kaufmanschaz,
der
,
(vereinzelt)
die
;
–/-schätze
, auch
+ Uml.
1.
›Handelsgut, Ware‹;
Bedeutungsverwandte:
 1,  2,  2, , , .
Syntagmen:
k. aufbinden / auslegen / befelen / eintragen / fälschen / feilhaben / füren / gewären / kaufen / laden / verbrennen, zu markt legen; auf k. ziese setzen, mit k. umgehen, handel treiben, nach k. fragen; bewerter / essiger / grosser / guter / köstlicher / rechter / steter k.; aufgeber des k.; schif / wagen mit k., zol von k.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
23, 18
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ir koufmanschatz und richtum wirt geheiliget deme herren.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 187, 21
(
md.
,
vor 1471
):
wy dy furlaut mit der kauffmanschacz [...] dy straßen hin vor furen sullen.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
All kauffman-schatz man da auß warff | Ins meer.
Bachmann u. a., Volksb. (
alem.
,
15. Jh.
):
So bin ich ein richer kouffman und fuere einen grossen kouffmanschacz.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
so sú kumment uf die jormerckete, do manigerleige volg und koufmanschatz hine kumment.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
auf solch tröstung kamen kramer und gewandschneider und ander leut gen Laugingen mit ir kramerei und kaufmanschatz.
Goldammer, Paracelsus
2, 139, 18
(
1530
/
5
):
darumb ist witz kein kaufmanschatz.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
um 1430
, Hs.
um 1625
):
wan man herfiehrt kaufmanschätz, es wehre visch gedrait öel oder ander kaufmannschaz.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1484
):
ain yeder zollner muͦss aufgeber sein aller kaufmanschatz.
Mollay, Ofner Stadtr.
73, 4
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Der frömdt kaufman sol nit ellen noch wag haben, er sol mit seinerr kaufmanschatz an dy statwag komen.
Hertel, UB Magdeb. ;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
151, 13
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 21, 123
;
Thiele, Minner. II,
8, 39
;
Bernoulli, Basler Chron. ;
Fuchs, Murner. Geuchmat
529
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern ;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ;
Golius
217
,
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 507
.
Vgl. ferner s. v.  1,  5, ,  1,  1,  7.
2.
›Handel, Geschäft‹; Metonymie zu 1.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1, (
das
2,  1.
Syntagmen:
k. abschaffen / anrichten / durchziehen / leren / pflegen / suchen / treiben / tun / üben / volbringen; sich auf k. keren, in seinem k. mit wucher umgehen, von k. abstehen, jn. zu k. bestellen; k. auf gewin und verlust; grosser / wilder k.; zu k. wol gelegen
.

Belegblock:

Thunert, Ständetage Preußen (
preuß.
,
1472
):
yr und alle die euern [...] mogen komen yr koffmanschatcz unde gerwerbe dorinne zu volbrengen.
Struck, Cist. Marienst.
1033
(
mosfrk.
,
1457
):
das man keynen kauffmansczacz in dem kloisster dryve.
Enders, Eberlin (
Erfurt
1523
):
Auch sol man dem geytz yn kauffmanschatz eyn maß setzen.
Rieder, Gottesfr. (
els.
, Hs.
15. Jh.
):
von dem ersten jor, in dem er aller kouffmanschatz und aller lustlicher gesellschafft urlob gab luterlich durch got.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
7, 103, 1
(
Straßb.
1520
):
wil aber ie ein mißbruch vnd ein kauffmanschatz daryn kumen [...] so werd das mit andern mißbrüchen auch gebessert.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Man schlug etwan manchen die kopf ab, die sunder kaufmanschatz getriben hetten mit verreterey.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
Regensb.
1524
):
wann ir nit von euer kaufmanschatz wölt absteeen.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 12, 5
;
Bernoulli, Basler Chron. ;
Spanier, Murner. Narrenb.
67, 59
;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 507
.
Vgl. ferner s. v. .