kleinod(e),
kleinat,
kleinet,
(volksetymologisch auch
kleinheit
),
das
,
vereinzelt
die
;
-(e)s/-Ø
,
-er
oder
-ien
(vereinzelt auch:
-e
+ Uml.;
-er
+ Uml.);
große Formenvielfalt.
1.
›einzelnes Schmuckstück‹; (Kollektiv): ›Geschmeide, Wertgegenstände, Kostbarkeiten (als Teil des fahrenden Gutes)‹.
Phraseme:
kleider und kleinod
›Aussteuer, fahrendes Gut‹.
Syntagmen:
(ein) k. begeren / behalten / bewaren / empfangen / feilhaben / kaufen / liefern / rauben / schätzen / stelen / tragen / vergeben / verlieren / verschenken, jm. ein k. abkaufen / abnöten / austragen / überantworten / verdingen / verkaufen / vermachen / verpfänden / versetzen, auf die ehe geben; an js. k. rüren, sich mit k. richten, jn. mit einem k. vereren, jn. / sich mit einem k. zieren; k. der braut; schöne / wert des kleinodes
;
erwürdiges / gebrochenes / goldenes / grosses / gutes / heimliches / hübsches / köstliches / rechtes / reichliches / schönes / silbernes / sonderliches / teures / trefliches / vergoldetes / wirdiges / zerhauenes / zierliches k.; die eigenschaft
›Besitz‹
von kleinödern
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1400
):
52 m. vor gerethe und cleynnod, das der groskompthur vorgab.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
5790
(
rib.
,
1444
):
Du woult yn ouch mit cleynoden tzieren.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
Auch waren mehe dan 100 ringe mit kostlichen steinen und ander vil mehe kleinater.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
Bilder von lauterm klarem Gold gemacht / neben andern Kleinodien / welche [...] so schoͤn vnd sauber gemacht waren.
Froning, Alsf. Passionssp.
2634
(
ohess.
,
1501ff.
):
komment dir alle entgegen | [...] | myt palmen, blomen und kleynheyt!
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
249, 16
(
thür.
,
1474
):
des habe er uff demeselbin hofewergk vorlorn dry phert und syn harnasch met ettlichen cleynoten.
Weise. Jugend-Lust (
Leipzig
1684
):
Meine Frau hat keine Ursache den geringen Werth dieser Kleinodien zu ruͤhmen.
Gille u. a., M. Beheim
199, 156
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der wer wol en tor, der seim veind wer | ein teures clainat geben.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1469
):
als er seiner wirtin alle ire kleinot verkauft [...] soll sie alle seine kleynot trinckfaß edelgestein [...] behalten.
Sachs (
Nürnb.
1551
):
Er wil leicht etlich kleinet versetzen, | Da wil ich im wol schern und netzen.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
, zu
1476
):
40 kysten, darin der hertzog sinne kleider und kleinetter behalten hatt.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
also ist dis geverte do man nút uf wil achten, also gespilschaft oder die tuͤchere, die kleider, die kleinoͤte.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
der [...] wolte ir keime gestatten, daz er út besesse mit eigenschaft von kleidern oder von kleinoͤtern.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
Stirbt aber der Eeman vor / so sol die Eefrow voruß nemen ir zuͦgebracht / ererbt / vnd angefallen guͦt / ouch ir morgengab / kleider vnd zimlich kleinot.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1387
):
daz nieman silber, plaphart, phenning noch kleinoder von der statt fuͤren sol, die man in andern muͥntzen ze silber smeltzen sol.
Mollwo, Rotes Buch Ulm (
schwäb.
,
1394
):
beid zunftmmaister [...] hand gemacht, das kain goldschmid ze Ulm kainer keiflerin [...] zu verkaufen geben kainerlai goldschmidwerks noch kainerlai klainheit.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
er [...] hat in dem haus funden ain grosen überfluß von essen und trincken, von klaider, silbergschir und andere klainet.
Sudhoff, Paracelsus (
1537
/
41
):
wissent, das auch das aqua regis ablöst und scheidet das fein golt von vergulten kleinotern.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so het sie achthundert klainater [...] do must sie etliche klainoter, die zu irem leib gehörten, versetzen.
Bastian, Runtingerb.
22, 23
(
oobd.
,
1392
):
sol Kathrein, seiner wirttynn, volgen und beleiben irew chlaider, ir slayr und ir chlaineid und 20 guldein morgengab.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
er hyet peyeynnander zw dreynmalen hunderttausent guldein. Mit denn und andern klaynnaten zoch der bischolff [...] haymleich aus dem lanndt.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
füget es sich, das frau Margaretha irer tochter Jacoba schicket pey erbergen poten kostliche klainat.
Qu. Brassó
4, 270, 6
(
siebenb.
,
1662
):
bis endlich die Sach so weit mit ihnen kompt, dass sie alle ihre Klinodien, Gut und Geld heimlich [...] durch denselbigen Griechen hinein ins Bleschland verschaffet.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 168, 6
;
Dedekind/Scheidt. Grob.
202, 10
;
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
26, 4
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
45, 29
;
Roder, Stadtr. Villingen ;
Roder, Hugs Vill. Chron. ;
Hampe, Ged. v. Hausrat
4, 14, 15
;
Dierauer, Chron. Zürich ;
Barack, a. a. O. ;
Bastian u. a., Regensb. UB
21, 26
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
505
;
Auer, Stadtr. München ;
Uhlirz, Qu. Wien ;
Moscouia
D 2r, 16
;
Zingerle, Inventare ;
Voc. rerum
31v
;
Alberus
dd iiijr
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vgl. ferner s. v. ,  1,  1,  3, ,  1.
2.
Wertgegenstände mit symbolischer Bedeutung im Besitz einer geistlichen oder weltlichen Behörde, z. B. ›Kirchenschatz, Reichsinsignien‹.
Bedeutungsverwandte:
 23, ,  3, , .
Syntagmen:
das k. hinwegfüren / rauben / stelen / verschmelzen, in den gemeinen nuz nemen
;
jn. mit k. schmücken; k. der kapelle / kirche, des reiches; grosses / kostbarliches / königliches k.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
514, 10
(
preuß.
,
1452
):
im 52 jore besag der herre homeister selbir das sylberwerk, allerley kleynod und gesmeyde, das do was bey dem bylde Sente Barbaren.
Schmidt, St. Kastorst.
2, 504, 18
(
mosfrk.
,
1466
/
7
):
Ouch sall unss hern gnade van Triere die slosselen van den reliquien und cleynodien der kirchen bevelen und wernen laissen.
Gille u. a., M. Beheim
98, 91
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Und kasperliche klainhait auss | den gslassen und dem gates hauss | dieplichen waren rauben.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
alle gaistliche ornaten, kelch, clainoter und dergleychen soll alles in den gemainen nutz genomen werden.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
483, 15
(
nobd.
,
1527
):
haben [...] burger des rats zu Wurtzburg [...] alle und yede der capellen ornat, geschmuck und klainater von stucken zu stucken beschreiben [...] lassen.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
Heinrich der herzoge von Peygern [...] wolte disem Conrote nüt geben das spere und crone gottes, das ein gros kleinoͤtter ist des riches.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
n. 1437
):
als denn leider [...] das heilig oͤley mitsampt zwein silberin monstrantzen vnd andern silberin ledlinen vnd cleinoten [...] verstolen vnd entnomen worden ist.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Sy namen den pfarhof zu sant Antonin gwalticklich ein, namen monstrantz, creutz und cleinhat.
Hauber, UB Heiligkr. (
schwäb.
,
1553
):
an klainetern und paternoster dreuzehen paternoster, zway guldene ringle, ain klainetle an den hals.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1559
):
seind alle die cleineter, als die cron, apfel, zepter, helmelein und schwert [...] in den neuen chor gehenckt.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Solchen brief soll Dagobertus mit eigner hand geschriben [...] wurt noch heutigs dags bei ander klinodien und reliquien behalten.
Leidinger, A. v. Regensb. (
oobd.
,
um 1430
):
der selb hyelt dennoch secziklich in siner gewalt dy küniklichen chlaynet, wann er was kaysers Lotharii [...] aydem.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Der kirch zier vnnd klainat [...] haben wir schaentlich [...] versmelzen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
füert mit im wek allen schaz, clainoter und heiltum, so er in dem gotshaus zue Jerusalem fand.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1665
):
es soll auch kain burger oder jemand anderer bluetiges gewand, altartüecher noch andere kürchenornäth oder klaineth annemben.
Jacobs, UB Langeln ;
Schultheiss, UB Windsheim
332, 18
;
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
7896
;
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern ;
Hauber, a. a. O. ;
Bastian u. a., Regensb. UB
6, 20
;
Thiel, Urk. Weltenb.
164, 2
;
Leidinger, V. Arnpeck ;
v. Maren, Marquard. Ausgabe
20, 35
;
Vgl. ferner s. v. .
3.
ütr. zur Bezeichnung von etwas besonders Wertvollem aus sehr verschiedenen Gegenstandsbereichen, z. B. ›weibliche Schönheit‹, ›Tugend‹, ›Vernunft‹, ›Gesundheit‹, ›Ehestand‹; obszön: ›weibliche Scham‹; in religiösen Texten häufig von Christus, von der Gottesmutter gebraucht.
Bedeutungsverwandte:
,  1, , .
Syntagmen:
ein k. beschirmen / überkommen; k. des friedens, der vernunft / verständnis; edles / herliches / himlisches / liebes / reines / unaussprechliches / wirdiges k.

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
75, 23
(o. O.
1648
):
dieselben [Sitten] seyn eine sonderliche Zier und Kleinodie eines Menschen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1619
):
Reichester Schatz, Edelest Kleinod | [...] | Muͦtter Gottes.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
orhein.
1520
):
etliche geschöpf [...] begabet mit unußsprechlichem kleinet der verstentnus und vernunft.
Göz. Leichabd. (
Jena
1664
):
Wir sind [...] so gesinnet / daß wir nur durch Krankheit lernen wollen / welch ein aͤdles Kleinod gesunde Gliedmassen sein.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
n. 1450
):
Damit man uns frauen ere erpieten | [...] | Mit stechen, mit thurniren, mit sagen und mit singen, | Und allzeit unser lob gemeren | Dorumb wollen wir euch mit disem cleinot vereren.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
139, 39
(
Nürnb.
1548
):
sollen die Christen den Ehestandt fuͤr das herrlichste / groͤste / beste / kleinot achten.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Was eins vor dem andren thet haben | Für kleynat oder scheinbar gaben.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 100, 11
(
Hagenau
1534
):
Ein guter nachbawer / ist ein edel kleynodt.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Er gie hin ab, und behielt daz fuͦstuͦch vil jaren als sin liebes kleined.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
o suͤsser Got, herre min, wie du mich minnest mit dim klainot!
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
er kummet in zuͦ helfe [...] daz ir úch der welte erwertent und den hohen edeln schatz, das wirdige kleinoͤter, megetliche luterkeit, [...] beschirmetent.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
sprach Paris, | Ich han durch aller frowen pris | Ain clainett ze lande brachtt.
Jörg, Salat. Reformationschr.
32, 12
(
halem.
,
1534
/
5
):
Historia sig ein schatz / den man by hand haben sol [...] und me dann mit keynemm andern cleynet bewaren kan.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
So lief ain schöns klainet im weg umbher, das ward ain guldiner schwan, mit edlem gestain versetzt.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Mer beuilht vns paulus zelauffen vmb himlisch klainat vnd zestreiten vmb die Coron ewigs lebens.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
45
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
soll der pergmaister [...] aufsehen haben, Auff die besten klainot diser Stat, daz ist auff die zwen Wassergraben.
Thiele, Minner. II,
24, 33
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
2599
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
565, 1866
;
Logau. Abdank.
164, 22
;
Kehrein, a. a. O. ;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1211
;
Strauch, a. a. O. ;
Kurz, Murner. Luth. Narr ;
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 69, 6
;
V. Anshelm. Berner Chron. ;
Reu, Süddt. Kat.
1, 803, 12
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
39, 28
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
Vgl. ferner s. v. .
4.
›Abzeichen auf einem Helm, auf dem Wappen‹.
Syntagmen:
das k. berüren; k. des landes, der wappen; k. am hut, an der hose, auf dem helm
.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
lantgrave Frederich der were erslagen ader gefangen worden, hette er nicht gerethin also eyn eynfeldiger ritter, der keyn cleynot uf seyme helme furte.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
da stach man zu Nürmberg unter den claineten der wappen und da warn 39 helm auf der plan.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
, zu
1428
):
Die gedinge der wappen min Johann Merlo kleinotes [...] der min kleinot beruͤrt und mit mir vechten wil [...] sint die, so hie nachgeschriben stand.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1378
):
die ros alle schwartz mit schwartzem zendal verdackt und daran die schilt und clainat der vorgesprochen land.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
tragt mir fur ein jeder seinen wappen rock und die kleinat, die er auf dem hawͦpt gefurt hat.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
28, 40
(
moobd.
,
1553
):
also das sy innen ihren gewendlichen burgerlichen zaichen vnd pettschaft noch ain gemain insigl außer helmbdeckhen vnd klainoth machen und graben lassen.
Wiessner, Wittenw. Ring
7931
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Leidinger, V. Arnpeck ;
5.
›Preis (z. B. im Schießen, Turnier, Wettrennen)‹; metonymisch auch: ›Wettkampf‹.
Bedeutungsverwandte:
 17,
1
 13; zur Metonymie: .
Syntagmen
ein k. aufwerfen / ausgeben / ausstecken / empfangen / erreichen / erteilen / gewinnen / verleihen; um ein k. kämpfen / scheiden / schiessen / springen / stechen; kranz mit k.
; zur Metonymie:
ein k. halten
.

Belegblock:

Brinkmann, Bad. Weist. (
rhfrk.
,
1698
):
wann [...] das junge gesind einen tanz oder kleinodien halten wolle, daß sie sich vorhero [...] anmelden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
59, 5
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
her were ym gelozen von synen eldirn czu eyme sundirlichin spile unde kleynote.
Schaer, Pyr.-Thisbe-Sp. III, (
osächs.
,
1607
):
den Preÿs hab Ich Thuen Erlanngen, | auch Ettliche Kleinnot Empfanngen | von Königlicher Maÿstatt.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
enpieten wir schützenmaister und schießgesellen [...] zu wissen, das [...] unser lieb heren des rates zu Nürmberg die nachgeschriben cleinet und obenteẅer außgeben.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1486
):
Hie lest man euch ein kleinat schauen | Das han geworfen auf die frauen.
Ebd. (
15. Jh.
):
Wer [...] hofft und maint die clainet erraichen, | Der hör hie, das man niemant wil laichen.
Wickram
4, 34, 4
(
Straßb.
1556
):
So hort man die voͤgel [...] zuͦsamen stimmen / gleich als wann sie umb ein kleinat kempfften.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
da sprang man um ain klainet, auff einem fuͦß 3 spring.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1580
):
Der dorfrichter mage mit bewilligung der herrschaft clainater frei ausstecken.
Vgl. ferner s. v.  17,  3.
6.
›kleine Teile des Schlachtstücks‹.
Bedeutungsverwandte:
(als subst. Adj.) 2.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 37, 11
(
md.
,
1402
):
Dy fremdin fleischouwer [...] sollin inwennig der meyle [...] keyn cleynot von dem vihe in dye stadt furen.
Ebd.
39, 4
(
1462
):
das cleynot, das von kelbern gefellet, sollen vnd mogen sie vff dem friimarckte macht haben zcuuorkouffen.
Ebd.
40, 26
.
7.
›Gemüse, Kraut‹.
Wortbildungen:
kleinodgarten
.

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
66, 22
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Saumist. Ist gar zue hitzig, in warmen landen nicht dienlich, aber in kalten landen dienlich in die kleinottgärten.