hernacher,
Adv.
1.
Temporaladv. zum Ausdruck einer zeitlichen Abfolge von Handlungen / Ereignissen: ›dann, danach, hinterher, anschließend‹;
mit fließendem Übergang zu 2; vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  1.
Syntagmen:
j.
(Subj.)
h. etw. sein, vorhanden sein, sich mit etw.
(z. B.
einem stift
)
vertragen, etw.
(z. B.
einen brunnen
)
h. machen, etw.
(Subj.) (z. B.
der kauf
)
h. bestätigt werden
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
471, 24, 13
(
1636
):
Laß bringen gute Kost, Bier, Lautertrank und Wein, | wir wollen geistlich erst, hernacher weltlich sein.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
20, 26
(
Frankf./O.
1557
):
Hernacher da der Sauffteuffel den fromen heiligen Man Loth auch durch seine toͤchter zu fall brachte / war bald der Hurnteuffel vorhanden.
Barack, Zim. Chron.
3, 536, 7
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Herzog Ulrich von Würtemberg het [...] in ainem hui den stift Augspurg überzuckt und Dillingen ingenommen, daher dann die selben fürsten sampt der stat Augspurg [...] mit dem stift [sich] vertragen müessen.
Qu. Brassó
5, 442, 2
(
siebenb.
,
n. 1646
):
man hat das Wasser alles in Kuff hinaufgeführt, denn der Brunnen ist lange Zeit hernacher erst gemacht worden.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
9, 14
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 665, 1
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
122, 32
;
Schwäb. Wb.
3, 1477
.
Vgl. ferner s. v.  1.
2.
Temporaladv. zum Ausdruck eines auf den Zeitpunkt des Sprechens erst folgenden Zeitraums: ›später, zukünftig‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, , .
Syntagmen:
den wein h. nicht aufschlagen / teurer geben
;
der garten h. zu einem viehtrieb gebraucht werden, j. h. sterben, etw. haben, schulmeister sein, verfolgt werden
;
h. nach js. absterben, h. gegen der nacht
.

Belegblock:

Merk, Stadtr. Neuenb.
128, 16
(
nalem.
,
1616
):
Wie er auch denselben wein uftuet und ihme geschetzt worden, soll er hernacher ihne nit ufschlagen noch teurer geben, dann als er ine des ersten gegeben und ufgeton hat.
Chron. Augsb.
7, 328, 18
(
schwäb.
, zu
1558
):
daß diser garten allzeit noch von der gemaind und dem maister der ziegelhütten versteurt [...] und hernachher zuͤ ainem gemainen viehtrieb gepraucht worden.
Rauwolf. Raiß
12, 11
([
Lauingen
]
1582
):
Da wir [...] besorgten / der Wind wurde noch ein zeitlang wehren / hat er sich doch bald hernacher gegen der Nacht [...] geleget.
Qu. Brassó
4, 203, 40
(
siebenb.
,
1680
):
Der Johann Benckner kommt auch mit Türken bei unserer Maut heraus. Dieser [...] wird aber hernacher vom neuerwählten Fürsten Bethlen allezeit verfolget.
Barack, Zim. Chron.
1, 425, 30
;
Chron. Augsb.
8, 154,
Anm. 2;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
522, 10
;
Qu. Brassó
5, 456, 17
.
3.
Lokaladv. zum Ausdruck der Situierung von Gegenständen hinter / nach einer Bezugsgröße: ›dahinter, dahinten‹;
vgl.  4.

Belegblock:

Memminger Chron. Beschr.
6, 12
(
Ulm
1660
):
Es hat auch allhier ein Augustiner⸗ vnd Nonnen⸗Closter / vnd ein Wohnhauß deß Ordens deß H. Geistes / neben einer Kirchen in dem Spittal / gleich darunder ist die Stuben der duͤrfftigen Leuthen: Hernacher ist das Spittal selbsten / sambt einem Kindshauß.
4.
zum Verweis auf eine erst noch folgende Stelle eines Textes: ›später; anschließend, im folgenden; weiter hinten, weiter unten‹; wohl primär temporal interpretierbar, aber meist mit lokaler Komponente;
zu  5.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3, .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
100, 75
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der Ismahel auff der vart | in daz elend verwaiset wart, | durch unghorsam vertriben. | In jenisis dem selben puch | vint man hernachher, wer es such, | im zwainczigsten und siben | Auch von Jacab dem herren.