kastanie,
kästen,
die
;
–/-n
;
erstere Formvariante schwach und spät belegt, aus
lat.
castanea
, letztere Variante aus
lat.
castinea
(
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 632
;
Kluge/S.
1995, 431
).
›Baum und Frucht von Castanea vesca L., Edelkastanie sowie von Aesculus Hippocastanum, Roßkastanie‹.
Zur Sache:
Marzell
1, 863
.
Phraseme:
die kastanien auf den bäumen verkaufen
.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
kastanien auflesen / füren / setzen / tragen / verkaufen / verscharren; grosse / grüne kastanien; hülse der k.
Wortbildungen:
kastanienbusch
,
kastanienfarben
,
kastanienhülse
,
kastanienigel
,
kastanienschelfe
›Mark der Kastanie‹,
kastanienstük
(a. 1562),
kästenacker
(a. 1609),
kästenbraun
(dazu bdv.: , ),
kästengarten
(a. 1550),
kästennus
,
kästenöl
,
kästenpfanne
,
kästenwald
(a. 1516),
kästenzins
(a. 1465/70).

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 162, 6
(
md.
,
1580
):
Von hirse [...] kastanien [...] und dergleichen wird das marckrecht gegeben.
Kollnig, Weist. Schriesh.
115, 8
(
rhfrk.
,
1610
):
Den kleinen zehenden [...] nemlich rüben, [...] casteneneen nehmen ein churfurstliche Pfalz.
Bobertag, Faust (
Frankf.
1587
):
der Ruͤcke gantz Kestenbraun, eines Fingerslang spitzige Stachel vnd Borsten daran.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
258, 9
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Du magst auch castanien [...] mit erden vorscharren.
Mylius
E 5r
(
Görlitz
1577
):
Echinus Die stachlichte schale an Kastanien.
Strauss, A. v. Villanova dt.
160v
(
obd.
, Hs.
1421
):
Nespelen machet vaͤste yn dem leybe vnd vertribet ubergelle [...] vnd kesten auch alzo.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Desselben jars waren sovil pirn und öpfel und kesten als ichs ie gedacht.
Sachs (
Nürnb.
1569
):
Da wüer mans [martinsgänse] würgn aufhenckn und rupfen | [...] | Ir dote körper vol kesten schüeten.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1499
):
von einem fuederigen vaß mit kesten einen schilling phenning.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
wenne nu des kornes lützel wart, so bruhtent die lüte kesten und eicheln.
Goedeke, Fischart
986
(
Straßb.
1594
):
Ich waiß ain, ist glatt wie ein kest, | Sie hat so ainen zarten balg.
Rennefahrt, Zivilr. Bern (
halem.
,
1628
):
Was aber fastenspyß, oel, ryß, kestenen, capres [...] betrifft.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
Zuͦ der zitt muͦß man setzen die kestetzen, aichelbom und dannen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wer die kestennüz zestœzt mit salz [...] daz ist guot wider die slangen.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
vil menschen [...] lebten als das viech, wann sie assen nur aicheln, kesten, obs, honig und milich.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
308
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 frembde art von cürbsten, ist gar dunckel castanienfarb.
Zingerle, Inventare (
tir.
1477
):
ain prattphann vnd ain kestenpfann.
Struck, Joh. Pfannstiel
175, 30
;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
139, 31
;
Müller, Nördl. Stadtr. ;
Sudhoff, Paracelsus ;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Bauer u. a., a. a. O.
61
;
323
;
Zingerle, Inventare ;
Byland, Wortsch. Zürcher AT. .