kirchspiel,
kilchspiel,
das
;
-s/-e
.
›Kirchengemeinde; Gemeindebezirk‹.
Bedeutungsverwandte:
,
1
 1,  3, , ,  1, .
Syntagmen:
ein k. heren / richten; einem k. rechnung tun, vorstehen; sich in ein k. einschleifen, in ein k. gehören, in einem k. gelegen sein, von dem k. faren, etw. vor dem k. ausbieten, jn. vor dem k. in den ban verkündigen; aus dem k. gebürtig
.
Wortbildungen:
kirchspielachte
›Mitglied eines achtköpfigen Kirchengemeinderates‹ (a. 1577),
kirchspielbürde
›Abgabe eines Kirchspiels‹ (a. 1545),
kirchspielding
›Zusammenkunft der Mitglieder eines Kirchspiels‹ (a. 1591),
kirchspieler
›Bewohner eines Kirchspiels‹ (17. Jh.),
kirchspielgericht
(15. Jh.),
kirchspielman
,
kirchspielpfleger
›Mitglied des Kirchenkonvents (in Straßburg)‹ (a. 1534),
kirchspielsangehöriger
(seit 1548),
kirchspielsbrauch
(seit 1580),
kirchspielsbuch
›Aufzeichnung rechtsrelevanter Handlungen in einem Kirchspiel‹ (a. 1583),
kirchspielschatzung
›Veranlagung eines Kirchspiels zu einer Steuer; die Steuer selbst‹ (a. 1608),
kirchspielschreiben
(a. 1616),
kirchspielsdorf
(seit 1590),
kirchspielseingesessener
(seit 1535),
kirchspielsvolk
(seit 1550),
kirchspielsgerechtigkeit
(E. 16. Jh.),
kirchspielsgericht
(seit 1462),
kirchspielsjunker
›Gutsherr in einem Kirchspiel‹ (seit 1577),
kirchspielskind
›vollberechtigter Einwohner eines Kirchspiels‹ (seit 1576),
kirchspielskirche
,
kirchspielsleute
(seit 1463),
kirchspiel(s)recht
›Gericht in oder für ein Kirchspiel‹ (seit 1545),
kirchspiel(s)schreiber
(seit 1585),
kirchspielsuntertan
,
kirchspielsverwandter
›Gemeindeglied eines Kirchspiels‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
23268
(
preuß.
,
um 1330/40
):
di zwen argen | [...] | hertin da mit brande | di kirspil in den stundin.
Chron. Köln
2, 42, 12
(
rib.
,
um 1400
):
In deim selven mainde des 10. dages, do was der grose brant in sent Kunibertz kirspel.
Koeniger, Sendgerichte
20, 7
(
rib.
,
1590
):
Erkennen und weisen sendscheffen und gemeine kirspelsverwandten, dass [...] der pastor schuldich [...] miss in der pfarkirchen zuhalten.
Aubin, Weist. Hülchrath
131, 5
(
rib.
,
n. 1628
):
Zweitens sollen die nachparen und kirspelsundertanen den bütgen oder die kirch mit ihren abhangen bauen.
Buch Weinsb.
2, 379, 8
(
rib.
,
E. 16. Jh.
):
gib ich jars aus an faren: [...] kirspelsgerechtigkeiten, gaffelkosten, statkosten [...] 10 daller.
Ebd.
3, 54, 4
(
1580
):
das unser her Jacobus [...] sich den kirspels- und statbreuchen [...] gemeis hilte.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
320, 12
(
osächs.
,
1523/4
):
So dan [...] wer aufbracht, das Heinrich von Schonberg offentlich auf dem predigtstul in kirchen fur einem ganzen kirchspil in den ban verkundigt sei.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
240
(
Nürnb.
1613
):
Ich bin vorgestanden zwar | Meinem Kirchspiel vast zwanzig Jahr.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
190, 15
(
halem.
,
1445
):
sprechen wir us imm rechten, das die herren irn schaff und geiss zehenden in iegklichem kilchspel ziechen und nemen soͤlent.
Koller, Ref. Siegmunds
227, 35
(
Hs. ˹Augsb.
,
um 1440˺
):
die kirchmaister [...] süllen auch darumb alle jar rechnung ton dem kirchspel, wann auch all pürden auff gemainen kirchspel leit.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2531
;
Schmidt, St. Kastorst.
2, 226, 9
;
Illing, Albert. Sup. miss.
483
;
Leisi, Thurg. UB
7, 748, 3
;
Welti, Stadtr. Bern
469, 24
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
469, 23
;
Voc. Teut.-Lat. q iiij v;
Alberus Tt iiij v;
Brinckmeier
1, 1093
;
Pfälz. Wb.
4, 242
;
Schwäb. Wb.
4, 405
/6;
Rwb
7, 982
/1001.
Vgl. ferner s. v.
2
 5,
1
 1.