in,
Präp.;
Bedeutungen 1-5 raumbezogen, 6-10 zeitbezogen, 11-15 kaum oder nicht mehr mit Raum- und Zeitaspekten assoziierbar; allgemein breiterer Verwendungsbereich als im Nhd.; für ütr. Bedeutungen (11-15) wird
in
gegen Ende des Frnhd. zunehmend durch andere Präp. ersetzt.
1.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Situiertheit von etw./jm. innerhalb eines Raumes oder räumlich gedachter Verhältnisse, in denen sich ein Bezugsgeschehen vollzieht: ›innerhalb, in etw.‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Präp.) 1,  1,  3.

Belegblock:

Ralegh. America
13, 20
(
Frankf.
1599
):
wenn die Sonne mitten im Himmel ist.
Froning, Alsf. Passionssp. 
6646
(
ohess.
,
1501 ff.
):
yn der helle pyn | do mustu ewiglichen ynne synn!
Ebd.
7907
:
des lobet dich zu aller fryst | alles, das inne hymmel ist!
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
66, 9
(
Frankf.
1535
):
In kleyn Armenien vnd in Gallicien werden sie auch funden.
Hübner, Buch Daniel
3363
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Doch weiz ich dri kindelin | Noch in dem oven sitzen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
3, 3 
(
osächs.
,
1343
):
Ein stimme des rûfinden in der wůstenunge.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 152, 22 
(
Nürnb.
1631
):
Ein suͤß Honig inn meinem Mundt, | Ein herrlichs Tranck ins Hertzens grundt.
Bachmann, Morgant  
186, 9
(
halem.
,
1530
):
Ir sond wǔssen, das inn dem berg […] ein grosser held ist.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
136, 14
(
whalem.
,
1345
/
60
):
want in dem vatterlande werden wir sehent got.
Sappler, H. Kaufringer
11, 380
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
so erkennt ir, was im puoch stet.
Munz, Füetrer. Persibein
422, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
man hört in allen gassen | wie Persibeins lob do ward aus geschreyt.
Rechn. Kronstadt
2, 382, 40
(
siebenb.
,
1535
):
Als ym register klerlich geschriben stat.
Chron. Köln
1, 1187
;
Belkin u. a., a. a. O.
72, 8
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
169, 28
;
Küther, UB Frauensee 
141, 14
;
M. Cunitia. Ur. Prop. 
151, 2
;
Rupprich, Dürer 
2, 176, 62
;
Chron. Nürnb.
2, 276, 32
;
Barack, Zim. Chron.
2, 247, 7
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
148, 16
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
22, 23
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
7, 22
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
64, 11
;
Maaler
235v
;
Rot
318
;
Stieler
1, 889
.
2.
dient mit folgender Maßangabe (im Dat.) dem Ausdruck der Situiertheit von etw./jm. innerhalb einer durch die Maßangabe abgegrenzten Entfernung; ›innerhalb von‹.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk.
112, 3
(
halem.
,
1530
):
Und warend weder stett nach schlösser […] inn zechen millen niennert darby.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
44, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
tetten da grossen wuest mit pranndt […] das oftt in zehen meylen kain haws noch mensch ist.
Bachmann, a. a. O.
191, 11
.
3.
dient mit folgendem Nomen (im Akk.) dem Ausdruck der Gerichtetheit der räumlich gedachten Bewegung eines Bezugsgegenstands / einer Person in einen anderen Bezugsgegenstand hinein; ›in etw. hinein‹; mit folgendem Orts- und Ländernamen ohne Kasuskennzeichnung, dann: ›nach etw.‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 210, 21
(
preuß.
,
1412
):
hatten wirs bestalt mit dem koufman, uns silber und groschen yns land czu brengen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
155, 20 
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Dann lassent vns ziehen jn Franckerich.
Froning, Alsf. Passionssp. 
116
(
ohess.
,
1501 ff.
):
mit den tufeln muß er yn die helle gan!
Luther, WA
30, 3, 286, 11
(
1531
):
wo sie den Keiser personlich jnn Deudsch land brechten.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 172, 5 
(
Bautzen
1567
):
Vom Geist ward er ind Wuͤste gfuͤrt.
Skála, Egerer Urgichtenb.
166, 12
(
nwböhm.
,
1575
):
sej hernach In Beheim Komen.
Chron. Nürnb.
4, 289, 2
(
nobd.
,
15. Jh.
):
kom ein gross weter umb drei stund gen nacht und schlug ein den turn.
Sachs,
2, 93, 1
(
Nürnb.
1557
):
Samlet wider ein heere klug | Und darmit in Persia zug.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
142, 5 
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn ez [daz dornswein] zornig wirt, sô scheuzt ez die selben dorn in die hund und die läut reht sam pfeil.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
19, 54
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
In dich geusset, | in dich flewsset | gotes genade ane zil.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
182, 1 
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Da stiessen s’in die habe | und zugen aus ans landt.
Roth, E. v. Wildenberg 
15, 24
(
moobd.
,
v. 1493
):
Pompeius ward fluchtig […] von erst in Kriechen, darnach in Egipten.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen  
34, 4
(
mslow. inseldt.
,
1597
):
iśt Betgen […] wegen eines begangenen Ehebruchs inns gefenknuß eingelegt worden.
Dubizmay, kurß zu Teutze
1, 7
;
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 50, 2
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
222
;
Bell, G. Hager
619, 2, 3
;
Roloff, Brant. Tsp. 
92
;
Schmidt, Rud. v. Biberach 
10, 23
;
Pfeiffer, a. a. O.
209, 5
;
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
18, 18
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
16
;
Qu. Brassó
 4, 219, 21
;
Stieler
1, 889
;
Dief./Wü.
677
;
Schweiz. Id.
1, 286
;
Wolf, Mathesius.
1969, 35
.
4.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Situiertheit von etw./jm. auf einer waagerechten Fläche, auf der Oberfläche von Sachgegenständen oder auf etwas flächig Gedachtem, auf dem sich ein Bezugsgeschehen vollzieht; ›auf etw., oben auf etw.‹.
Phraseme:
har in zänen haben
›Haare auf den Zähnen haben‹.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
54, 14
(
Frankf.
1535
):
er wechset in Arabia vnnd Cipern / aber das in Cipern ist mehr weycher.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
104, 36 
(
omd.
,
1548
):
Da auch einer gebeude angestellt in einem felt, das er nicht in lehen hett.
M. Cunitia. Ur. Prop. 
263, 3
(
Öls
1650
):
suche man […] in einer der gantzen Erden gemeinen Landkarten.
Bachmann, Morgant  
295, 18
(
halem.
,
1530
):
Der sytz, in dem Marsillia saß, zerbrach under im.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
462, 25 
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ain stain, den vindet man in der inseln Samus.
Mell u. a., Steir. Taid.
5, 4
(
m/soobd.
,
1523
):
all waren […] die man in jarmarkten […] dahin bringt.
Opel, Spittendorf
15, 20
;
Pfeiffer, a. a. O.
120, 29
;
182, 16
;
291, 4
;
492, 32
;
Schweiz. Id.
1, 289
.
5.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Situiertheit von etw./jm. auf einer senkrecht stehenden Fläche, auf der sich ein Bezugsgeschehen vollzieht, oder in der unmittelbaren Nähe von etw.; ›an etw., an etw. dran‹.

Belegblock:

Rupprich, Dürer 
2, 176, 32 
(
nobd.
,
1512
):
dy dicken des fürsichtigen arms. […] Vor dem elpogen miten jm arm 26 teill.
Sachs
14, 170, 23
(
Nürnb.
1551
):
Der pawr kummet, gienht auff, kratzt sich im kopff unnd spricht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
172, 6 
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wan der vogel wont in dem mer und prüett seineu air siben tag.
Rapp, UB Stuttg.
96, 8
(
schwäb.
,
1413
):
als dick ouch das were brúchig wúrde, so súllen wir in hofstatt in dem Necker geben.
Roloff, Brant. Tsp. 
44
;
Pfeiffer, a. a. O.
205, 11
.
6.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Fixierung eines Bezugsgeschehens auf einen bestimmten Zeitpunkt oder eine bestimmte Zeitspanne; ›zu dem Zeitpunkt, in, an‹.
Syntagmen:
in der zeit / nacht, in dem (den) monat(en) / tag(en) / jar(en), im anfang / ende
.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp. 
53
(
ohess.
,
1501 ff.
):
mit andacht sollet er diß schawen | und in alle uwern tagen | Jhesu syn crucze helffen tragen.
Menge, Laufenb. Reg. 
173
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Die reben ich beschniden wil | In disem manot.
Fuchs, Murner. Geuchmat 
321
(
Basel
1519
):
Nun bin ich doch in alten ioren, | Do dennocht ouch schon wiber woren.
Vetter, Schw. zu Töß
117, 19 
(
halem.
, Hs.
15. Jh.
):
do in der nacht ward, do kam sy ansichteklichen zů ir stúffmutter.
Bachmann, Morgant
319, 14 
(
halem.
,
1530
):
Es ist yetz nŭt im zyt zeblăssen, wann ich bin tod.
Winter, Nöst. Weist.
4, 210, 28
(
moobd.
,
1577
):
so soll man im angiessen dreimall in tag der di angießkandl hat.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
122, 15
(
m/soobd.
,
n. 1618
):
solle ess […] mit der berainung der wälter oder in ainen andern tag […] vürgenommen werten.
Helm, Maccabäer 
10424
;
Feudel, Evangelistar 
24, 6
;
M. Cunitia. Ur. Prop. 
258, 4
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
24
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
49, 20
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz  
48
;
Maaler
235v
;
Stieler
1, 889
;
Schweiz. Id.
1, 287
.
7.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Eingebettetheit eines Bezugsgeschehens in einen nicht festgelegten Zeitpunkt innerhalb einer zukünftigen Zeitspanne (nicht innerhalb eines Geschehens, dies unter 9); ›innerhalb, in‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Präp.) 2,  3,  5.

Belegblock:

Rupprich, Dürer 
3, 167, 41 
(
nobd.
,
1512
/
3
):
diese kunst […] hat sich erst jn anderhalb hunder jorn wider angespunen.
Chron. Nürnb.
4, 332, 8
(
Nürnb.
15. Jh.
):
put man früe […], iederman auf und in einer stund waren sie fertig.
Bachmann, Morgant
90, 5
(
halem.
,
1530
):
Ich bitten got, das er üch inn kurtzem botschafft von innen gebe.
Winter, Nöst. Weist.
3, 442, 24
(
moobd.
, Hs.
A. 16. Jh.
):
so soll man in vierzehen tagen nicht in das velt treiben.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
40, 24
(
m/soobd.
,
1508
):
der selb sol den […] mit im bringen fur den ambtman in ainem monat.
Bachmann, a. a. O.
211, 33
;
Heidegger. Mythoscopia 
57, 9
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
152, 39
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
199, 4
;
Maaler
235v
.
8.
dient mit folgendem Nomen (im Akk.) dem Ausdruck der Dauer eines Bezugsgeschehens in einen gegebenen Zeitabschnitt hinein; ›in etw. hinein‹.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
58, 12
(
mfrk.
,
1366
):
unde regirten di stat nach irme sinne in daz sibende jar.
Ebd.
74, 10
(
1379
):
di geselschaft werte in daz drette jar, da nam si ein ende.
Schweiz. Id.
1, 288
.
9.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Eingebettetheit eines Bezugsgeschehens innerhalb eines weiteren, sich in der Zeit vollziehenden Geschehens oder eines in Zeiterstreckung gedachten Zustandes; ›im Laufe von, während, bei‹.
Phraseme:
in leben sein
;
in frischer tat
›auf frischer Tat‹;
in rechten hangen
›noch unentschieden sein (von Prozessen)‹;
in dem besten
›auf der Höhepunkt von etw.‹;
etw. im fusstapfen rügen
›etw. auf der Stelle rügen‹;
der winter ist im kältesten
›der Winter ist auf dem Höhepunkt‹.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
158, 1 
(
rhfrk.
,
um 1435
):
ich forchte er sye dot / Dann were er jn leben / so were er lange widerkomen.
Chron. Nürnb.
5, 726, 15
(
nobd.
,
1490
):
In diesen leuften beschahen auch etlich anstellung eines frids.
Rupprich, Dürer 
2, 283, 72 
(
nobd.
,
1508
/
9
):
durch den winkelhoken werden gemacht dy nidergetrückten gründ, wÿ dw das nachmals jm machen sehen würst.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
135
(
Nürnb.
1517
):
in einem einigen und kurzen reden eröfnet er die ganzen warheit.
Bachmann, Morgant  
236, 6
(
halem.
,
1530
):
im nachtessen ertzalt im der wyrt das schantlich läben irs kǔnigs.
Ebd.
319, 37
:
Aber im rytt fand er leyd uff leyd.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
113, 10
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz dritt ist, daz dik in dem ertpidem auz der erden vert vil sandes und staubes.
Ebd.
153, 11
:
den mäusen wechset die leber in vollem mônn.
Ebd.
226, 3
:
diu turteltauben mügent niht wol gevliegen in dem wind.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
90, 30
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Darzue gieng die ellend waisin in hoffnung, sy fund da leut, die sy herwergten.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
5, 8
(
m/soobd.
,
1423
, Hs.
18. Jh.
):
dass derselbe amtmann […] einen so nicht angesessen einer solchen handlung halben in frischer tatt in verwahrung brachte.
Ebd.
9,
Anm. (
2. H. 16. Jh.
):
ob aber der schathafte in solcher vergleichung vermainet, ihme geschäche zu kuerz.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
17, 10
;
Bachmann, a. a. O.
285, 34
;
311, 17
;
Pfeiffer, a. a. O.
194, 34
;
198, 33
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
189, 9
;
Schweiz. Id.
1, 287
/8.
10.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck des Zeitpunkts, nach welchem ein Geschehen eintritt; ›seit‹.

Belegblock:

Bachmann, Morgant  
110, 23
(
halem.
,
1530
):
in zechen jǎren hab ich nie so grossen tǔrst gehept.
11.
dient mit folgendem Nomen (im Akk.) dem Ausdruck der Gerichtetheit einer Handlung von jm. auf etw. anderes/jn. anderen hin; die zugrundeliegende Vorstellung räumlicher Gerichtetheit ist hier noch nachvollziehbar; ›an, auf, gegen, in, zu etw. / jm.‹.
Phraseme:
sich in bettelstab richten
›sich an den Bettelstab bringen‹;
etw. in dach bringen
›etw. (ein Haus) bis zum Dach aufführen‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
202, 33
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swer in de achte Cůmt, e daz dan inne den ban, der sol oůch e von der achte komen.
Chron. Köln
1, 3667
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Wir hasden vns selue altze sere, | leissen wir sy treden in vnse ere.
Kurz, Waldis. Esopus 
2, 80, 40
(
Frankf.
1557
):
Du solt nicht wuͤten oder schelten | In den, der dirs kan widergelten.
Luther, WA
30, 3, 276, 25
(
1531
):
das er [Gott] uns fur sie nicht erhoͤren woͤlle, sondern sie lassen gehen und sich wie Pharao jnn den heiligen geist versuͤndigen.
M. Cunitia. Ur. Prop. 
235, 42
(
Öls
1650
):
so gehoͤren sie beide in unser hemisphær.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
45
(
Nürnb.
1517
):
wo sie durch die gnad eingossen ist, do füret sie ins herz Christum.
Vetter, Pred. Taulers
326
(
els.
, Hs. 
1359
):
ob anders der mensche […] werfe sinen enker in Got manlichen.
Anderson u. a., Flugschrr.
18, 4, 23
([
Straßb.
]
1523
):
Wie ein yeder glaubt vnd hoffet in gott / also hat er auch hilff von gott.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
56, 50
(
Basel
1494
):
Sellig / wer hofft jnn gott alleyn / Er fellt / vnd blibt nit jn der hoͤh.
Chron. Augsb.
4, 452, 15
(
schwäb.
,
1506
):
übereilten die Tarter an ainem moß und schlůgentz int flucht.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
56, 3 
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
was er nicht trawt ze halten, ließ er in den grundt abprechen.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
2101
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Also entrinnet dem gewalt gotes nichtes wenn die sunde, wann die vellet nicht in got.
Luther, WA Tr.
2, 306, 26
;
Sappler, H. Kaufringer
14, 14
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
204, 6
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
226, 6
;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O.
1594
;
Maaler
235v
;
Schweiz. Id.
1, 289
;
Wolf, Mathesius.
1969, 35
.
12.
dient mit folgendem Nomen (im Dat., oft auch ohne Kasuskennzeichnung) dem Ausdruck der Modalität des Bezugsgeschehens; die zugrundeliegende Vorstellung räumlicher Verhältnisse ist kaum nachvollziehbar; ›in; in der Art und Weise von etw., in Form von etw.‹.
Phraseme:
etw. in übel / im besten aufnemen; in samt und sonder
›insgesamt‹;
in den / keinen / manchen weg
›auf diese / keine / mancherlei Weise‹;
etw. (vieh) in halbem geben
›etw. (Vieh) zu Fütterung geben, so daß der Nutzen zwischen Eigentümer und Besitzer gehälftet wird‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
16, 38
(
thür.
,
1474
):
hat sy […] sollicher sachen gantcz entscheyden in fruntschafft.
Froning, Alsf. Passionssp. 
149
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ich thun uch allen kunt in truwen, | das uch nummer magk beruwen.
Dienes, E. Gros. Witwenb. (
nürnb.
,
1446
):
Die kynder, […] die sterben in erbsünden.
Meisen u. a., J. Eck 
55, 13
(
Ingolst.
1527
):
bewert das in den ketzern Arrio und Eunomio.
Sachs
17, 147, 33
(
Nürnb.
1554
):
Wen sie […] mich anschnurrt in irem zorn.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
28, 8
(
Basel
1494
):
Sin narrheyt gibt er jn geschrifft.
Bachmann, Morgant
296, 31
(
halem.
,
1530
):
Alle dysse ding schickt üch Marsillia inn frŭntschaft zeichen.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
468, 26
(
halem.
,
1695
):
sie […] allhier in kosten der gemeinden oder deren, so den underschlauff gegeben, so lang aufbehalten solle.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
59, 20
(
whalem.
,
1345
/
60
):
oͮgen, die krank sint, enphahent ze ersten liecht der svnnen in tvnklen, swarzen varwen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
173, 3
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Bubo haizt ain auf oder in anderm däutsch ein haw.
Pfeiffer, a. a. O. 
176, 12
;
479, 22
;
Schweiz. Id.
1, 288
.
13.
dient mit folgendem Nomen (im Dat.) dem Ausdruck der Ursache für ein Bezugsgeschehen; ›durch, wegen, auf Grund von etw.‹.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
122, 75 
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Jn dem gerüchte entwachte die konnigynne.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk.
1, 22
(
osächs.
,
1343
):
si irschrâckin in sîner lêre.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 10, 18
(
Leipzig
1520
):
wan in der tauff wirt gegeben das leben.
Ebd.
3, 11, 11
(
Wittenb.
1525
):
Darumb ermane ich euch ynn Christo.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
73, 31
(
Nürnb.
1548
):
Christus sagt / man sol inn seinem namen bitten.
Anderson u. a., a. a. O.
22, 2, 16
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
184
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
265, 18
.
14.
drückt mit folgendem Nomen (im Dat. oder ohne Kasuskennzeichnung) den Zweck des Bezugsgeschehens aus; ›mit dem Zweck, in der Absicht‹.

Belegblock:

Lemmer, Brant. Narrensch. 
12, 24
(
Basel
1494
):
Das er die brieff nit laß zů hant | Die jm jn warnung worent gsant.
Bachmann, Morgant
79, 27 
(
halem.
,
1530
):
er wust nǔt, wer sy wǎren und ob sy in guottem oder in bössem kammen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
187, 16
(
oobd.
,
1349
/
50
):
in der stat […] was […] ain tempel gepawen in der êre des obristen gotes.
Ebd.
200, 8
:
ainz daz ander speiset gaistleichen mit guoter lêr oder leiplichen auch in gotes êr.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
48, 96
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
zwelfpoten tailung dein gesampte schar | in huet bewar in frides pant | ainig und gar unzertrannt.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
313, 14
;
Bachmann, a. a. O.
226, 22
;
270, 27
;
Spechtler, a. a. O.
1, 127
.
15.
dient mit dem folgenden Nomen (im Dat.) dem Ausdruck des Aspektes, unter dem etw. betrachtet wird; ›hinsichtlich, im Hinblick auf, in bezug auf‹; an 12 anschließbar.
Phraseme
(am ehesten hierher):
in meinem bedünken
›nach meinem Dafürhalten‹.

Belegblock:

v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
29, 5
(
omd.
,
1487
):
Dem nach hald masse Jn der liebe deins ehlichen gemahels.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
69
(
Nürnb.
1517
):
diejenen kein gemeinschaft haben mit der breut, die ir in sünden nit gemeiner sein.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
104, 11
(
whalem.
,
1345
/
60
):
ein spise der minne ist in verminrung zitlicher dingen begirde.
Bachmann, Morgant
84, 33 
(
halem.
,
1530
):
er übertrift inn manheit und redligkeyt alle.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
34, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Du pist sibenveltig in den gaben.
Schweiz. Id.
1, 289
.
16.
dient vor einem Zahlwort dem Ausdruck einer ungefähren Maß- oder Mengenangabe; ›an, bis, gegen‹.

Belegblock:

Luther, WA
41, 175, 9
(
1535
):
er rustet seiner knecht 318 […] und jagt in bis gen Dan, inn die 60 meil deudsch.
Chron. Nürnb.
2, 311, 26
(
nobd.
,
1449
/
50
):
darnach kauft der rat die schoff alle, […] das hundert umb 25 in 30 gülden.
Chron. Augsb.
2, 105, 11 
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
ich glaub, der mülin seien biß in neun.
Ebd.
8, 418,
Anm. 1 (
1556
):
hab ich […] landsknecht, also wol gerüst vnd so schön ichs nie gesehen hab, in 3500 starck, angenomen.
Luther, WA
41, 175, 24
;
Chron. Nürnb.
2, 351, 1
;
Bad. Wb.
3, 8
;
Schweiz. Id.
1, 287
;
Krieger, Ravensb. Kaufl.
1933, 55
.