1
könig,
künig,
der
 ;
-s/-e
;
große Formenvielfalt.
1.
›König, alleiniger Inhaber der (gegebenenfalls nach dem
keiser
) höchsten Gewalt eines herrschaftlich organisierten Raumes oder Personenverbandes‹; extensional wird
könig
sowohl auf den
römischen könig
wie auf den
könig
von Herrschaftsgebieten innerhalb (z. B.
könig von Böhmen
) und außerhalb (z. B.
dänischer, engelländischer könig
) des Alten Reiches, ferner auf den obersten Herrscher anderer abendländischer Zeiten und Herrschaftsgebilde (z. B. auf Nebukadnezar, auf die
könige
von Rom) bezogen; in der Diminutivform
königlein
(o. ä.) abwertend und generalisiert: ›kleiner Herrscher‹; ütr.: ›Gott, Christus (gedacht als Herrscher eines himmlischen Reiches)‹; in den Komposita steht das Bestimmungswort
könig-
in der Regel im Sinne von: ›der Königswürde zugehörig, entsprechend, durch sie bedingt‹, teils auch im Sinne von: ›höchst wertvoll; würdevoll; ausgezeichnet‹.
Phraseme:
buch der könige
Teil der Bibel;
könig aller könige
›Christus‹;
heilige drei könige; heilige drei könige tag
.
Bedeutungsverwandte:
,  1,  2,  1, .
Syntagmen:
einen k. absetzen / anbeten / aufwerfen / bestäten / entsetzen / erhenken / (er)kiesen / erschlagen / erwälen / gewinnen / kleiden / machen / rufen / salben / setzen / verbannen / vertreiben / warnen; der k.
(Subj.)
etw. absolvieren / bestetigen, jn. begnaden / freien / regieren; einem k. etw. anstehen / zustehen, einem k. gehorsam, etw. schuldig sein; für einen k. knien, jn. zum k. bestetigen / erkiesen / erwälen / krönen / machen / weihen; k. des himmels, der erden / eren / gerechtigkeit, des landes, der juden; der abgang / anwalt / diener / feind / hof / knabe / name / richter / ruf / schaffer / schein / sold / son / tron / zorn, die anfraue / freiheit / gegenwärtigkeit / gewalt / hand / krönung / mutter / reise / salbe / stat / strasse / tochter, das angesicht / getäte / gewand / herz / land / lehen / recht des k.; anendlicher / angehender / berümter / christlicher / dänischer / durchleuchtigster / edler / engelländischer / ewiger / gerechter / gotloser / grosser / gütiger / heidnischer / herer / (hoch)geborener / junger / löblicher / mächtiger / milter / neuer / oberster / preussischer / regierender / reicher / römischer / tartarischer / teuflischer / tugendhafter / unsterblicher / verständiger / warer / weiser / weltlicher k.
Wortbildungen:
königbote
,
königgrab
,
könighaller
eine Münze (a. 1433),
königheit
,
königpriester
,
königsapfel
(15. Jh.);
königsban
›königliche Gerichtsgewalt‹ (seit 14. Jh.),
königsbete
eine Abgabe (seit 1419),
königsbrief
›Urkunde eines Königs‹ (seit 1389),
königsbrunne
,
königsessen
,
königsfart
›Heereszug mit dem König‹ (a. 1473; dazu bdv.: vgl. ),
königsfeind
,
königsfreie
›auf Königsgrund sitzender Freischöffe‹ (a. 1488),
königsgeld
,
königsgericht
,
königsgold
(durch hohe Karatzahl ausgezeichnet),
königsgülte
(seit 1482),
königsgut
(a. 1408),
königshaus
,
königsher
,
königshof
,
königshun
eine Abgabe,
königskleid
(14. Jh.),
königskuche
›Dreikönigskuchen‹ (a. 1625)
könig(s)lehen
,
königsleute
›auf Königsland Wirtschaftende‹,
königsman
›Beauftragter des Königs‹,
königsmas
,
königsort
eine Münze (a. 1583),
königspfennig
eine Abgabe (seit 1468),
königspiel
,
könig(s)reise
(dazu bdv.: vgl. ),
königsrichter
›Gerichtsbeamter in Siebenbürgen‹ (seit 1503),
könig(s)sal
(dazu bdv.: ,  1,  ),
königsschazkamer
,
königsschild
eine Münze,
königsschultheis
(a. 1570),
königssessel
,
königssiz
,
königsson
,
königsstab
,
königssteuer
(M. 16. Jh.),
könig(s)strasse
›Heerstraße‹,
könig(s)stul
(dazu bdv.: ),
königstag
›Hof- oder Reichstag‹ (1. 1496),
königstaler
,
königstron
,
königstuch
,
königsturnois
eine Kölner Münze,
königswagen
,
königswal
(a. 1570),
königsweg
(um 1600),
königswonung
,
königszelt
,
königszins
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
77, 11
(
14. Jh.
):
Daz ist wol beweiset in der kuͤng buͦch, wie ein iunkfraw gevangen und gefurt wart auzzer dem land.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
18747
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dâ nâmin tôdis pine | wol sibinzic kungelîne | ân andir volc.
Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
38, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
des nam Abdemelech mit im di man und machte sich in das konigishuys.
Ebd. Bar.
1, 4
:
Baruch las dy wort dis buchis [...] zu den orin der mechtigin konigissone.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
136, 5
(
preuß.
,
1408
):
4 konigstuͤcher, item junckirthuͤcher.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 101, 26
(
preuß.
,
1439
):
nobeln [...] halden vierundczwenczigstehalb krat pfeyns goldes, das ist gerechent vor konigis goldt.
Klett, J. v. Soest
11, 229
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
das koning spil sol man das nennen
[mit nachfolgender Beschreibung des Spiels].
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 485, 30
(
rib.
,
1352
):
Sowieme men die bruͤderschaf lient, de sal si winnen [...] einen alden koͤnincstuͦrnis vuͤr zwene s. gerechent darvuͤr.
Buch Weinsb.
1, 152, 14
(
rib.
,
um 1560
):
1541 waren miner gesellen [...] 4 ader 5 [...] uff ein koningsessen zu gast geladen.
Ebd.
2, 181, 33
(
1568
):
hab ich meiner hausfrauen 1 goltgl. geben, darvur si 1 koninksdaler gelacht.
Beckers, Bauernpr.
50, 15
(
Köln
1515
/
18
):
Kõpt der wy͂t vß dem nedganck der sonnen So beduyt es sterue͂ der koeninck fursten vñ groisse heren.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
571
(
mrhein.
,
um 1335
):
Duͦ maht der Iuden kunig sin wol, | der israel irlosen sol.
Brinkmann, Bad. Weist.
201, 31
(
rhfrk.
,
1603
):
sechzehen lb. heller geben hernach specificirte aus- und königsleut stendig jedes jahrs uf weihnachten.
Karnein, Salm. u. Morolf
74, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Da bließ man uff das herhorn, | zu samen zugent die konige hochgeborn.
Dubizmay, kurß zu Teutze
26, 4
(
hess.
,
1463
):
Maria die meydt ist gefurtt | zu dem hymelischen bette | da der kung aller kunge sitzet | uff dem gestrengen kungs stul.
Behrend, Magd. Fragen
36, 25
(
omd.
,
um 1400
):
Dy radmanne [...] han eynen unsern burger vor gerichte beschuldiget, wy das her vor eyme vollen rate bekant hette, das her synes hern, des koniges, schaffer gewest were.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 21
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
alle künige hetten ir krone auf unser haubt gesetzt, ir zepter in unser hant geantwurt.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
57, 1
(
thür.
,
1468
):
were, das man ein kunigesreyse gebutte oder ein offen herefart, das man ine sol geben [...] zwey gutte pferdt.
Weise. Jugend-Lust
114, 12
(
Leipzig
1684
):
ich wuͤste vielweniger/wo der Koͤnigs-Feind hinter die listige Heimligkeit haͤtte kommen sollen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
226, 21
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Der bercmeister hat ouch gerichte und gewalt uber lip unde uber gut uf allem gebirge in des koniges lande.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
4, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
ir konig wirt geborn stetis mit eyme czeychin eynis adelaris in gedrukt in dy rechte scholdir.
Luther, WA
54, 443, 4
(
1545
):
Es gehoͤret Koͤnigen und Fuͤrsten nicht zu, das sie solten auch die rechtschaffene Lere bestettigen.
Ders. Hl. Schrifft. Jdt.
1, 11
(
Wittenb.
1545
):
Da ward der König NebucadNezar seer zornig [...] vnd schwur bey seinem Königstuel vnd Reich.
Rössler, Stadtr. Brünn
223, 11,
(
mähr. inseldt.
,
14. Jh.
):
Mensuratio miliarium regalium. Das ist die masse, wie lang ein daicze rechte maile ist [...] die do behelt kuniges masse.
Chron. Nürnb.
4, 235, 3
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Anno 1458 wart her Gersig erwelt und gekront zu ainem konig in Behem.
Gerhardt, Meister v. Prag
193, 4
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
Es was ein kuniglein des sun was siech zcu Capharnaum.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
382, 27
(
nobd.
,
1515
; Hs.
16. Jh.
):
gibt seynen furstlichen gnaden zyns, dy man nennet konigzyns.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 455, 3
(
Nürnb.
1631
):
Du bist der Himmlisch Capitain, | Dein Koͤnigsheer alle Engel sein.
Bernoulli, Basler Chron.
6, 204, 16
(
alem.
, zu
1534
):
Anno 1534 hat die stat Munster [...] ein kong under inen uffgeworffen.
Vetter, Pred. Taulers
270, 25
(
els.
,
1359
):
súllent ir [...] ston [...] vor des ewigen kúniges gegenwúrtikeit und angesicht.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 41, 3
(
Straßb.
1466
):
sy schreiben das sy sein gesamelt gewesen in einem kunig sal.
Leisi, Thurg. UB
7, 196, 2
(
Rottweil
,
1380
):
das ich ze geriht saz uf dem hof ze Rotwil an der offnen, frigen kúnges strazze, uf disen tag.
Welti, Stadtr. Bern
492, 16
(
halem.
,
15. Jh.
):
si lassen ze beliben bi aller fryheiten [...] priuilegien, als ir uordren vnd si von keysern und kuͥnigen har bracht hant.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 163, 12
(
halem.
,
n. 1529
):
so diss meisterstuk offenlich gelesen, waͤrid in nachgoͤnden jaren ander salzbrunnen, erzgruͦben und der kostlich kingsbrun [...] zuͦ gmeinem nuz bracht worden.
Morrall, Mandev. Reiseb.
47, 24
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
da ist die statt da der stern hin kam der die try kúng fuͤrt, Caspar, Balthaser und Melchior, byß dar.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 11, 18
(
schwäb.
,
1502
):
büxen, armbrust und bögen soll keiner über feld tragen [...] sondern auf freyer königstraß.
Müller, Welthandelsbr.
271, 3
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
Kunigsschilt von liga 2 ℔.
Barack, Zim. Chron.
1, 183, 13
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
hat der adel und die landtschaft den obgemelten könig von Denmark zu irem herren erwellt.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 185, 5
([
Augsb.
]
1548
):
Vor den Künigen unrecht thuͦon / ist ain grewel.
Chron. Augsb.
8, 238, 28
(
schwäb.
, zu
1562
):
send auch ainlitzel geriten des kinigs edle knaben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
263, 29
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Basiliscus [...] ist ain künich aller slangen [...] wan basiliscus in kriechisch haizt ain küngel ze däutsch.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
23, 68
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Jesus ward gesetzet schon | auf chünigs thron ze terz in purpär chlaid.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
2079
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
wann ain yeder chünig mag seinen gewalt nicht aufgerekchen in aines andern chüniges reich.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
207, 23
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
das vns der himlisch chünig ladet vnd manet, das wir mëndleich streiten wider vnser veint.
Roth, E. v. Wildenberg
13, 7
(
moobd.
,
v. 1493
):
Nach dem vorgedachten Romulus haben in Rom geherschet sechs konig.
Turmair
4, 314, 4
(
moobd.
,
1522
/
33
):
in Aegypten die grosmächtigen geweltigen [...] türn der küniggräber und die stat Thebe.
Ebd.
5, 140, 9
:
Das raisgelt, so man dieselbigen zeit hersschuld [...] künigsteur nennet.
Kummer, Erlauer Sp.
2, 201
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
ich pitt dich durch di chunichait dein, | das du enphachst das oppher mein.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
119, 30
(
tir.
,
1464
):
Der selbig zierleich man der stuend auf von der gerechten seiten des chünnges vnd viel nider für die fuess des chünnges.
Piirainen, Stadtr. Sillein
48, 4
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Wy man den chvͤnig keust.
Ders., Igl. Bergr.
25, 19, 2
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
also gewinet ain gemainer perg den andern, ain Kunigh lehen, das annder ain Burgers lehen.
Rechn. Kronstadt
2, 286, 4
(
siebenb.
,
1532
):
Mergebyrger hon czw vncz gehotth Kinung botten Piteyr Petter.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
259, 37
;
ders., Marienb. Konventsb.
244, 14
;
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
4718
;
Pfefferl, Weigel. Ges.
20, 11
;
Quint, Eckharts Trakt.
48, 10
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
167, 3
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
13, 4
;
Hübner, Buch Daniel
7055
;
Thiele, Chron. Stolle
504, 1
;
Küther, UB Frauensee
244, 19
;
Sermon Thauleri
11r
, b4;
Göz. Leichabd.
209, 3
;
Böhme, Morg.R.
153, 23
;
Franck, Klagbr.
225, 27
;
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
37, 33
(Regestbeleg);
Mon. Boica, NF.
1, 153, 6
;
Foltz, UB Friedb.
1, 347, 24
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
598, 10
;
Harsdoerffer. Trichter
3, 295, 20
;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
134, 31
;
Rieder, St. Georg. Pred.
49, 12
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
34
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
169, 14
;
Koller, Ref. Siegmunds
242, 10
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3466
;
Munz, Füetrer. Persibein
26, 7
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
6, 6
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
17, 10
;
Mollay, Ofner Stadtr.
4, 1
;
Rechn. Kronstadt
1, 187, 2
;
Voc. Teut.-Lat. r vv; r viijr; r vjv;
Dasypodius
211r
;
221v
;
243v
;
360v
;
365r
;
Schöpper 1a;
Maaler
255r
;
Hulsius
468
K ivv;
Martin/Lienhart
1, 422
;
Schwäb. Wb.
4, 605
;
6, 2347
;
Rwb
7, 1226
/8;
1230
/42;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 64
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 312
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,  6,
1
 2,
1
 6,  1.
2.
vielfach ütr. zu 1, z. B. ›Träger einer mit der Königswürde in Vergleich gesetzten Autorität, Funktion, Macht in einer gesellschaftlichen Hierarchie oder in einer für das Tierreich angenommenen Ordnung‹; ›in einem Wertesystem von Gegenständen einem von diesen zugesprochener oberster Rang‹; im einzelnen u. a.: ›König einer Zunft‹; ›Löwe als König der Tiere‹; ›Adler als König der Vögel‹; ›Gold als edelstes Metall‹; ›König im Kartenspiel‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 193, 12
(
rib.
,
1569
):
da die fischer an sehen komen mit rheinfischen [...] sehehanen, konink van herink.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
88, 8
(
Frankf.
1535
):
Goldt ist allen leiblichen dingenn das edelst auff erden / vnnd ist allen andern dingen ein koͤnig vnd ein herr.
Knape, Messerschmidt. Bris.
41, 2
(
Frankf./M.
1559
):
halff jhm der wilden Enten Koͤnig auß noth.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
510, 107
(
Magdeb.
1608
):
Noch mehr fluchten sie allen Froͤschen / Wolten sie beissen / kratzen / dreschen / Das sie jhren Koͤnig ermordt.
Chron. Nürnb.
3, 399, 36
(
nobd.
,
1440
/
4
):
1 guldein Rudolffen Romreich, kunig der wapen.
Lauater. Gespaͤnste
17v
, 7 (
Zürich
1578
):
der loͤuw ist ghertzt / dapffer / vnerschrocken / vnd ein künig vnder den vierfüssige͂ thieren.
Chron. Strassb.
1, 283, 2
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
uf den schochzabelspil der künig bi ime het die künigin und dernoch die alten.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
457, 17
(
halem.
,
1438
):
Des ersten sol das hantwerck mit unser wuͥssent und willen einen kuͥng setzen.
Sappler, H. Kaufringer
19, 109
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
wenn das spil ain end hat, | [...] | der künig, die ritter und die vend | werdent gelegt an ain ent.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
166, 7
(
oobd.
,
1349
/
50
):
adelar [...] spricht Augustînus, daz er der edelst vogel sei und sei ain küng aller vogel.
Ebd.
263, 27
:
Basiliscus haizt ain unk, der ist ain künich aller slangen.
Ebd.
288, 6
:
die peinn machent under in ainem küng und ain volk, daz dem küng gehôrsam ist.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
8469
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 78, 26
;
Peil, a. a. O.
426, 5150
Marg.;
Sappler, a. a. O.
19, 104
;
Pfeiffer, a. a. O.
144, 30
;
Schwäb. Wb.
6, 2346
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 277
/8.
3.
als Diminutivum: ›Zaunkönig‹; tropisch: ›Vögelchen, männliches Glied‹.
Bedeutungsverwandte:
, .

Belegblock:

Sachs
4, 282, 25
(
Nürnb.
1531
):
Das küniglein und der goldhan | Waren die ersten auch der pan.
Schmitt, Fachprosa
44, 106, 3
(
alem.
,
15. Jh.
):
nim das vógelin, das da haisset das kúnglin oder zunschlipflin.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 183, 27
(
Straßb.
1522
):
Das kuͤniglin oder Zunschlipflin das sass uff in, und der Adler fuͦr in die Lufft hinuff.
Maaler
255r
(
Zürich
1561
):
Küngele / oder ochsenoͤugle / Ein gar klein voͤgelin mit einem goldfarben flaͤcken auff dem kopff / Ein Streüßle / Ein Goldhendlein.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
184, 16
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Crochilus haizt ain küngel [...] daz küngel ist der klainst vogel under allen vögeln.
Klein, Oswald
74, 15
(
oobd.
,
vor 1408
?):
e trawt ich ir ain kinglin bloss, | dem sei also! | An als gevër als meinem rechten herren, | des knecht ich wër gar williklichen geren.
Sachs
5, 86, 14
;
Eis, Albrants Roßarzneib.
105, 18
;
Klein, a. a. O.
50, 18
.
4.
›Kot-; Dreckhaufen‹; bei Umsetzung des Würde-Gedankens in sein Gegenteil anschließbar an 2.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
18, 131
(
Nürnb.
um 1520
):
Sol ich ein hafen nötigs han, | Find ich vol prunczwassers stan | Und einen künig unten drin.