herte,
härte,
die
;
–/-n
, Plural nur in 5.
1.
die Konsistenz von Materialien bezeichnend: ›Festigkeit, große Dichte, Stabilität‹; speziell auch: ›besonders harte Stelle (innerhalb eines Materials)‹; ›fester (Akker-)Boden‹;
zu (Adj.) 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  4,  1,  6.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
64, 5
(
Frankf.
1535
):
Andromanta ist ein steyn silberfar / [...] / sein form ist als ein würffel / vnnd die haͤrte als ein Adamas.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 24
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Anders es müßte der hamer den amboß treffen, herte wider herte wesen.
Ermisch, Sächs. Bergr.
18, 5
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
dy gewerken furen ir stollenhoupt vor sich unde si quemen an eyne herte, das sy brende musten seczen.
Sudhoff, Paracelsus
1, 35, 6
(
um 1520
):
ein stein, der hat sein herti, ein holz, sein herti, ein kraut sein herti.
Hübner, Buch Daniel
1834, 3245
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 261, 10
;
Müller, Handel Paumgartner
89, 3
.
2.
medizinisch: ›Verhärtung eines Körperteils, Geschwulst‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  1, (
der
3,
2
,  2,  2, .

Belegblock:

Keil, Peter v. Ulm
20
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Das oxicrocium [...] zertreibt die hert der lebern vnd des miltzes vnd der nyren, ob man es dor auff leget.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
82v, 24
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
wëre, das ein herti wurd zwúschen den gleichen, so ist guͦt nach dem bad werche daruff geleit.
Sudhoff, Paracelsus
10, 138, 30
(
1536
):
die zufell, so aus der hiz und frost entspringen, als herte, bleue und ander ungeschlachte zuverwante feint.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
397, 21
;
Broszinski, a. a. O.
72r, 16
.
3.
›Hartherzigkeit, Gefühllosigkeit‹;
zu (Adj.) 6.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4, .

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr.
344, 19
(
halem.
,
1534
/
5
):
Wir hand [...] von der dancksagung geschriben / mee der zytt / dann der sach farende / vil nachglan / und zuͦ gen / der bloͤdickeytt und herte / deren / denen wir geschriben hand.
Adrian, Saelden Hort
5033
.
4.
›Verstocktheit, Eigensinnigkeit‹;
zu (Adj.) 7.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Niewöhner, Teichner
493, 29
(
oschwäb.
,
1368
):
wer dann stuͤrb in diser herrt, | der wirt Luͤczeferz gevert.
5.
›unerbittlicher Kampf‹; fechttechnisch auch: ›mit Kraft geführter Hieb‹;
zu (Adj.) 10.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
(
der
5.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
4025
(
preuß.
,
1331
):
Wi sal nu uf der herte | Besten des wiltnis gerte.
Koppitz, Trojanerkr.
2986
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Baide sper wurden vertön, | Do müst ez an die hertte gon.
Wierschin, Liechtenauer. Fechtk.
120, 12
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Von abschniden. Schnyde ab die hörten von vnden in bayden geferten. Vier sind der schnitt: zwen vnden, zwen oben mit.
Koppitz, a. a. O.
17395
.
6.
›Mühe, Anstrengung‹;
zu (Adj.) 11.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, , ,  3, .

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
32, 106
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
si hait besessen loen der mynnen, | den man met herden mois ghewynnen.
Sudhoff, Paracelsus
1, 83, 13
(
um 1520
):
die augen krempfen sich, der atem get mit herti und schweri.
Jellinek, Friedr. v. Schwaben
3102
.
7.
›Dauer‹;
vgl. (Adj.) 13.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 1,  2,  3, .

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 253, 4
(
rib.
,
1485
):
as id noch vurder achterstalt ind in die herde vergenklich werden moeste.
8.
›Schulterblatt‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 2.

Belegblock:

Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
170
(a. 
1362
).