kittel,
der
;
–/-Ø
.
›Oberhemd für beide Geschlechter‹.
Phraseme:
nicht ganz im kittel sein
›nicht vollständig in Übereinstimmung sein‹.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,  1,
1
 12,  2,  1, (
der
1, , .
Syntagmen:
einen k. anhaben / anlegen / aufreissen / ausziehen / einfärben / machen / tragen; frischer / gefärbter / grüner / guter / hänfener / leinener / neuer / weisser / zwillicher k.
Wortbildungen:
kittelbarchent
(16. Jh.),
kittelbund
Bezeichnung für ein Bauernheer,
kittelhemd
,
kittelmacherin
(dazu bdv.: ),
kittelrok
(a. 1409),
kittelschaupe
›Arbeitsrock‹ (a. 1627).

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
rusticus habet ein kittel, Monachus ein lindische kappe.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
haben wir euch zwayntzig fußknecht [...] bestelt, den wir [...] yedem ain kittel und ein kappen zu geben zu gesagt haben.
Fastnachtsp. (
nobd.
n. 1494
):
Ain grabe kappen und ein pösen huot | Und ain kittl hänfein | Und ein joppen leinein.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
428
(
Nürnb.
1613
):
Pfaff Hanß, zu ewrem Bawren Tittel / Gebuͤrt euch billich dieser Kittel.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel Var. (
Straßb.
1466
; Var.
Nürnb.
1483
):
Sy legt von ir die gewande des witwetumbs. Sy nam ein dúnnes gewand
[Var. K:
eynen kyttel oder taphart
].
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Färwt ain denn den kittel gelen, | Si sol wol vier lot davon stelen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Kittelhaͤmbd / Ein dünn zart kleid so die weyber in grosser hitz tragend.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Die baurn hetten ein aigen her, hies man den kittlpund.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
dieweil hertz vnd sel von wegen des fleisch nit gantz imm kitel seinn.
Rechn. Kronstadt
3, 319, 35
(
siebenb.
,
1554
/
5
):
hŭn Ich gebenn der dienst frawen vor 1 kedell czu machen asp. 7.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
162, 34
;
Wiessner, Wittenw. Ring
5469
;
Klein, Oswald
18, 16
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee ;
Voc. inc. teut.
n iijr
;
Vgl. ferner s. v.  13,
1
 1, .