keiser,
der
 ;
-s/-e
, auch
;
nach dem von den Germanen übernommenen Namen des römischen Herrschers Julius Cäsar.
1.
›Kaiser‹, Titel, Stand und Funktion des höchsten weltlichen Herrschers.
Bedeutungsverwandte
(bzw. sachzugehörig): , ,  1,  2,  13,
3
,
1
 1, , , , .
Syntagmen:
den k. ablassen / achten / affen / beschirmen / bestehen / betriegen / bezwingen / eren / erwälen / grüssen / krönen / sehen, den k. um etw.
(z. B.
um gnade
)
bitten; der k
. (Subj.)
kriegen, regieren, richten, frieden bieten, vom wagen abstehen, vom pferd abtreten, etw. beschirmen / bestetigen, ansagen lassen, jn. befördern / unterweisen, mit etw. (lehen) begaben, das recht machen, sein gericht nemen, auf jn. setzen, jm. etw. verleihen, zu lande ziehen; etw. des k. sein; dem etw. abreden / abschlagen / zuschreiben, ere bieten / tun, zu dienste stehen, jn. abfällig machen, anhellig sein, etw. zu liebe tun; auf den k. acht haben, apellieren, etw. bei dem k. ausbringen, bei dem k. in geschäften sein, etw. durch den k. befrieden / erhalten, jn. für den k. laden, sich gegen den k. entschuldigen, über den k. klage machen, von dem k. abscheiden / ausgehen / herrüren; allerchristenster / deutscher / edler / erwälter / gekrönter / gewaltiger / glükseligster / grosser / heiliger / himlischer / hochlöblicher / höchster / künftiger / mächtigster / oberster / reicher / regierender / römischer / türkischer k.; der bienen k.
(›Bienenkönigin‹);
abschied / acht / befel / bild(ung) / brut / dienst(man) / freiheit / fürnemen / geblut / (ge)bot / hof / kamer / krone / macht / münze / rat / recht / richter / sachen / sal / schirm / titel / tisch / urlaub / wappen / zeichen / zuname des k.; zu handen des k.
Wortbildungen:
keiserbuch
(a. 1559),
keiserdiener
(16. Jh.),
keisergeld
,
keisergulden
(seit 1585),
keiserhof
,
keiserkreuzer
(a. 1481),
keiserkrone
(a. 1579),
keisermörder
(a. 1579),
keiserpacht
(a. 1491),
keiserpfennig
(a. 1357),
keiserrecht
,
keiserreich
,
keiserreichsstat
,
keisersfane
(a. 1531),
keiserstrasse
(a. 1590),
keiserstul
,
keisertaler
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 346, 33
(
preuß.
,
1441
):
als denn Noremberg eyne erliche keyserreichs stat ist.
Ebd.
4, 157, 33
(
1453
):
so sey der bundt mit seinem capitel mercklich wider das keyserrecht und gulden bullen.
Große, Schwabensp.
75, 40
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
keysere vnde konige hant diz gemeyne recht gemachet.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
924
(
mrhein.
,
um 1335
):
Dem keiser biden wir ere.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
271
(
pfälz.
,
1436
):
des keysers geslagen móntz hat des keysers bildunge in der oberschriefft.
Hübner, Buch Daniel
2779
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Valsch machet ir keiser reht, | Strafet nicht der sunden knecht.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
22, 21
(
osächs.
,
1343
):
darumme gebit wider di des keiseres sint dem keisere, und di gotes sint gote.
Lippert, UB Lübben
2, 121, 8
(
osächs.
,
1437
):
des sein gewest 1 sch. 22 g. von deme keysergelde.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
687, 104
(
osächs.
,
1523
/
4
):
als der keiser recht in Codice von der beweisung an dem gesecze actor [...] ausweist.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
214, 13
(
Nürnb.
1548
):
Keysern vnd Koͤnigen sol es gehn / wie dem geringsten bettler.
Harsdoerffer. Trichter
3, 286, 27
(
Nürnb.
1653
):
Keiser [...] Das hoͤchste Haubt der Christenheit / die sieghaffte Majestaͤt / die der Roͤmer Adler fuͤhret und das Teutsche Reich regieret.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 86, 22
([
Augsb.
]
1548
):
Ich wollt du waͤrest der Türckisch Kaiser / und du Bapst zuͦ Rom.
Welti, Stadtr. Bern
492, 16
(
halem.
,
15. Jh.
):
si lassen ze beliben bi allen fryheiten, [...] priuilegien, als ir uordren vnd sie von keysern vnd kuͥnigen har bracht hat.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
288, 29
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez sprechent auch etleich, daz der peinn kaiser kainen angel hab, dâ mit er stech.
Dirr, Münchner Stadtr.
424, 20
(
moobd.
,
um 1365
):
Wan uͤnser herr der kayser zuͦ der plaich stock und podem [...] gefreyt hat.
Mollay, Ofner Stadtr.
4, 1
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Kaiserr, künig vnd ander krönte diser welt mag man ab setzen.
Schorer, Sprachposaun
8, 14
;
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
460, 31
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
154, 27
;
Feudel, Evangelistar
4, 28
;
Gille u. a., M. Beheim
110, 140
;
Franck, Klagbr.
224, 21
;
Bihlmeyer, Seuse
416, 16
;
Grundmann u. a., A. v. Roes
203, 11
;
Wyss, Luz. Ostersp.
419, 7
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
500, 20
;
Koller, Ref. Siegmunds
296, 3
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2599
;
Vogel, Salb. Heiliggeistsp.
1, 6
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
997
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee
95, 10
;
Maaler
243r
;
Volkmar
285
;
Schwäb. Wb.
4, 149
;
6, 2252
;
Vorarlb. Wb.
2, 4
;
Rwb
6, 681
/7;
689
;
691
;
693
;
699
/700;
704
/5;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 58
.
2.
eine Metart.
Wortbildungen:
keisermet
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 664, 34
(
preuß.
,
1445
):
alle unortlich getrencke, das uff Zamelnd die keyser und dy mettele is genant.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
203, 33
(
preuß.
,
1516
):
1 thonne alt kaeyser, 1/2 thonne kyrschmehet.
Ebd.
347, 1
:
1 thonne alten keysermethe genant, 1 virtel fulle methe.
Ebd.
298, 14
.