herschild,
der
;
–/-e
.
1.
›(besonders hoher und breiter) Schutzschild im Kampf, bei Belagerungen den Armbrustschützen als Deckung dienend‹;
vgl. (
das
1.

Belegblock:

Chron. Augsb.
3, 175, 15
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
am morgen umb 8 ur zogen von hinnen auß 100 pferd und bei 500 ze fuͦß mit 70 wägen und mit ketten, agsten, heerschilten [und] mit laitern und zogen für das stätlin Monhaim.
2.
›Wappenschild (als Kennzeichen einer Familie oder eines Geschlechts)‹; anschließbar an 1.

Belegblock:

Wattenbach, Urk. Czarnowanz
129, 29
(
schles.
,
1456
):
der woltuchtige Jan Nowowesky [...] hat beweist seine herschilde vnd wopen, als eyn wolgeborner vnd wolherkomener Edeler vnd Erbar Man.
Ebd.
130, 5
.
3.
›Gruppe von Kriegern, Kriegsheer‹;
zu (
das
1.
Gehäuft preuß.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 613, 21
(
preuß.
,
1453
):
sie [die stete] ouch sulden ere macht zcusampnebrengen und vortan eynen herschilt machen und vortreiben unszeren orden uszim lande.
Ebd.
5, 42, 19
(
1461
):
wir [...] wissen woll, das euwre [konig] gnade mit euwern hern [...] swere czoge mit herschilde geczogen.
Ebd.
4, 470, 13
;
Beyer, UB Erfurt
2, 273, 38
.
4.
›Rangstufe innerhalb der mittelalterlichen Lehensordnung‹; das Lehnsrecht unterscheidet sieben solcher Rangstufen (vgl. Beleg
Große, Schwabensp., s. u.), Lehen durften nur von einem Vertreter einer höheren Rangstufe angenommen werden; wohl Ütr. zu
3
.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
4, 2007
 f.
Gehäuft md.; Rechtstexte.
Syntagmen:
den h. aufgeben / niederlegen / niedern, die herschilde aufsetzen
;
etw. zum h. zu lehen haben
.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
46a, 30
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Recht in der sebeden werlde wise sint de seben herschilde og gesaz. § der romesche konigh hat den ersten herschilt. §Biscope, vuͦrsten ebbete, ebbedichenne habben den anderen. §konige vnde ander lĕyen vorsten den dritten. § de vrien heren den vierden. § middel vrien den viften. § denestman den sesten. § also ne weyt man nicht, wan sich de sebede zal endet. Also luͦttel weiz man zuͦ rechte, ob der sebende herschilt len moge han oder nicht.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
524, 3
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Ein man zum herschilde hat ein holz mit dem bodem zu lehn gehabt von der eptissin des closters zu Langendorf.
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 51
(
Thorn
1584
):
wenne eyn yelich man mag wol synen her schilt nedir legen ane synes wybes orlop.
Große, a. a. O.
133a, 28
;
Goerlitz u. a., Rechtsd. Schweidnitz
100, 27
;
Leman, a. a. O.
2, 4, 68
;
Unger, Richtes Stig
102, 4
.