inbrunst,
die
,
vereinzelt
der
.
1.
›brennendes, heftiges Verlangen, Eifer‹;
vgl.
2
,  4.

Belegblock:

v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
riefft jhr in die gedächtnuß, mit was fleiß vnd innbrunst er von jhr vrlaub begert hett.
2.
›heftiges religiöses Verlangen, religiöse Einkehr, Ergriffenheit, Frömmigkeit, Hingabe zu Gott‹;
vgl.
2
,  5.
Vorwiegend Texte religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
 7, (
die
), (s. v.  3); vgl.  1,  1.
Syntagmen:
i. der liebe / des herzens
,
i. in / zu got
.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim 
135, 19
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
auss den mag ain yeglich mensch sunst | in gacz liebhabung mit inprunst | erweget und geraiczt werden.
Ebd.
146, 405
:
Daz geschiht, so vil ain mensch mer | mit inprunst und emssiger ger | uff erhebt so czu hande | Sein verstantnis.
Eschenloher. Medicus (
Augsb.
1678
):
Ordensmann […] mit grosser Andacht vnd Inbrunst seines Hertzens das Amt der H.Meß gehalten.
A. à S. Clara. Glori (
Wien
1680
):
Also wuͤnschte auch ebenmaͤssig GEORGIUS […] Blutstropffen aus Inbrunst zu GOtt zu vergiessen.
Ruh, Bonaventura
337, 26
;
Schatz, Sprache Oswalds.
1930, 79
.
3.
›heftiges sexuelles Verlangen‹;
vgl.
2
,  5.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
196, 7
(
Frankf.
1535
):
Er [Topasius] loͤscht den inbrunst der vnkeuscheyt.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
9, 36
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
tawbheit der vernunft, unkewsch wollust, inprunst des fleysch […] also schol der mensch betrachten solch unczellich unentlich gepresten.