kelner,
der
 ;
-s
, auch
/-
Ø
;
zu
mhd.
kelnære
(
Lexer
1, 1542
), dies aus
mlat.
cellenarius
(
DuCange
2, 251
).
1.
›Verwalter einer Vorratskammer, eines Weinkellers einer Behörde, Mundschenk‹.
Bedeutungsverwandte:
 ; vgl.
2
 1, , (
der
).
Wortbildungen:
kelnerkamer
,
kelnerknabe
,
kelnerknecht
.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 40, 2
(
rib.
,
um 1560
):
der porzener [...] sagt, der abt, prior und kelner weren verreiset.
Struck, Marienst. Wetzlar
570, 36
(
hess.
,
1400
):
6 fl. gab der kelner vor 4 1/2 ame probende wines.
Küther, UB Frauensee
172, 18
(
thür.
,
1380
):
Ouch sal en eyn kelner andelagen alle tage czwey stuͤbichin birs unser conventis uze dem cloistere.
Ermisch, Freib. Stadtr.
54, 20
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Swelch man meleet unbesezzenen luten, he si coch oder kelner, [...] daz sal he verschozzen.
Gerhardt, Meister v. Prag
23, 14
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
Da brachten sie dem kelner die krug.
Sachs
5, 32, 11
(
Nürnb.
1539
):
Glück zu! bist nit der kelner-knecht?
Peil, Rollenhagen. Froschm.
324, 1976
;
Sachs
5, 32, 29
;
Niewöhner, Teichner
181, 51
;
UB ob der Enns
10, 439, 23
;
Zingerle, Inventare
168b, 41
;
Rwb
7, 731/4
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
›Verwalter der Finanzen einer kirchlichen oder weltlichen Behörde‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache vgl.
Hrg
2, 696/9
.
Syntagmen:
einen k. unter sich haben; dem k. dienen, etw. ausrichten / bezalen, lieferung tun, die rechnung, unterpfand setzen, gehorsam sein; jn. zum k. schicken; k. des klosters / stiftes; oberster / vormaliger k.; rat des k.

Belegblock:

Hilliger, Urb. St. Pantaleon
509, 42
(
rib.
,
1624
):
Die forster nit dem waltschulteissen und kelner des churfursten [...] sollen alle jahr zum weinigsten einmall inspection uber den walt thuen.
Rudolph, Qu. Trier
61, 36
(
mosfrk.
,
1540
):
Derselb kelner soll auch den werkmeister und das gesinde [...] zur arbeit anhalten.
Koller, Ref. Siegmunds
181, 25
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
Sie sullen haben ainen vogt und ainen kelner, die ir dinck versorgent.
Winter, Nöst. Weist.
1, 965, 12
(
moobd.
,
14. Jh.
):
So sind si im phlichtig zu farn was den kellner anghoret.
Ebd.
3, 728, 2
(Hs.
A. 16. Jh.
):
wer aber auf gesetztn tag [...] ân willen aines kelner oder kastner versess, der ist das wandl verfallen 72 ℔.
Wopfner, Urk. Agrargesch.
301, 17
;
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 253, 30
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
84, 22
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 244, 40
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
300, 3
;
Alberus
ll ir
;
Rwb
7, 731/4
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 222
.