innigkeit,
die
;
–/-en
.
1.
›Andacht, Frömmigkeit, Gottergebenheit, religiöse Einkehr, tiefe religiöse Empfindung‹;
zu  1.
Texte religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
,  2, ,  6; vgl.  1,  2.
Syntagmen:
der i. geniessen
;
mit i. empfangen / glauben / sprechen
;
abgeschiedenheit und i. / andacht und i.
;
innige / innerste i.
;
mit ganzer / grosser i.
;
i. des geistes, i. des herzen
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 272, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
nu klagent etlîche liute, daz sie niht enhaben innicheit noch andâcht noch süezicheit noch sunderlichen trôst.
Ebd.
2, 430, 1
:
daz er genzlîche und alzemâle ûferhaben sî in got mit bekantnisse und mit minne und mit wârer, ganzer innicheit.
Fischer, Brun v. Schoneb. 
8460
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz si sine liben brut ouch nicht | uz dirre innekeit irwecken.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1878
(
Köln
1476
):
Also, dat manch hertz stoultz ind hart | Dorch innicheyt beweget wart.
Froning, Alsf. Passionssp. 
47
(
ohess.
,
1501 ff.
):
darumb sollet ir nu ansehen | mit innikeyt das schone spyell.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
18, 15
(
omd.
,
1487
):
Nicht dÿ grösße adder manchfeldigkeitt des opphers sunder Jnnigkeitt vnd meÿnũg des hertzen sÿtt gott an.
Wolf, Norm im sp. Ma.
43, 40
(
omd.
,
v. 1496
):
das sy [dy brudere] doch den geist des heiligen gebetis vnd ynnekeit nicht vß leschen.
Strauch, Par. anime int.
38, 36
(
thür.
,
14. Jh.
):
wan Got ist der sele innirste innekeit.
Neumann, Rothe. Keuschh. 
975
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
biss das wir unser leben volenden, | mit ynnikeit unnd mit andacht.
Rieder, St. Georg. Pred.
17, 24
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
swenn der mentsch ist in grosser innekait und gern gedenket den groͤsten goͤtlichen willen, und verainet sich mit Got.
Vetter, Pred. Taulers
96, 14
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Disen frieden in allen disen dingen den leret man alleine in worre abegescheidenheit und in innekeit.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul. 
2, 239
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Innekeit ist ein beuintlich fv́r von minnen, daz der geist gottes enzv́ndet vnd tůt búrnen.
Ebd.
250
:
Innekeit růret vnd tribet den menschen von vssen vnd von innen zů dem dienste gottes.
Quint, Eckharts Pred.
1, 100, 5
;
ders., Eckharts Trakt.
262, 9
;
Mone, Adt. Schausp. 
1, 730
;
Sermon Thauleri
11va, 2
;
Schönbach, Adt. Pred.
5, 23
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 7, 1
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
131, 14, 7
;
Dienes, E. Gros. Witwenb.
222, 24
;
Mayer, Folz. Meisterl. 
73, 5
;
Strauch, Schürebrand
36, 9
;
Vetter, a. a. O.
12, 27
;
Warnock, Pred. Paulis
19, 93
;
Brinckmeier
1, 1039
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 166
;
Zirker, Bereicherung d. dt. Wortsch.
1903, 67
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 56
.
2.
›Liebe, Ergebenheit (gegenüber einer Person)‹;
zu  1.

Belegblock:

Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
191, 6
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
O adeliches weibe, dein innigkeit, dein liebe die will mich todten.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
64, 1
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ouch han di Sarraceni der lande groze ynnekeit czu sente Thomas.
Ebd.
63, 25
.