köpfen,
köppen
letztere Form md.,
V.
1.
›jm. den Kopf abschlagen, jn. enthaupten (als Todesstrafe)‹;
zu  4.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2, ,  1, , .
Wortbildungen:
köpfstat
(16. Jh.).

Belegblock:

Schöpper
68b
(
Dortm.
1550
):
Decollare. Entheupten koͤpffen ¶ abstuͤmlen abhawen abzwicken abschlahen.
Chron. Köln
2, 272, 11
(
Köln
1499
):
Octavianus [...] dede der senatoir vil koppen die an Julius doit raitgever ind hantdedich waren gewest.
Gille u. a., M. Beheim
328, 105
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Er liess sy fillen, steinn, | an pfel spissen und trenken, | verbrennen, kopfen, henken.
Chron. Nürnb.
5, 597, 11
(
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
den Stainhauser kont der henker nicht gar herab köpfen.
v. Keller, Ayrer. Dramen
174, 13
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Wir würden geköpfft vnd gehangn | Vnd brechten vns in böß nachred.
Altmann, Wind. Denkw.
65, 17
(
wmd.
,
um 1440
):
daz sie einander koppten zü stucken zerhiewent und usser den husern zugent.
Lemmer, Brant. Narrensch.
16, 24
(
Basel
1494
):
Lotth sündt durch wyn zuͦr andern fart / Durch wyn der toüffer koͤppfet wart.
Chron. Augsb.
1, 114, 8
(
schwäb.
, zu
1408
):
zwen ließ er fiertaillen, die drei kepfet er und ließ etlichen die augen ußstechen.
Goldammer, Paracelsus
2, 140, 11
(
1530
/
5
):
herr, ich habe alle übel gestraft, kopfen, henken, brennen, redern lassen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
150, 30
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
pald nachdem koppfft man 9 zu Sanndt Veydt, darunder warn pawrnsun im lanndt.
Schottenloher, Flugschrr.
67, 14
([
Landshut
um 1523
]):
du werdest mit deiner gerechtkeit langst kopfens und Rederns und verprennens wert gewessen.
Turmair
4, 733, 24
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Herodias hieß das maidlein, die hat darnach sant Johannes den täufer köpfen lassen.
Chron. Magdeb.
2, 104, 24
;
Gille u. a., a. a. O.
99, 602
;
104, 885
;
Chron. Nürnb.
4, 214, 1
;
311, 14
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
204, 30
;
Grossmann, a. a. O.
72, 27
;
Wedler, W. Burley. Liber
148v
;
Turmair
5, 56, 21
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
13, 19
;
Voc. inc. teut. n
iiijv
;
Schwäb. Wb.
4, 624
.
2.
›sich die Haare richten‹;
vgl.  4.

Belegblock:

Schmitz, Schiltb.
106, 2
(
Frankf.
1597
):
wie sie [weiber] sich rechtschaffen auffmutzen / schmuͤcken [...] schnuͤren / Koͤpffen / Haͤwblen.
3.
›jn. schröpfen‹;
zu  3.
Bedeutungsverwandte:
, , .
Wortbildungen:
köpfeln
,
köpfer
›Aderlasser‹ (um 1350).

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
44, 392
(
Nürnb.
1482
):
Aber ein lossen sey zu thund | Und was unter zwelff jaren wer, | Den köpff man nach der allten ler.
Ebd.
45, 249
:
all menet eins laszen und die adern abwechseln [...] und die jungen mügen im menet eins köpffen.
Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5568, 28
(
moobd.
,
1585
):
dieselben [sollen] in die gesunden heuser zu köpflen, zwagen, haarabschneiden, aderlassen oder andere schäden zu hailen nit gehen.
Fischer, a. a. O.
44, 403
;
Schmitt, Ordo rerum
664, 22
;
Schwäb. Wb.
4, 621
;
623
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 171
.