instrument,
das
;
-es/-e
;
auch mit lateinischer Flexion;
aus
lat.
ı̄nstrūmentum
›Werkzeug; Hilfsmittel; Beweismittel, Urkunde‹
(
Georges
2, 331
).
1.
›Zeugnis, Urkunde‹.
Syntagmen:
ein i. einlegen / fälschen / geben / halten / lesen / machen / schreiben / unterschreiben / verlesen
;
brief und i. darlegen
;
jm. etw. durch i. beibringen
,
mit brief oder i. überwiesen werden
,
etw. unter einem i. verschreiben
;
altes / behöriges / besiegeltes / heftiges / offenbares / offenes / versiegeltes i.
;
nach inhalt eines i.
,
verlesung eines i.
Wortbildungen:
instrumentbrief
›Beweisschrift‹.

Belegblock:

Schöpper
98a
 (
Dortm.
1550
):
INSTRVMENTVM Instrument Notarischer brieff schrifftlich vrkund offenliche verbrieffung.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch 
2548
(
rib.
,
1444
):
De forme, so we ind in wilcher wijs | He dese gave hait gegeven, | Steit in dieseme instrument geschreven.
Wyss, Limb. Chron.
4122, 32
(
mfrk.
,
1371
):
unde han […] dit vurgenante testament in ey̌ne uffinbar instrument gemachet.
Köbler, Ref. Franckenfort 
30, 8
(
Mainz
1509
):
Wo aber der Cleger sein clage […] durch instrument / oder andere briefliche vrkunde bybrengen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
31, 31
(
rhfrk.
,
1426
):
Kunt sy allen luten, die diß offen instrument ansehent, lesent oder horent lesen.
Behrend, Magd. Fragen
87, 28
(
omd.
,
um 1400
):
als mich myn geselle Petir vormals zcu syme gute mit offinbaren schrifften und instrumenten offinbar bestetigit.
Chron. Nürnb.
5, 769, 41
(
nobd.
,
1469
):
so han ich ditz offen instrument mit meiner eigener hand underschrieben.
Rennefahrt, Stadtr. Bern  
224, 15
(
halem.
,
1384
):
habent die procuratores, […] gebetten von ǔns hie nach geschribnen offennen schriberren ein oder me offen instrument geben und gemachet werden.
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
5733
(
schwäb.
,
1453
):
Der publicus was wol gelart | Und las das hefftig instrument.
Chron. Augsb.
1, 330, 23
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
das bekannten si vor marter und nam des instrument brieff der gichtung.
Koller, Ref. Siegmunds 
309, 5
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
der publicus notarius sey, wo es notdürfftig würd, instrument zu machen.
Bastian u. a., Regensb. UB
214, 38
(
oobd.
,
1361
):
haben beider partie […] versiegelte briefe, instrument, kuntschaft und warheit gentzlich vernomen.
Meijboom, a. a. O.
2112
;
Dat nuwe Boych
441, 25
;
Schmidt, St. Kastorst.
2, 457, 13
;
Chron. Mainz
1, 188, 20
;
Laufs, Reichskammergo. 
249, 10
;
Brinkmann, Bad. Weist. 
159, 26
;
Köbler, Ref. Nürnberg 
72, 10
;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
55, 29
;
Rieder, Gottesfr.
6, 6
;
UB Zug
705, 13
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
223, 13
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 186, 15
;
Bremer, Voc. opt.
301
;
Mell u. a., Steir. Taid.
228, 24
;
Zingerle, Inventare  
636, 33
;
Maaler
87r
;
237r
;
Rot
319
;
Diefenbach
130a
;
Schwäb. Wb.
4, 43
;
Vorarlb. Wb.
1, 1495
;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 103
;
Möller, Fremdwörter.
1915, 66
;
Saueracker, Wortsch. PGo. Karls V.
1929, 31
.
2.
ohne Angabe des Verwendungszwecks: ›Gerät, Werkzeug‹; im Bereich der Mathematik, Astronomie, Medizin und der Kriegführung für jeweils besondere Werkzeuge; ›Musikinstrument‹.
Bedeutungsverwandte:
, (
das
1, , , , , , .
Syntagmen:
auf dem i. schlagen / spielen
;
besondere / viereckige / gute / grausame / kupferne / metallene / musikalische / rotunde / stundenmessene instrumente
;
i. der empfindlichkeit
(›Auge, Mund‹),
i. der marter / musik
.
Wortbildungen:
instrumentmacher
(a. 1550),
instrumentstube
(a. 1644).

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz
70, 5
(
preuß.
,
1578
):
mher grosse steine […] die muß man raußbrengen mit den instrumenten.
M. Cunitia. Ur. Prop. 
209, 2
(
Öls
1650
):
die perfection der dazu noͤtigen instrumenten aus dem succes probiren.
Opitz. Poeterey
46, 1
 (
Breslau
1624
):
wann sie nicht mit lebendigen stimmen vnd in musicalische instrumente eingesungen werden.
Mayer, Folz. Meisterl. 
15, 28
(
nobd.
,
v. 1496
):
Wan alle instrument gemein | Orgel, laut, pfeiff, wie man die nent, | Mit irn stimen erclungen rein.
Sachs
2, 389, 25
(
Nürnb.
,
1541
):
Haben der statt pfeiffer quintiert, | Durch seltzam instrument hofiert.
Ebd.
17, 275, 15
(
1562
):
griff der scherer […] | Mit dem instrument künstlich klug, | Biß er den doren herauß-zug.
Cirurgia H. Brunschwig
18va, 15
(
Straßb.
[
1497
]):
mit waffen stechen schiessen kolben oder andern instramentẽ geslagen.
Sudhoff, Paracelsus
10, 656, 8
 (
1536
):
Dise kunst tractirt die instrumenten und die werkzeug zu machen der ganzen astronomei.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
8, 20
(
schwäb.
,
1548
):
was sey dann vyr reystung gebruchenn zu dem krig, desglichenn mytt andern grussemen instromenttenn.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
141, 37
(
moobd.
,
1478
/
81
):
ain grosser maister in der frölichen kunst musica auf instromenten.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1293
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Zwelff instrumenta allerley gattungen zum durchsehen in die weitten.
Ebd.
2197
:
Ein vergult instrument, damit man alle schregen und winckel abmisst.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
808
;
Ralegh. America iijv,
33
;
M. Cunitia. a. a. O.
177, 7
;
Thiele, Minner. II, 
12, 82
;
Ukena, Zuger Trag.
313
;
Sudhoff, a. a. O.
10, 659, 10
;
14, 479, 4
;
Haage, C. H. v. Hoff. Kunstb.
123, 49
;
Moscouia
E 2v, 2
;
Bauer u. a., a. a. O.
2236
;
2260
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
56
;
Maaler
237r
;
394r
;
423v
;
Rot
319
;
Golius
219
;
Diefenbach
333
c;
Rwb
6, 290/1
;
Schulz/Basler
1, 298/9
;
Barke, Spr. d. Chymie.
271
;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 124
;
Ising, Spätmal. Schriftdialekte.
1968, 115
;
Möller, Fremdwörter.
1915, 66
;
Relleke, Instrumentenbez.
1980, 151
 ff.
Vgl. ferner s. v. .
3.
im ütr. Sinne ›Werkzeug, Mittel; Stellvertreter einer Autorität‹; in der religiösen Sprache ›Werkzeug Gottes‹.
Bedeutungsverwandte:
,  1, (
das
; s. v. ,
die
, 10), , , .
Syntagmen:
bestes / lebendiges / leibliches / mittelmässiges / stathaltendes i.
;
i. gottes
.

Belegblock:

Ralegh. America ijr
18
(
Frankf.
1599
):
gebraucht sich doch Gott der allmaͤchtige jhrer als seiner Instrument / Werckgezeug vnnd Mittel.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
1659
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Ir sint nit me dann alleine | Myn geschirre und instrument gemeine.
Steer, Schol. Gnadenl.
3,
O1, 115 (
rhfrk.
,
1375
):
wan die sele die hat eigenmacht vnd bereitschaft oder instrumente, got zů bekennende.
Kehrein, Kath. Gesangb. 1, S. 
90, 1
 (
Nürnb.
1631
):
diß ist jetzo das singen das allerbest vnd bequemste Instrument worden.
Vetter, Pred. Taulers
14, 23
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Wil unser herre ein instrumente darzů haben durch den er daz wurket, es si engel oder mensche.
Goldammer, Paracelsus
2, 86, 4
(
1530
/
5
):
so hat aber der leib leibliche instrument, durch welche das quintum esse sicht und ist.
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
58, 2
(
München
1528
):
Derselb […] macht vnns gesund durch seine heilige sacrament, als durch mittelmaessige jnstrument.
Bömer, a. a. O.
1808
;
Sermon Thauleri
9vb, 13
;
Eichler, Ruusbr. steen
1249
;
ders., Ruusbr. obd. Brul. 
1, 61
;
Vetter, a. a. O.
71, 4
;
Sudhoff, Paracelsus
1, 272, 24
;
291, 25
;
Goldammer, a. a. O.
2, 280, 4
;
Reithmeier, a. a. O.
39, 4
;
Rot
319
;
Schulz/Basler
1, 298
;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 103
;
Möller, Fremdwörter.
1915, 66
.