kauz,
der
 ;
-en/-en
oder
-e
+ Uml.
1.
Bezeichnung für mehrere Eulenarten; auch ›Lockvogel des Vogelstellers‹.
Gehäuft didaktische und berichtende Texte.
Phraseme:
jm. den kauzen streichen
›jm. schmeicheln‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Schöpper
60b
(
Dortm.
1550
):
¶ Adulator. Schmeichler liebkoser, ohrenkuͤtzler zu duͤttler suppenfresser ohrenmelcker ohrenkräwer wortschleiffer zungenträscher athem verkeuffer federklauber jaherr maulberer hollwanger zungentrager kautzenstreicher tellerschlecker bauchdiener fuchsschwäntzer augendiener.
Mieder, Lehmann. Flor.
517, 22
(
Lübeck
1639
):
Wer nicht Falcken hat / der beist mit Kautzen.
Gille u. a., M. Beheim
331, 15
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Mit keuczen und mit auln | ich vederspiles pflage.
Sachs
18, 394, 17
(
Nürnb.
1562
):
Ich bin einer rhordomel gleich | [...] und eim keutzlein | In den verstörten stättn allein.
Lemmer, Brant. Narrensch.
100, 13
(
Basel
1494
):
mancher durch liegen würt ein her, | dan er den kuzen strichen kan | und mit dem falben hengst umgan.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 320
(
halem.
,
n. 1529
):
Da ward an des hopts stat ein kuz, an eim or mit eim Bern fuͤnfer gezeichnet.
Anderson u. a., Flugschrr.
28, 7, 9
([
Augsb.
]
1524
):
sech ainer zuͦ wie sy den vogelherd beschlahent / wie ain vogler der mit ainem kautzen voglet.
Chron. Augsb.
4
, 96 A. 4 (
schwäb.
,
v. 1536
):
ich mag gleich nicht von dem kautzenwerck schreiben.
Barack, Zim. Chron.
4, 148, 8
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Als im nur nachs die keuz anfahen steigen
[›mitten in der Nacht‹],
do hat er die jungfrawen anfahen zu begreifen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1958
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein eil oder kautz, von bronzo.
Lemmer, a. a. O.
92, 45
;
Kottinger, Ruffs Adam
909
;
Maaler
300r
;
Schwäb. Wb.
4, 298
;
Schweiz. Id.
3, 601
.
2.
›sonderbarer Mensch, Kauz‹.
Phraseme:
den k. tun
›den Narren spielen‹.
Syntagmen:
des k. lachen; guter / toller k.

Belegblock:

Sachs
14, 91, 29
(
Nürnb.
1550
):
so muß man ja | Den kautzen thon, ich bin von Flandern.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
3019
(
Zürich
1560
):
Ae zürn nit Beel daß ich dich dutz | du bist für uns ein guͦter kutz.
Ukena, Luz. Sp.
1819
(
halem.
,
1575
):
Die Rychen kutzen mitt korn vnd wyn | Denen es nitt mag thür gnuͦg sin.
Sachs
14, 89, 25
;
Bächtold, Zugabe H.R. Manuel.
313, 229
;
Schwäb. Wb.
4, 298
.