ingesinde,
das
;
-s/–
;
zu
mhd.
ingesinde
›Dienerschaft‹
(Lexer
1, 914
).
1.
›Dienerschaft‹;
vgl.
3
 1,  23.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
das i. beschirmen, dem i. gebieten; jm. als i. dienen, jn. zu seinem i. nemen; des hauses / hofes / königs i.; gedinget i.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
230, 15
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
So sol her im dienen als ein sin ingesinde.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. 
3, 739
(
Köln
um 1490
):
Do sochten des koninges ingesinde dat mest bi Marcolfo.
Sachs
16, 363, 9
(
Nürnb.
1563
):
Verbrennten sich mit weib und kind, | Mit irem viech und ingesind.
Geier, Stadtr. Überl. 
41, 39
(
nalem.
,
1378
):
wellen auch dieselben juden ir hausfrawen, iren chind und ir ingesinde mit aller irer hab genedichlich beschirmen.
Koppitz, Trojanerkr.
6289
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Gebott dem ingesinde | Das sy sich geschwinde | Bütten ze dienst dem gast.
Sappler, H. Kaufringer
4, 429
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er hett die sach still und leis | gehandelt, das sein ingesind | darumb nichtz wist.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
51
 (
mslow. inseldt.
,
1537
):
das ein Ied(er) wirt vnnd wirtin auff Ihr Khind(er), dienstpoten vnnd Ingesindt ein Vleÿsigs, guets, Christlichs aufsehen hab.
Ders., Stadtr. Sillein 79, r
7
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
sol man erst gelten dem iuͤngesten ingesinde ir lon az im gepuͤrt.
Frantzen u. a., a. a. O.
3, 955
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 28
;
Sachs
23, 224, 11
;
Koppitz, a. a. O.
5993
;
16564
;
Brinckmeier
1, 1045
;
Rwb
6, 223
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 156
.
2.
›Gefolgschaft, Anhänger‹; auch ütr. ›Begleitung, Gefolge (im abstrakten Sinn)‹;
vgl.
3
 1,  23.
Syntagmen:
jn. zum i. kiesen; des vaters / herzen / teufels i.; heimliches / himlisches i.

Belegblock:

Feudel, Evangelistar 
124, 30
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
wen der vater des ingesyndes ist in gegangen unde hat dy tur beslozen.
Pyritz, Minneburg 
3056
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Clugheit, Moß und Wisheit, | Gerechtikeit und auch die Hute | Sint alle min ingesinde guͤt.
Bihlmeyer, Seuse 
42, 17
(
alem.
,
14. Jh.
):
ze gene zů dem reinen himelschen ingesinde.
Adrian, Saelden Hort 
2358
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
Sit daz gesin von kinden | mins hertzen ingesinden | ist min herr sant Johannes.
Thiele, Minner. II, 
7, 133
 (Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
alle frewd ist mir wilpret | unnd druͤren ein ingesind.
Rieder, St. Georg. Pred.
126, 25
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
fur den grossen Got von hymelrich und fur alles sin ingesinde.
Päpke, Marienl. Wernher 
8783
(
halem.
,
v. 1382
):
Dus túvels ingesinde | Iltent vil geschwinde | Stúrmlingen bald hin.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
48, 29
(
Venedig
1483
):
do anruͤffen das yngesynne des himelischen hofes das sie sein belaiter vnd auch fuͤrer woͤllen sein.
Pyritz, a. a. O.
1474
;
1595
;
Mayer, Folz. Meisterl. 
8, 43
;
97, 154
;
Bihlmeyer, a. a. O.
112, 1
;
427, 18
;
Adrian, a. a. O.
1070
;
Thiele, a. a. O.
31, 563
;
Rieder, a. a. O.
65, 7
;
291, 16
;
Päpke, a. a. O.
4876
;
6397
.
3.
›Mieter‹;
vgl.
3
 1,  45.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
das i. behalten, um den hauszins pfänden
.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
12, 56
 (Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
man spricht, eym guten wirte | dem zympt gar wol ein erlich ingesinde.
Auer, Stadtr. München
80, 1
 (
moobd.
,
1347
):
wenn der wirt daz ingesind nicht lenger behalten wil umb sogetan schuld.
Dirr, Münchner Stadtr. 
414, 26
(
moobd.
,
um 1365
):
ob er seinem ingesind oder seinen gesten, die datz im ze herwerg sind, nach der gelogken ze trinchen geit.
Dirr, a. a. O.
401, 20
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
58, 15
;
Mollay, Ofner Stadtr. 
12, 9
;
Rwb
6, 223
.