1
kegel,
der
;
-s/-Ø
;
zu
Kegel
›Pflock‹ (
Kluge/S.
1995, 436
).
1.
›Kegel, Körper, der in eine Spitze ausläuft und einen Kreis als Grundfläche hat; kegelförmiger Gegenstand‹.
Syntagmen:
abgeschnittener / aufrechter / gestümpfter / runder / vierecketer k.; form / grund / länge / spitze des k.
Wortbildungen:
kegelförmig
,
kegelschnecke
(dazu bdv.: ; a. 1563).

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
deß Monden schatten [...] ist ein abschnitt deß Kegelfoͤrmigen Mondschatten.
Wiessner, Wittenw. Ring
5598
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
so warent [...] der diener negel lang und spitzig sam die kegel.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
13, 30
(
noobd.
,
1347
/
50
):
alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines kegels, dez spitz in unser aug ruͤrt.
Ebd.
26, 3
:
nem wir daz himelzaichen fuͤr ainen virekten kegel. Dez kegels grunt ist die vorgenant praiten dez tyrkraizzes.
Maaler (
Zürich
1561
):
Kegel (der) Außgespitzt holtz vnden breit / vnd oben zuͦgespitzt.
Schirmer, Wortsch. Mathematik.
1912, 35/6
;
Deschler, Term. K. v. Megenb.
1977, 34
.
Vgl. ferner s. v. (Adj.) 1,
2
.
2.
›Kegel zum Spielen‹.
Syntagmen:
einen k. schieben / schiessen / spielen / werfen; mit den kegeln spielen
.
Wortbildungen:
kegelban
,
kegelgeld
(a. 1469),
kegelkloz
,
kegelkugel
,
kegelplaz
(dazu bdv.: , ), ˹
kegelreis
,
kegelries
˺ ›Kegelbahn‹,
kegelschub
›Preis beim Kegelspiel‹,
kegelspiel
(dazu bdv.:  1),
kegelstat
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
4889
(
Magdeb.
1608
):
verlacht nur Jederman / Das sie so wenig Kegel schiessen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Und han auch nit den follen | Zu spielen mit den kegeln.
Kollnig, Weist. Schriesh.
161, 38
(
rhfrk.
,
1606
):
daß er den knechten daß kleinod oder kögelschüb zu jetztbenanter jahr- und kürbeyzeit zu verleyhen hab.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
um 1545
):
hatten sy ein kegelrisz, kegelten umb gelt.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1548
):
das annder kegel reiss was, das die kegell auff balckenn stundenn und wann einer ein kegell wolltt woͤrffenn, so must er ann ein wand werffenn.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 80, 22
([
Augsb.
]
1548
):
Der die kugel am kegel leich wol troͤhen kan / der scheibet am maisten kegel.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1580
):
Ain dorfrichter mage [...] keglstatt auf offner gassen halten.
3.
›Gelenkknochen bei Pferden‹.
Syntagmen:
den k. hineinbringen / überstossen / verrücken, den k. in die pfanne treiben; etw. auf / über den k. binden
.

Belegblock:

Deinhardt, Ross Artzney
48
(
oobd.
,
1598
):
so nimb ain rebschnuer, bindts im auf den khegl.
4.
›Stock, Fußeisen; Zimmerholz im Bergbau‹.

Belegblock:

Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
Der houptman und die in Murten hatten [...] etwas fuͦsisen, die man nempt kegel.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Fluhend gon Gotlieben, [...] lasend da ire kaͤgel und fuͦssisen suber uf.
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 206/7
.
Vgl. ferner s. v.
1
 10.
5.
›Geldrolle‹.

Belegblock:

Bastian, Runtingerb.
2, 76, 20
(
oobd.
,
1384
):
mir sant Albret Fronaͤwaͤr herawz von Prag 200 guldein in zbaine chegeln, Ungerisch und Pechaimisch.
Ebd.
2, 78, 31
(
1385
):
200 Ungerisch guldein in aim chegel und 100 Tukat yn ain chegel.
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 156
.
Vgl. ferner s. v. .
6.
›grober Mensch‹, auch als Schimpfwort gebraucht.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
grober / karger / voller k.

Belegblock:

Dedekind/Scheidt, Grob.
185, 32
(
Worms
1551
):
Warfúr sichstu mich an / du kegel.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
was ein grober Kegel zuͦ Villingen, da ich Leßmeister da was.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .