keiserin(ne),
die
.
1.
›regierende Monarchin; Gemahlin eines Kaisers‹; mehrfach ütr., z. B. auf die Liebesgöttin, die Gemahlin, die Geliebte.
Bedeutungsverwandte:
,  1, .
Syntagmen:
eine k. kiesen; der k. untertänig sein; des herzen k.; auserwälte / edle / freundliche / römische / schamhaftige k.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
27, 330
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
voir die joncfrow die ich mynne, | koer ich nicht die keyserynne | noch conincynne van Engelant.
Henschel u. a., Heidin
1342
(
nobd.
,
um 1300
):
So belibestu mir | Mitten in dem herzen min | Vserwelte keyͤserin.
Pyritz, Minneburg
5343
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
O Venus, keyserynne, | Hie horet ware mynne.
Bihlmeyer, Seuse
420, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
Dar umb maͮlet man fro Venus oͮgenlos, wan sú in liebes oͮgen machet ein gebúrin zuͦ einer keiserin und ein keiserin machet zuͦ einer gebúrin.
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 179 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Solt ein btruͦbte fraw vff erden, | Darnach vns armen hilffes schin | Solt thuͦn die freüntlich keiserin?
Morrall, Mandev. Reiseb.
142, 16
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
die kayserinn ritt recht in der mäß mit vier huffen als der kayser.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3737
(
schwäb.
,
1453
):
Darummb berüff ich mich hin dann | Von üch zuͦ ainer kayserin, | Dü höher ist dann Venus Minn.
Thiele, a. a. O.
5, 6
;
Perez, Dietzin
1, 208, 26
;
Gille u. a., M. Beheim
112, 53
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
464
;
Klein, Oswald
82, 2
;
114, 53
;
Rwb
6, 692
.
Vgl. ferner s. v. ,  7,  1,  1.
2.
ütr. auf die Mutter Gottes, Maria.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Syntagmen:
k. des erdreichs / himmelreichs / der barmerzigkeit; allerhöchste / edle / himlische / lobsame / oberste / traute / werte k.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
263, 34
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
als himel reichs bistu ain kaiserin | aller barmherczikaite | bistu ain kungin.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 390, 4
(
Nürnb.
1631
):
Ave Maria | Du edle Kaͤyserin, | [...] | Der Seel Wegweiserin.
Päpke, Marienl. Wernher
14310
(
halem.
,
v. 1382
):
Bis wilkomen, kúnegin, | Du Gottes muͦter, kaiserin.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
337, 18
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Dem paum geleicht sich diu oberst edel kaiserinn, der himel fürstinn, aller sünder fürsprecherinn.
Primisser, Suchenwirt
12, 94
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Maria, himel cheyserein, | Pehut ist vor des teufels pant.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
11108
;
Feudel, Evangelistar V.
513
;
Gille u. a., a. a. O.
437, 6
;
Nyberg, Birgittenkl.
2, 298, 21
;
Wackernell, H. v. Montfort
1, 4
;
Rwb
6, 692
.