1
heren,
V.;
zu (
das
).
1.
›mit einem Heer (wohin) ziehen und Verwüstungen anrichten, wüten, Krieg führen‹; seltener auch transitiv: ›etw. verwüsten, zerstören, vertilgen; jn. / etw. plündern, ausrauben‹; zu (
das
) 1.
Syntagmen:
jn. / etw. h.
;
in einem land h., mit brand / frevel / raub h
.
Wortbildungen:
herer
,
herung
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
17, 14
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
dis ist ir teil, di uns geheret han
[
Luther
1545:
Das ist der Lohn vnser Reuber
].
Ebd. Os.
9, 6
:
sie sint gewichen von der herunge
[
Luther
1545:
sie müssen weg fur dem Verstörer
].
Ebd.
39, 10
:
sy [...] werdin roubin dy, der roub sy warin, und werdin czuruckin ire herer.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
73, 5
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In der czit do Acon gehert wart.
Chron. Nürnb. Anm. 1 (
nobd.
,
1449
/
50
):
So ziehen uns auch [...] die reichstette mit gar einem guten zeuge zu, die dann nicht verrer von euch vast heren und prennen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Und als der kunig Mathias im lanndt Osterreich also herodt, hub sich der kayser von Krembs und zoch geyn Steyr.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
327, 6
;
Reissenberger, Väterb. ;
Leidinger, V. Arnpeck ;
Voc. Teut.-Lat.
o iiijr
;
2.
›miteinander streiten, kämpfen; sich schlagen‹; vgl. (
das
) 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
, 7, , 3.

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
155
(o. O.
1558
):
Im landt zuͦ Meissen [...] kamen zwey bösse weiber zuͦsammen und ubereinander, die zanckten mit einander. Letzlich aber herten sie sich nur dapffer, das es einen nammen het.
Ebd.
324
:
Die bauren hörrten einander wol, daß sie endtlich mühde wurden und selb auff-hörten.
3.
›etw. hegen, schüren, vermehren‹; vgl. am ehesten (
das
) 4.

Belegblock:

Dat nuwe Boych (
rib.
,
1396
):
we wail sij doch [...] bis vp desen hudigen dach grosen has vnd partije gehert vnd gedragen haint heymlic vnd offenbair.