kelle,
die/der
;
–/-n
.
– Zur Lautung von 'Löffel / Kelle' in den rezenten deutschen Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
.
1.
›Schöpflöffel, Schöpfgerät mit langem Stiel, Honiglöffel des Bienenzeidlers‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , ,
1
 1, ,  1,  1.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
63, 16
(
preuß.
,
1442
):
In der koche: [...] 2 kellen.
Ders., Gr. Ämterb.
243, 17
(
preuß.
,
1452
):
Kochenampth: [...] 4 kellen und eine schepkelle.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
lye mir crewel und kelle, | ich wil en sencken in dye helle.
Wiessner, Wittenw. Ring
5729
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
seu machtend ire hend ze kellen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die kelln vnd die moͤrser vnd die kreul vnd koͤpff vnd alle die erin vaß.
Argovia (
halem.
,
1. H. 15. Jh.
):
von einem ymben der vf gütern stat [...] soll man im geben den zehenden kellen oder zehenden pfenning.
Bächtold, N. Manuel. Abl.
120
(
halem.
,
1525
):
Ich wil im frig mit der kellen winken, | Es lust mich bass, denn essen und trinken!
Zingerle, Inventare (
vorarlb.
,
1479
):
vier ofenysen vnd ain gross kell, dar inn man guͤst.
Joachim, Marienb. Tresslerb. ;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
294, 19
;
773, 29
;
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
119, 44
;
Zingerle, a. a. O. ;
Mylius
G 1r
;
2.
›Werkzeug des Maurers zum Auftragen des Mörtels‹.
Phraseme:
der kelle lonen
›für die Maurerarbeit aufkommen‹.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1617
):
2 grosse kellen.
Roloff, Brant. Tsp.
320
(
Straßb.
1554
):
Die Metzger werffen mich mit Kutteln | [...] | Die Maurer ir hammer und ir kellen.
Chron. Augsb. A. 2 (
schwäb.
,
1523
/
7
):
warent ellendigklich anzusehen [...] der ain ain stain, diser ain cöln in henden, der ander ain kübel.