insel,
insele,
insul,
ile
(letztere Form sehr vereinzelt im älteren Frnhd.),
die
;
–/-n
;
aus
lat.
ı̄nsula
›Insel‹
(
Georges
2, 335
); die Form
île
stellt sich zu
mhd.
îsele
(
Lexer
1, 1454
), die in einem eigenen Entlehnungsvorgang mit Nasalschwund über das Alemannische übernommen wurde (
Dwb
4, 2, 2139
).
1.
›vom Wasser (eines Meeres, Sees, Flusses) umgebenes Land, Insel‹; gelegentlich auch: ›Halbinsel‹; auch vom wasserfreien Land zwischen Sümpfen: ›Werder‹.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
eine i. besitzen / erkundigen
;
äusserste / fremde / weite / wunderliche i.
;
i. des grossen meres
;
das reich der i
.
Wortbildungen:
inseler
›Inselbewohner‹,
inselig
›von der Art einer Insel‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
12224
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die bezeichenent jen ile, | Die daz mer umme vluzet.
Ralegh. America
1, 28
(
Frankf.
1599
):
damit ich die Insel ein wenig mocht erkundigen.
Allg. Schau-Buͤhne
48, 41
(
Frankf.
1699
):
In der grossen Insul Japan / sonst Japonien genannt.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
39, 23
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
wen das man sy muz sendin uf di insiln des grozen meris.
Mylius
B 4r
(
Görlitz
1577
):
Insula Jnsel / ein stuͤck lañdes dz im wasser ligt.
M. Cunitia. Ur. Prop. 
180, 31
(
Öls
1650
):
es wird aber dieser meridian in Europa durch die Sundische Insel Huena […] gezogen.
Koppitz, Trojanerkr.
15293
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
In der insollen waz genuchtt | Von menger hande rainen frucht.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
154, 5
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Nun hät er in sinem kungrich […] menig groß und wit ynsel.
Dreckmann, H. Mair. Troja
26, 7
(
oschwäb.
,
1393
):
do hub sich ains nahtes Jason […] verstolen uss der inseln.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
230, 1
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
Do kom auss ainer insel | ain volck an streit vil schwind.
Turmair 4, 
54, 10
 (
moobd.
,
1522
/
33
):
das macht groß weit sê, auen und werd, künigreich und march, so man in latein insl nent.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
61, 9
(
tir.
,
1464
):
sein namen der ist offenwar worden in die weiten insslen oder lant.
Helm, a. a. O.
12068
;
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 
25371
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
56, 9
;
Weise. Jugend-Lust 
94, 2
;
Thiele, Minner. II,
13, 371
;
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera 
55, 6
;
Thür. Chron.
6r, 14
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag  
15r, 14
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern  
20, 30
;
hail. altvaͤter
76v, 14
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
179
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
233, 15
;
A. à S. Clara. Glori
9, 1
;
Brack
b 7v
;
Maaler
237r
;
Rot
319
;
Hulsius
J iijr
;
Stieler
1, 891
;
Diefenbach
302b
;
Rwb
6, 274
.
2.
›Bewohner einer Insel, (meist) heidnisches Volk‹.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 222, 1
 (
Köln
1582
):
Des jauchtzen alle land zůgleich | All insuln frewen sich.
Ebd.
2, 628, 11
:
Wir bitten fuͤr alle Heydenschafft, | Turcken, Inseln vnd gantze Judenschafft.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
209, 5
(
Nürnb.
1548
):
Wie das Exempel von den Jnsulen oder Heiden […] auch mit bringet. Die Jnsulen […] harren auf mich.
Sachs 18, 
379, 20
(
Nürnb.
1566
):
Gantz frölich sind all insulen | So vil ir in dem meere stehn.