jauchert,
jeuchert,
juchert,
vereinzelt auch
jochert,
der/die/das
;
Genus oft nicht erkennbar;
bei Mask./Neutr.
–/-Ø
; bei Fem.
–/-en
.
– Vorwiegend obd.
Flächenmaß für Acker, seltener für Wiese und Wald: ›Joch, Morgen‹; metonymisch auch für ein Stück Land von dieser Größe.
Bedeutungsverwandte:
 5,  2, , , , , , (
der
3.
Syntagmen:
etw. für ein j. bezalen, etw. von einem j. nutzen / schneiden
;
güter zu jaucherten schätzen
;
j. ackers / felds / holz / reben / weide / wieswachs
.
Wortbildungen:
jauchertdenar
(a. 1415),
jauchertgarbe
›Garbe, die nach dem Schneiden eines Jaucherts dem Schnitter zuteil wird‹,
jauchertgeld
,
jauchertpfennig
(a. 1354) jeweils ›Abgabe für Weide oder Fronleistungen‹,
kirchjauchert
,
kreuzjauchert
.

Belegblock:

Sachs
8, 606, 8
(
Nürnb.
1558
):
Wie das Marcus Attilius | […] | Nur sieben jauchart ackers hett.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
8, 402, 6
(
Straßb.
1466
; Var.
Augsb.
1475
):
sy werdent geengert vn die hochen stette des bachs werdent trucken vnd die floͤß
[Var. Z-Oa:
gemindert vnd gedrúcknet die baͤch der iuchart
].
Merk, Stadtr. Neuenb.
85, 36
(
nalem.
,
1496
):
sollen die von Newmburg […] fur iedes jeuchart velds vier guldin reinisch […] bezalen.
Geier, Stadtr. Überl. 
594, 6
(
nalem.
,
1585
):
Nachdem ein guote zeit hero sich etlicher jauchart holz, wiswachs und ackerfelds halber […] stritt erhalten.
Rennefahrt, Gebiet Bern
39, 19 
(
halem.
,
1538
):
alle guͤter […] sind zů medern und jucharten ungevarlich und unvergriffenlich geschetzt.
Maaler
238r
(
Zürich
1561
):
Jucharten (die) Was bey vns eins tags ein zug eeren mag / Was bey den Roͤmeren in die lenge 240 werckschůch / in die breite hundert vnd 20.
Goldammer, Paracelsus
2, 58, 13
(
1531
/
4
):
daß ein iedlicher jauchart reben werd angesehen, was sein tragen sei.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 32, 43
(
schwäb.
,
1574
):
jeder keufer […] kombt umb zwen guldin von einer jeden jauchert.
Müller, Stadtr. Ravensb. 
249, 5 
(
oschwäb.
,
1425
):
da sol man nit me geben denn von ainer reb juchart zehen schilling pfenning jaurlon.
Winter, Nöst. Weist.
2, 21, 36
(
moobd.
,
1630
):
es were daß einer einem ein joch schnit, so soll er ein jochartgarmb nehmen.
Mon. Boica, NF.
1, 215, 1
;
v. Keller, Ayrer. Dramen 
209, 8
;
Roder, Stadtr. Villingen 
107, 30
;
Rennefahrt, Recht Laupen 
174, 13
;
Welti, Stadtr. Bern 
579, 2
;
Kurrelmeyer, a. a. O. 
8, 368, 11
Var.;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
381, 2
;
Schwarz, Awürt. Lagerb.
2, 186, 26
[Regestbeleg];
Voc. Teut.-Lat. p iiijr;
Dasypodius
354r
;
Maaler
359r
;
Schöpper
76b
;
Hulsius I iijr;
Shess. Wb.
3, 964
;
Rwb
6, 514
/6.