 1480),
klosteraufhebung
(a. 1563),
klosterbek
,
klosterberg
,
klosterbeute
(a. 1541),
klosterbewilligung
(a. 1602),
klosterbirne
eine Art Quittenbirne,
klosterbrecher
(dazu bdv.:  ; a. 1511),
klosterbrot
(um 1595),
klosterbruch
›Zerstörung eines Klosters‹ (a. 1530),
klosterbube
,
klosterbuch
(seit 1478),
klosterconcil
(a. 1410),
klosterdiener
(seit 1352),
klosterdirne
(14. Jh.),
klosterei
›Mönchswesen‹,
klostereid
(a. 1591),
klosterfart
,
klosterfinanz
,
klosterflecken
›zu einem Kloster gehörendes Dorf‹ (seit 1553),
klosterfreiheit
(seit 1394),
klosterfure
(a. 1617),
klostergarn
(seit 1415),
klostergarten
,
klostergebür
(a. 1629),
klostergefälle
›Abgabe eines Klosters‹,
klostergelübde
,
klostergerechtigkeit
(a. 1586),
klostergericht
(a. 1591),
klostergesässe
(a. 1417),
klostergestift
(seit 1539),
klostergiege
›Klosternarr‹,
klosterglied
wohl ›unzüchtige Nonne‹ (M. 16. Jh.),
klostergülte
,
klostergut
,
klosterhafermetze
,
klosterhalben
›wo das Kloster gelegen ist‹ (vgl. , Präp., 4),
klosterhandlung
›Klostergeschichte‹,
klosterhengst
›unkeuscher Mönch‹,
klosterherre
(seit 1383),
klosterhof
(dazu bdv.:  ),
klosterhofstat
,
klosterholz
,
klosterhund
,
klosterhure
(um 1525),
klosterieren
(a. 1640),
klosterintrade
(seit 1628),
klosterisop
,
klosterkaste
(a. 1509/19),
klosterkatze
›Wohlleben suchender Mönch‹,
klosterkeller
(a. 1632),
klosterkeuschheit
(a. 1531),
klosterkind
›Mönch‹ (seit 1354),
klosterkirche
(seit 1536),
klosterkirchmesse
(a. 1498),
klosterkleid
›Ordenstracht‹,
klosterklinge
›Tal, in dem ein Kloster liegt‹ (a. 1581),
klosterknecht
,
klosterkole
,
klosterkollator
(a. 1576),
klosterkonvent
(seit 1417),
klosterkonverse
(a. 1524),
klosterkornmetze
,
klosterlager
(dazu bdv.:  ; a. 1576),
klosterlehen
,
klosterleibgeding
(a. 1604),
klösterlich
,
klösterling
›Mönch‹,
klostermachen
,
klostermark
(1. H. 16. Jh.),
klostermas
(seit 1364),
klostermauer
,
klostermette
(14. Jh.),
klostermetze
(a. 1475),
klostermüller
,
klosterneid
›Neid innerhalb der Nonnengemeinschaft‹,
klosterordnung
(a. 1535),
klosterpfaffe
(seit 1389),
klosterpfleger
,
klosterpflicht
›Aufzeichnung der Abgabeverplichtungen‹ (a. 1591),
klosterprälat
(a. 1521/2),
klosterprobst
(seit 1576),
klosterrat
(seit 1588),
klosterrechnung
(a. 1569),
klosterrecht
,
klosterrichter
(seit 1524),
klosterroggen
ein Roggenbrot,
klosterschafner
(seit 1524),
klosterschirm
›Schirmherrschaft über ein Kloster‹ (a. 1417),
klosterschreiber
(seit 1590),
klosterschuh
,
klosterschule
(seit 1594),
klosterschultheis
(a. 1575),
klosterschwein
(um 1525),
klostersitte
,
klosterstat
›Platz für die Errichtung eines Klosters‹ (a. 1466),
klosterstiftung
(a. 1530),
klostertor
,
klosteruntertan
(a. 1572),
klosterurbar
,
klosterverwalter
(seit 1569),
klostervieh
(seit 1595),
klostervogt
(a. 1530),
klostervolk
(a. 1530),
klosterwagen
,
klosterwald
,
klosterwand
,
klosterweg
,
klosterwegen
›Klosterfuhrleute‹ (a. 1525),
klosterwein
(16. Jh.),
klosterzins
(seit 1523),
klosterzucht
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 103, 35
(o. O.
1525
):
es ist kein ding auf erden, das den Teutschen mer bescheißt dann ir klosterhengst.
Quint, Eckharts Pred.
1, 71, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Gæbe ein mensche tûsent mark goldes, daz man dâ mite kirchen und klœster machte, daz wære ein grôz dinc.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
6570
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Her mac also reiner vruchten | [...] | An vil ungemachen | Und also wol vorenden | Als in den closter wenden.
Reissenberger, Väterb.
3401
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Sich breite der tugende schar | [...] | In clostern und in clusen | Und in der stete husen.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 33, 3
(Hs.˹
md.
,
v. M. 14. Jh.
˺):
wie lange sol ich daz vertragen, | daz iu behagen | so wol die klostergiegen?
Chron. Köln
1, 295, 16
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
were sache dat der rait des closters zo Dutze niet in ennemen [...] do was dat asdan der ertzbuschof van Coelne dat doin [...] weulde.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 5, 18
(
rib.
,
2. H. 15. Jh.
):
40 panes longos dictos cloisterroggen.
Rosenthal. Bedencken
6, 13
(
Köln
1653
):
die so grosse Lieb zum Heiligen Weynen / welche ihr alle Weltliche eitelkeit [...] abgeschnitten / vnd das eynsame oder auch Kloͤsterliche Leben erwehlt hat.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
12, 24
(
hess.
,
14. Jh.
):
Daz ist der achte grad der otmudkeide, daz die suster nit indu dan daz die gemeine regele des closters.
Küther, UB Frauensee
314, 13
(
thür.
,
1512
):
kombt dan daz closterholcz und kombt dan ein grunt enuffen hinden hin.
Ebd.
373, 6
(
1527
):
Verzeichnuß wie hoch sich die Klostergefell des Niderfurstenthumbs Heßen belauffen.
Schönbach, Adt. Pred.
32, 11
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
Bruͦder, ir sit nu kuͦmen zu unser bruͦderschaft, von der werlde zu clostere.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
43, 4
(
osächs.
,
1538
):
Merten Weis hott aufgenomen eine funtgrube oben am klostergorten.
Luther, WA
17, 2
(
1527
):
der versuͦcht Got, Wie die auch thun, so da jns kloster lauffen und woͤllen Junckfrawschafft alda halten.
Ebd.
30, 2, 425, 19
(
1530
):
Ehelos leben oder klosterey hat sie kein macht, auch uber sich selbs nicht, zu gebieten.
Ebd.
30, 3, 75, 18
(
1529
):
so hat er dennoch Gotts wort fuͤr sich [...] Darumb er auch hundert mal billicher solt geistlich geacht werden denn der kloͤsterlinge stand.
Ebd.
35, 412, 28
(
1524
):
Sie rawbten yhn das kloster kleyd.
Fastnachtsp.
605, 18
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Flaisch, visch und groß karpfent | Müß wir haben [...] | Und scholten wir di klosterschuch | Darumb vertrinken und di pruch.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
86, 21
(
nobd.
,
1445
):
wann man daz gericht haben will, so muß des closters schulteise [...] daz gericht verkunden.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 62, 19
(
nobd.
,
1464
):
Der kirchoff [...] ist ein hofstat gewesen und hat clostergult geben.
Ebd.
92, 34
:
Fricz Protsorg hat auch ein hoffreit hinter dem hawsz an dem closterthor.
Ebd.
247, 18
:
Von den closterhofstetten: ob den recht geschihet.
Ebd.
256, 25
:
Concz Mayn ein closterlehen.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
162, 31
(
nobd.
,
1475
):
uff ein statkornmetzen gehort das 16. teyl, macht ein closterkornmetzen [...] uff ein stathabermetzen gehort das 16. teyl einer statkornmetzen [...] das ist ein closterhabermetzen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
380, 9
(
nobd.
,
n. 1525
):
sonderlich auch, dieweyl das gemelt closter nit als ain versperrt, sonder ain offen closter fundiert.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 545, 3
(
Hagenau
1534
):
Im anfang der Christlichen kirchen seind wenig Stiffte / Closter / und Clausen gewesen / und vil Christen.
Adrian, Saelden Hort
4945
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
swie daz si nit gan dannan, | so hant si doch weltlicher leben | dann die man siht zer e geben | in clostern swartzen, wizen.
Rieder, St. Georg. Pred.
211, 5
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
alz der kaͤrker ist dem gevangnen, also ist daz closter dem der ungern drinne ist.
Roder, Stadtr. Villingen
141, 23
(
önalem.
,
1573
):
Clöster pfleger. Welch zuo den clöstern zue pfleger genommen werden, sollen globen.
Strauch, Schürebrand
51, 13
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz ir nieman kein ergerlich bilde vortragent, also ir do vor bi dem closterhunde manigvaltecliche gemanet sint.
Lemmer, Brant. Narrensch.
73, 72
(
Basel
1494
):
Der wermt sich gern by kloster kol | Dem doch zuͦ letst würt für vnd gluͦt.
Ebd.
73, 91
:
Solch kloster katzen sint gar geyl | Das schafft / man byndt sy nyt an seyl.
Enders, Eberlin
1, 27, 1
(
Basel
1521
):
so auch offt ein fürwaͤserin iren geschwisterig im kloster am minsten guͦts darff vor den anderen thuͦn, dann kloster neid ist on alle maß.
Ebd.
3, 140, 6
([
Nürnb.
]
1524
):
wirt ewer klosterfinantz kaum ein pfriem gegen disem schlachtschwert seyn.
Lauater. Gespaͤnste
72r
, 7 (
Zürich
1578
):
Wallfert / Heiligthum̄ / Klosterglübt / Fyrtag / Bycht vnd allerley ceremonien.
Welti, Stadtr. Bern
155, 24
(
halem.
,
1379
):
Wir haben och gesetzet, das nieman in vͥnser stat sinen brutlof noch hof mit phiffenne noch mit tantzenne in dehein closter ziechen sol.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
421, 31
(
halem.
,
1532
):
Eid des klostermüllers und -becks. Es schwerdt [...] ein jeweiliger clostermüller und beck zu Interlaken, mgh treüw und warheit zu leisten.
Ebd.
515, 10
(
1647
):
Alßdann lauth auszugs aus unserem closter urbar zuͦ Interlacken.
Schmidt, Rud. v. Biberach
86, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Beschoͮwede heisset ein kloster der sel; so dv̌ sel da inne ist, so meditieret si allein himelsche sache.
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
248, 23
(
schwäb.
,
1376
):
Heinrich [...] bestehet einige clostergüetter zu Weihenberg auff leibgeding.
Koller, Ref. Siegmunds
202, 3
(Hs.
um 1474
):
es sol ein kastvogt alle jar ein rechnung thünn umb als vil gult, als vor einem closter zügeleit und zügezelet ist.
Barack, Zim. Chron.
1, 191, 9
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
wiewol sie nit kinder bei ainandern, schafft, das er, wie man sagt, lam im heft war und kain guten closterknecht het geben.
Ebd.
2, 636, 4
:
Von allerhandt sachen [...] auch von etlichen closterhandlungen.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 174, 1
(
schwäb.
,
1492
):
kan er vns nit genung beuelhen den clostersitten, ist er noch nit geuͤbt.
Ebd.
194, 29
(
oobd.
,
1544
):
Ich [...] pin [...] betrubtt gewest [...] ausß vrsach, das dy Hagenhausßer einen fydrib vnd aichellweid an vnnsserm closterpergk wollen haben.
Ebd.
229, 42
(
1453
):
Vom closterhoff vnd swesterhaws.
Niewöhner, Teichner
346, 128
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
da sprach ich: mit welhen sachen? | do sprach er: mit chloster machen | und hintz chirchen lauffen vil.
Ebd.
350, 67
:
dw gar edel sind hie vor, | wann dw chloster vart ergat.
Winter, Nöst. Weist.
1, 964, 8
(
moobd.
,
14. Jh.
):
Do sol der selb ferig zu verleichen haben das ain schef von meinem herrn dem brobst an dem urfar klosterhalben.
Ebd.
965, 10
:
sind si im des phlichtig sein klosterwegen zu furn zu dem hew.
Hör, Urk. St. Veit
220, 19
(
moobd.
,
1438
):
Ain haus [...] hat Hainrich Heltaller [...] diesem gotzhaus vnnd closter zu ainem jartag geordnt vnnd vermacht.
Ebd.
228, 40
(
1444
):
Ich [...] bechenn [...], das ich von wegen meines genaͤdigen herren [...] gesessen pin mit gewaltigem stab an seinem klosterrechten.
Moscouia
27, 28
(
Wien
1557
):
Vor zeiten warden [...] die Ertzbischoffe erwelt mit versamlung der Ertzbischoffen / Bischouen / Abbten / vnnd Priorn der Closter / die erkhundigten sich in Clostern oder Ainsideln in der wueste.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
114, 14
(
tir.
,
1464
):
der torat münch [...] der gieng an der andern nacht widerum zue den portten des chlossters mit den schlüssel.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
88, 17
(
mslow. inseldt.
,
1609
):
ein khurzen ackher am AckenPerg, ainen Ackher am Clośter weeg.
Mollay, Ofner Stadtr.
291, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
dÿ Nonn sol man wider ÿn ir closter schickenn.
Mieder, Lehmann. Flor.
751, 29
;
Jacobs, UB Langeln
369, 1
;
Küther, a. a. O.
125, 8
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
812, 2
;
Anderson u. a., Flugschrr.
17, 3, 31
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
137, 7
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
3094, 1
;
Bihlmeyer, Seuse
484, 25
;
Vetter, Pred. Taulers
58, 35
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
42, 3
;
Barack, a. a. O.
1, 352, 8
;
Wolf, Norm im sp. Ma.
62, 77
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
17, 11
;
Kummer, Erlauer Sp.
4, 482
;
Bauer, Imitatio Haller
73, 30
;
Voc. Teut.-Lat. e iiijv; q viijr;
Maaler
61r
;
84v
;
Henisch
391
;
608
;
Schwäb. Wb.
4, 501
/2;
6, 2323
/5;
Schweiz. Id.
1, 706
;
3, 606
;
4, 557
;
11, 1751
;
15, 769
;
Rwb
7, 1091
-1123;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 70
.
Vgl. ferner s. v. ,  1, (
das
2, ,  1, ,  9,  1, (
das
3,  3,  8,  11,
1
 2,  5, (V.) 3, .
2.
›etw. Abgetrenntes, Eingehegtes generell‹; im einzelnen z. B. ›Gefängnis‹; ›Garten‹; ›Raum in einer Truhe‹.
Syntagmen:
jn. zu k. legen
.

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 403,
A. 2 (
mosfrk.
,
1484
):
1 zwetel closters und ackers [...] ein cloistergin mit grosen ilmen.
Zingerle, Inventare 6b,
36
(
tir.
,
1485
):
Zwo speistruͦhen mit klösterln.
Ebd.
11b
, 40:
ain hülczeinr traidkastn mit dreien klöstern von neu gemacht.
Rwb
7, 1092
.