jucken,
jücken,
V.
1.
›schnell springen, auffahren, aufspringen‹.
Wortbildungen:
herfürjucken
.

Belegblock:

Goedeke, P. Gengenb.  (o. O. 
1516
):
Jung alt münch vnd pfaffen, | […] | Wider vnd für ind winckel iucken | Vnd durch die kleinen fensterlin guckē.
Lemmer, Brant. Narrensch. 35, V
2
(
Basel
1494
):
Wer staͤts jm esel hat die sporen | Der juckt jm dick biß vff die oren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Auß der Tieffe haͤr fuͤr jucken. Ex alte emergere.
Adomatis u. a., J. Murer. Abs.
608
(
Zürich
1565
):
Yetz juckends all vom tisch uf.
2.
›jn. mit erotischer Absicht kitzeln; mit einer Frau schlafen‹.

Belegblock:

Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Do sach ich in zu sand Moritzen | Einer die hent gar freuntlich drucken | Und darnach in eim ermel jucken.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1550
):
Cardinal von Triendt […] | Gar gern wolt er jucken dem wirt sein frewlein schön.
3.
›jucken (von Körperteilen); jn./etw. kratzen, reiben‹; ütr. ›jn. reizen‹; subst.: ›Hautjucken, Ausschlag‹.
Phraseme:
jn. jukt der zan
›Appetit auf etw. haben‹;
die oren jucken nach etw.
›etw. gerne hören wollen‹;
jn. jukt der buckel / die haut
›sich übermütig, herausfordernd verhalten‹;
jm. den buben jucken
›jn. zurechtweisen‹;
js. buckel jucken tun
›j. verprügeln‹.
Bedeutungsverwandte:
(V., unr. abl.) 9, ,  12,  1, , , , ; (subst.) , .
Syntagmen:
jn. mit dem kolben j.
(›jn. verprügeln‹),
an dem ganzen leib j., sich an / in etw. j; juckender grind, juckende haut / räude
.
Wortbildungen
juckig
›mit Grind bedeckt‹ (dazu bdv.: ),
juckung
›Ausschlag, Grind‹ (dazu bdv.: ,
der
,
1
, ).

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
84, 3
(
Frankf.
1535
):
Auch ist alaun wasser gůtt wider das iucken / vnnd wider den grindt.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1416
(
ohess.
,
1501ff.
):
mich jucket gar sere der fladenzan.
Luther, WA (
1530
):
weil jhn so aus der massen itzt wol ist, und die haut so seer iucket.
Strauss, A. v. Villanova dt. 
167r, 6
 (
obd.
, Hs.
1421
):
Ez […] drucket weßrige / aͤugen vnd gestillet krattzen vnd jücken.
Meisen u. a., J. Eck 
25, 23
(
Ingolst.
1526
):
aber nach irer begir werdent sy in hauffen lerer, nach den die oren jucken.
Adomatis u. a., J. Murer. Zorob
6
(o. O.
um 1575
):
die so unverschampt | Schwaͤtzen wettend […] | Die soll ich mit dem kolben jucken.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
so kamen die Schwein under den Laden und juckten sich an den Pfosten.
Jörg, Salat. Reformationschr.
459, 3
(
halem.
,
1534
/
5
):
wo er aber je dero keins tuͤn […] wett er jmm den bůben bas jucken.
Belkin u. a., a. a. O.
194, 15
;
Weitz, Albich v. Prag
139, 1
;
Wiessner, Wittenw. Ring
5939
;
Sudhoff, Paracelsus ;
Voc. Teut.-Lat.
m vijv
;
m viijr
;
p vijr
/v;
Mylius
C 4r
;
Stieler
1, 902
.
Vgl. ferner s. v. ,  1,  2,  2,  5.