jedoch,
Adv.
(1),
Konj.
(2-3); große Schreibvarianz.
1.
dient der Bezeichnung einer Einschränkung oder eines Vorbehalts; am Satzanfang oder im Satzinneren: ›aber, indessen, trotzdem, allerdings‹.

Belegblock:

Gropper. Gegenw.
12v, 22
(
Köln
1556
):
Jedoch dweil er darnaher vns daselbst verheissen thůt, auch sein eigen Fleisch zur speise zu geben.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
37, 3
(
hess.
,
14. Jh.
):
Die ebdissen sal sich iedoch also wor denken, daz nit indu durch zorn.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
28, 4
 (Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Du lobest sunder maßen eeliches leben. Jedoch so wellen wir dir sagen von eelichem leben.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
11, 24
(
osächs.
,
1343
):
Abir îdoch sage ich ûch daz dem lande Sodomôrum wirt vorgeblîcher […] wan dir.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
112
(
Nürnb.
1517
):
das auch die eelich lieb […] vergleichet wirdet – idoch allein aus einer nachfolg.
Barack, Zim. Chron. 
1, 182, 8
 (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Iedocht, damit an ime nichts erwunde, do verheurat er sich.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
6, 21
(
oobd.
,
1349
/
50
):
iedoch sô ist ez [daz hirn] gleich alt den andern glideren in des menschen leib.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
100
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
yedoch also das die warhait des sinnes mit vmbred icht verrucket werde.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
92, 10
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Nu hetten sy die zwen ye doch ir kleinat nicht enplösst.
Große, Schwabensp. 
182, 22
;
Weise. Jugend-Lust
83, 13
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
119, 28
;
Rupprich, Dürer 
3, 297, 546
;
Lindqvist, K. v. Helmsd. 
2007
;
Wolf, Norm im sp. Ma.
41, 37
;
Primisser, Suchenwirt 
8, 182
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
260, 1
.
2.
dient der Einleitung eines Hauptsatzes, der das Gegenteil der Aussage des vorangehenden Satzes oder das Gegenteil einer Erwartung ausdrückt: ›doch, dennoch, dagegen‹; Stellung am Satzanfang.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 155, 4
 (
Köln
1582
):
Du hast […] | Gar fest gemachet meinen stand, | Jedoch ist mir der můt entfallen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
699
(
mrhein.
,
um 1335
):
so vberhebe mich dirre pin | Yedoch irge der wille din.
Wyss, Limb. Chron.
42, 25
(
mfrk.
, zu
1356
):
hatte der vurgenante konig von Frankrich me ritter […] idoch vurlois he den strit.
Anderson u. a., Flugschrr. 15, 
15, 11, 23
([
Worms
1521
]):
darnach hatt er ain zeytlanng besser sach mitt ynen gehaptt / Yedoch haben sy yme […] entgegen geganngen.
Froning, Alsf. Passionssp. 
5632
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ich enmuß des manß nicht griffen an | […] eedoch geben ich uch eynen raid.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
198
(
Nürnb.
1517
):
durch die euserlichen [zungen] tonet der leib; idoch ist die eusser anderst nichts dann ein zeichen der innern.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
239, 28
(
oobd.
,
1349
/
50
):
merwunder […] habent ain ander gestalt wan der mensch hât. idoch geleichent si […] dem menschen.
Buijssen, Dur. Rat.
16, 26
(
moobd.
,
1384
):
wenn daz ist der priester nicht gesegn mag goczleichnam […] Iedoch mag er nemmen ain stol und lesen die epistel.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
306, 7
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
inn not was er verstricket – jedoch schlueg er umb sich vil wunden.
Piirainen, Stadtr. Sillein 70, r
35
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Chinder han chein recht an dem erbe ydoch han si recht wer ir eyn wundet.
Chron. Köln
1, 921
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
27, 20
;
Gerhard, Hist. alde e 
162
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
17, 6
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 140, 8
;
Thür. Chron.
23v, 22
;
Eschenloher. Medicus
60, 7
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
80, 25
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz 
18
.
3.
dient der Einleitung eines Konzessivsatzes: ›selbst wenn, obwohl‹.

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
1396
 (
omd.
, Hs.
1463
):
ab er ouch swerze were ler, | idoch er wol ein mensche wer.
Lindqvist, K. v. Helmsd. 
616
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Das sÿ ge luͤtert wurd durch das! | E doch sÿ schoͤn und luter was.