1
keren,
V.;
vereinzelt rückuml.;
zu
mhd.
kêren
›wenden‹
().
1.
›jn. (sich) / etw. (um)drehen, wenden‹.
Phraseme:
jm. den after / ars / rücken keren
;
das inwendige aussen keren
;
das oberste zu unterst keren
;
etw. zu berge keren
;
etw. zu boden keren
.
Bedeutungsverwandte:
 7, , .
Syntagmen:
etw.
(z. B.
den schwanz / spiz, die deichsel, das buch / ende / haupt / heft / segel, die augen
)
k., das angesicht von jm. k., sich auf die seite, an ein bildnis, gegen dem himmel / land, sich im bet k., sich für jn. k., sich von / zu jm. / e. S. k
.
Wortbildungen:
kerrad
(a. 1594).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der engel, dâ er sich kêrte ze der crêatûren bekennenne, dâ würde ez naht.
Perez, Dietzin
1, 407, 8
(
Frankf.
1626
):
folgten derowegen dem Schwein in aller Eyl nach / welches sich also bald gegen ihnen kehret.
Luther, WA (
1535
):
das er [...] wil [...] mit jnen das oberst zu unterst keren, das sie ploͤtzlich zu boden gestuͤrtzet ligen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
147r, 3
(
Leipzig
1588
):
ist ein Comet im Mertzen erschienen / hat den Schwantz gegen Auffgang gekeret.
Grimm, Weisth. (
els.
,
1343
):
ein knecht [...] soll das isen zu berge keren an syn kinne.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
Das angesicht er gleich von mir kort, | Vnd mocht die starcken wort nit hoͤren.
Anderson u. a., Flugschrr.
14, 11, 19
(
Straßb.
1524
):
Es sol sich nyemants glaͤubigs an die bildtniß der goͤtzen kere͂ noch wenden / kein gebet [...] darvor thuͦn.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Gegen dem lande sy do | [...] | Kertten segel unde mast.
Sappler, H. Kaufringer
30, 28
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
die messer tragent sie wunderlich: | die heft kerent sie under sich | und kerent über sich den spitz.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
er [...] hat sich wider zuͦ dem hencker kert.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
30, 23
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Wanne die sunne begint sich danne wider keren zu der undern halpwerld.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wan der mensch hât sein haupt gekêret gên dem himel und die füez auf dei erd.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
do gaben sy [die haiden] sich zu schneller flucht, kerten den cristen den rugken.
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 17, 27
;
Eggers, Psalter
18, 17
;
M. Cunitia. Ur. Prop. ;
Gille u. a., M. Beheim
453, 1335
;
Bobertag, Eulensp. ;
Adomatis u. a., J. Murer. Hest.
528
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
332, 24
;
Plant u. a., Main. Naturl. 300vc,
22
;
Pfeiffer, a. a. O. ; ;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
46, 37
;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Vgl. ferner s. v.  1, , (
der
4,  1,  2,
3
 23,  7, (Präp.) 2,  10, .
2.
›etw. (Gewässer) in eine bestimmte Richtung leiten‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2, .
Syntagmen:
den bach, das wasser k
.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1537
):
Ob ainer [...] di gräben nit ausraumet oder das wasser nach altem herkömen nit auslaitet und keret.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1570
):
wann [...] ain [...] dem andern das wasser auf die gründ und felder keret, [...] der soll gestraft werden.
3.
›etw. (Vieh) zu einem bestimmten Ziel hintreiben‹.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1590
):
Es soll auch kain Raunperger seine roß aufs moß an die waid kern.
Ebd. (
A. 17. Jh.
):
demselben solle im sumer auf die gmain zu kern kaine [kue] bewilliget.
Bischoff a. a. O. ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Vgl. ferner s. v. .
4.
›jn. / etw. in eine bestimmte Richtung lenken, jn. auf einen bestimmten (rechten oder falschen) Weg bringen, e. S. eine bestimmte (gute oder schlechte) Wendung geben, jn. bekehren‹; speziell: ›sich, seine Sinne, sein Inneres Gott, einer geistlichen oder weltlichen Instanz zu- oder abwenden, sich bekehren‹; ütr. zu 1.
Texte didaktischen und religiösen Inhalts, gehäuft Texte der Mystik.
Phraseme:
jm. etw. zum guten / besten / ärgsten / bösen keren
o.ä.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
 11.
Syntagmen:
sich zu jm. k., sich an got / Jesum / den antikrist k., sich auf sich selbst, auf das beste, auf demut, gegen jn. / etw. k., etw. in irrung k., sich in die begierde, das gelobte land, ein neues leben, innere werke k., jn. / sich von got, des teufels dienst, dem könig, der welt, dem üblen, den schanden / sünden, allen dingen k., jn. / sich zu got, gottes dienst, der welt / tröstung / warheit, dem rechten, den auswendigen dingen, den rechten tugenden k.
Wortbildungen:
kertag
›Tag der Bekehrung‹.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wâ von kumet ez denne, daz sie den menschen sô lîhte von gote kêrent.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swenne de suͦndere zuͦ gote keren wel, so sal man in vntfan.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Das ich dich und yn ertzurnet hatte | Und daz myn leben waz zu bose gekorten.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Sollens jm nicht zum ergsten keren, | Damit wir jm sein leidt vermehren.
Perez, Dietzin
1, 323, 18
(
Frankf.
1626
):
Warumb kehrestu dich nicht wiederumb auff den rechten Weg?
Dubizmay, kurß zu Teutze
52, 14
(
hess.
,
1463
):
vnser hende werck kere zu gütte.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1784
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
bessir ist ein wip uf demud gekard | danne eine reine mait vol hoffard.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
daz ist aber die ware wisheit daz du, mensche, dich kerest von des tuͤveles dineste.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
do sumliche unsir und des reichs widersachen [...] von uns und dem reiche karten.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
der kunig Otte [...] verdingete die stat, daz sü zuͦ ime keren solte.
Rieder, Gottesfr. (
els.
,
1390
/
1402
):
der selben prophecien sú oͮch volgete und kerte sich von aller unlidikeit der welte.
Anderson u. a., Flugschrr.
10, 2, 10
(
Zürich
1524
):
das üwre widersecher mitt d‘ warheit nütz vermoͤgend / vñ deßhalb sich zuͦ fablen vñ lügen keren muͤssend.
Steer, Schol. Gnadenl.
5, 163
(
halem.
,
15. Jh.
):
Moyses [...] kerte sich in innre werk vnd gieng vff den berg.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
15. Jh.
):
an sant Pauls kör tag do kom ein erdpidem.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
die argen strâfer, die den läuten kainen schimpf noch kain werk ze guot kêrent.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
19, 50
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
trawt vrawe, ker dein kindt | gein den, die da gelawbig sint.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
461
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Mit der kraft chert sy in das war vnd in die warhait.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
185, 65
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
so sol er das hercz auff ander ding, das nucz sey cheren, als czu dem leyden Cristi.
Munz, Füetrer. Persibein
91, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ich wollt es in nicht wann zum pestten keren.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
125, 13
(
tir.
,
1464
):
chër von v̈ns den zorn des herren, den wir wol verschult haben.
Froning, Alsf. Passionssp.
2107
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
32, 8
;
Langen, Myst. Leben
206, 15
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
50
;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Illing, Albert. Sup. miss.
375
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Roloff, Brant. Tsp.
37
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
21, 4
;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Sappler, H. Kaufringer
22, 65
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin ;
Völker, Antichrist
61
;
Roth, E. v. Wildenberg ;
Bauer, Imitatio Haller
54, 16
;
Ulner
464
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Dehnhardt, Metaphorik d. Mystiker.
1940, 65
.
5.
›jn. / etw. (in / zu etw.) verwandeln‹; auch ütr.
Bedeutungsverwandte:
 1, .

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die werlt gekart wart in blut | An irme dritten ende.
Reichert, Gesamtausl. Messe
17, 27
(
Nürnb.
um 1480
):
die bischoffe [...] satzten das auf zu eyner ewigen ordnung und kerten das gespoette [...] zu eyner ere und lobe dem heyligen sancto Petro.
Lemmer, Brant. Narrensch.
108, 78
(
Basel
1494
):
do Circe mit ir drankes gwalt, | sin gsellen kert in tieres gstalt.
Sappler, H. Kaufringer
20, 144
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
das ainer lons darumb begert, | das er das recht zuo unrecht kert.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1555
):
deshalb der gemain man [...] verursacht worden, das übel regierend regiment in ain recht burgerlich [...] zuͤ keren.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der wein [...] kêret von unmilt in milt, von unsänft in sänften muot.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
die keiserin [...] kert des grafen frumkeit in übel.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob ,
Kehrein, Kath. Gesangb. ; ;
Schmidt, Rud. v. Biberach
119, 24
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 274/5
.
6.
›etw. zu js. / e. S. Nutzen verwenden, ausnutzen‹.
Phraseme:
etw. an sich keren
›sich etw. zuwenden‹;
etw. an js. / e. S. nuz keren
›jm. / sich etw. zugute kommen lassen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2, ; vgl.  10.

Belegblock:

Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
kumpt keyn swertmog [...] so mag der richter redeliche sune nemen unde das keren an synen nucz.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
E. 14. Jh.
):
komet aber nieman [...] so sol man daz selb holtz fuͤren vnd keren an vͥnser stat nutz vnd buwe.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1373
):
daz sie [...] ein redlich ungelt [...] nemen und in iren und der vorgenanten stat nucz und frumen das wenden und keren sullen.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
die gült, die sie haben, sol man ablösen und an der pruder nutz keren.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1494
):
ob ainer unsers gotzhauß guter ains oder meer an sich keert.
Welti, a. a. O. ;
Uhlirz, Qu. Wien ;
Piirainen, Stadtr. Sillein
82,
r10;
7.
›jm. etw. (z. B. einen Schaden) vergüten, etw. entrichten‹; mit mehrfacher Verschiebung der Bezugsgröße: ›etw. (eine böse Tat u. ä.) durch eine Leistung wieder gut machen, für etw. bezahlen; e. S. (einer erhobenen Forderung) nachkommen; etw. (einen Streitgegenstand) bezahlen‹.
Bedeutungsverwandte:
 12, .
Syntagmen:
jm. einen schaden / schmerz / totschlag / übergrif, eine besserung / forderung / tat, ein dorf / gelt / unrecht, wunden k.
Wortbildungen:
kerschmalz
(a. 1565).

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dat sy alle zo house quamen | ind hadden des iren rait, | zo keren sus gedane dait.
Wolf, Gesetze Frankf.
43, 11
(
hess.
,
1388
):
so sulde der, der den schaden gethan hette, hieme sinen schaden keren.
Küther, UB Frauensee
197, 19
(
thür.
,
1422
):
worde mogeliche schade daruff gethan [...], den schaden sollen wyr en keren.
Goedeke u. a., Liederb. (
v. 1531
):
wol dem, der [...] dir das wider keret | dein übermut und schalkheit groß.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1387
):
die vordrung, die etlicher hat, die wil er also haben gekert.
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
277, 32
(
nobd.
,
1409
):
Von lantfrids wegen zerung sol der schenk keren.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
, zu
1424
):
Also sint die stette im Briszgow gerichtet, daz inen die vier doͤrffer [...] gekert werden soͤllent.
8.
›etw. abwenden, verhindern, verhüten‹.
Wmd.
Syntagmen:
etw.
(z. B.
den streit / sturm, die gewalt
)
k., etw. mit schiessen k.

Belegblock:

Dat nuwe Boych (
rib.
,
1396
):
dat die sichern vnd sweren sculde zo den heilgen, [...] die gewalt zu keren.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Wa it an lijff geit ind an ere | der wise denckt vur wie hie it kere.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2274
(
Köln
1476
):
Hed man do donrekruyt gehat, | Weer gekeret myt schiessen dat.
Froning, Alsf. Passionssp.
756
(
ohess.
,
1501ff.
):
alles das dich betruben magk, | [...] | ich wel es der keren, deß gleube mer!
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1135
;
Meisen, a. a. O.
551
;
9.
›jm. zuteil werden, zufallen, jn. überkommen‹.

Belegblock:

Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
die groß zerstörung, so sich vast bald uff uns keren wyrt!
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
do baide here lang und grimmigklichen geschlagen hetten, kert sich der sig zuͦ Juli Cesar.
in dem kläglichen streit kert sich der pluͦtig sig zuͦ Ludwig.
10.
›sich wohin begeben, fahren, reisen‹; meist mit Angabe des Ziels oder der Richtung.
Phraseme:
ab der wal keren
›den Kampfplatz verlassen‹;
auf die gauchmatte keren
›zu den Narren gehen‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
˹
an die, zu der flucht, aus dem feld k.
jeweils (›fliehen‹)˺,
auf einen weg / eine strasse, für jn., gegen dem mer, in den krieg, in eine herberge, von jm., von dannen, von der stat / strasse, zu jm., zu feld / haus / schule / werk k., sich nach einem land k., mit kaufschaz k.; heim k.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die boten ilden keren | an Josephen da er was.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Die gemeinde [...] began durch die Hoenportze keren.
Froning, Alsf. Passionssp.
2293
(
ohess.
,
1501ff.
):
ich [...] wel mich widder heym zu huß keren.
Küther, UB Frauensee
362, 9
(
thür.
,
1525
):
andere aus steten und dorffern [...] keren sich nach der fursten Sachssen landen.
Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
Die soͤllen all vfft gouchmat keren, | Vnd helffen do fraw Venus eren.
Wickram
4, 21, 9
(
Straßb.
1556
):
Als er nuͤn urlaub von Roberto nam / heim zuͦ haus keret.
Kottinger, Ruffs Etter Heini (
ohalem.
,
1538
):
Das hatt der Eckart mich thuon leren: | ich sölle zuo den wysen keren.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wer der wer, so von vͥnser stat kerte in dem kriege.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
gegen dem mer er cherte.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ein Frantzoys sein geselle wart, | Mit dem er gen Yspany chart.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Theodo mit den seinen [...] kerten ab der wal zu den gezelten der Sarratzenen.
doch zu dem lessten kerten die haiden an die flucht.
der hertzog Welf muest aus dem veld flüchtig keren.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
889
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
88
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
68, 9
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
92, 22
;
Bachmann, Haimonsk. ;
Sappler, H. Kaufringer
13, 279
;
Munz, Füetrer. Persibein
290, 7
;
Kummer, Erlauer Sp. ;
Vgl. ferner s. v.  1, 5,  5, ,  21,
1
 14, ,  2.
11.
›sich (meist: nicht / wenig) um etw. kümmern‹.
Phraseme:
sich an etw. k
.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1357
):
Kere dich an sin klaffen nit.
Froning, Alsf. Passionssp.
7352
(
ohess.
,
1501ff.
):
Her Samaroth, ir solt uwer clagen lan: | ich enkeren mich werlich nicht daran!
v. Tscharner, Md. Marco Polo
68, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
so keren sich di wip an keyn dink ane czu der kinder sorge.
Anderson u. a., Flugschrr.
3, 10, 13
(
Wittenb.
1525
):
keret euch an keyn plaudern oder schwetzen des teuffels.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
er [...] verbot den stiften ire guͤter in sime bistum [...] do kerte sich der rot zuͦ Strosburg dran.
Lemmer, Brant. Narrensch.
8, 12
(
Basel
1494
):
Syn suͦn Thobias allzyt lert | Das er an wysen rat sich kert.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3502
(
schwäb.
,
1453
):
red an, was dir gebürt, | Und ker dich nit an sin antwürt!
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
100, 41
(
tir.
,
1464
):
der selbig chëczer der wolt sich nicht cheren an die grossen wunder, der pelaib in seiner herttikchait.
Helm, H. v. Hesler. Apok. ;
Altmann, Wind. Denkw. ;
Dietrich. Summaria
19r, 24
;
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
712
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
16, 16
;
Vgl. ferner s. v. (
das
),  2,  2,
1
(
die
2.
12.
›einer bestimmten beruflichen Tätigkeit nachgehen; eine Arbeit bei jm. annehmen‹.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1350
/
79
):
Weren aber me kindere dezselben mannes, dyͤ czuͤ deme hantwerke welden keren.
Lemmer, Brant. Narrensch.
48, 9
(
Basel
1494
):
Jeder knecht / meyster werden will | [...] | Mancher zuͦ meysterschafft sich kert | Der nye das hantwerck hat gelert.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
21
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Ist das er ist ein heuer so sol er in vierczehenn tagenn nit kerenn czu dem Anderen tail.
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 207
.
13.
in einer hohen Anzahl von Belegen ist nicht zu entscheiden, ob ein unfestes Präfix-Kompositum oder eine Fügung mit Simplex und Adverb vorliegt.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
2205
(
ohess.
,
1501ff.
):
Ach, wo sal ich mich henkeren?
Luther, WA (
1535
):
wo jr schon im geitz gesteckt hettet, keret nur wider und bessert euch.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
320, 19
(
els.
,
1362
):
noch den ostern kerten sú wider in ein fúrlossen leben.
Michels, Murner. Badenf.
6, 11
(
Straßb.
1514
):
da er gantz vnd gar nim het, | Zuͦ sinem vatter kort er wider.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Des kert er an in und vermaint sich und sie seinen an im zu rechen.